Playstation 4
Wir wissen alles...haben wir gehört
07.02.2013 | Autor: Redaktion
Bringt euch die Spannung auch schon um? In kaum zwei Wochen hat Sony eine richtig große Enthüllung angesetzt. Richtig große Enthüllungen erkennt man bekanntlich an zwei Dingen: Erstens wird eigens ein teurer Rendertrailer erstellt, der absolut gar nichts aussagt. Zweitens lädt Sony Journalisten aus aller Welt dafür nach New York ein – und zwar nicht nur Spielemagazine, sondern auch Spiegel und Konsorten. Uns allerdings nicht, was natürlich nur bedeuten kann, dass wir ihnen zu unabhängig und kritisch und unbestechlich sind! Trotzdem braucht es nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, worum es bei dem Meeting gehen wird ...
Es ist die PS4
Am 20. Februar enthüllt Sony seine PS4. Davon können wir recht sicher ausgehen. Warum? Weil Sony wahnsinnig wäre, an diesem Datum irgendetwas anderes zu zeigen. Der Konzern muss wissen, dass nach seinem PlayStation-Logo-Teaser unter der Überschrift „Sieh die Zukunft“ jeder eine PS4-Enthüllung erwartet. Kommt jetzt am 20. Februar ein lächelnder Japaner auf die Bühne und präsentiert uns den neuen Move-Controller, wird jede Zeile, die irgendwer über das arme Produkt schreibt, unter 20 Tonnen völlig enttäuschter „Es war nicht die PS4!“-Artikel begraben. Solange die Sony-PR also nicht das Fingerspitzengefühl eines Baukrans hat, erwartet uns zu diesem Termin die lang erwartete Konsolen-Ankündigung.
Die Hardware
Dass die PS4 kurz vor der Ankündigung steht, belegen auch die in den letzten Wochen sehr konkreten Gerüchte zur Hardware der Konsole. Der letzte Stand in dieser Hinsicht spricht von folgenden Spezifikationen:
8 GB RAM
AMD R10XX Grafikchip
2,2 GB Grafikkartenspeicher
8-Kern-„Jaguar“-CPU mit 1,6 GHz
Blu-ray-Laufwerk
160 GB Festplatte
HDMI-Ausgang
Optischer Sound-Ausgang: 2.0; 5.1 & 7.1
Diese Angaben sind längst nicht mehr aus ominösen Quellen gegriffen. Verschiedene Redaktionen wie der US-Blog Kotaku und auch die fantastischen Technik-Experten aus Eurogamers „Digital Foundry“ haben ihre Informationen direkt von Entwicklern, die mit erster Vorab-Hardware der Konsole arbeiten. Abweichungen zum fertigen Produkt sind nach wie vor möglich, sollten sich aber im Rahmen halten. So berichten Kotaku und Digital Foundry von unterschiedlichen CPU-Typen und sind sich uneins, ob es nun 4 GB oder 8 GB Arbeitsspeicher sein werden. Die grundlegende Leistungsfähigkeit der Konsole scheint aber recht klar zu sein.
Egal, welche Hardware es nun am Ende exakt wird, zwei Dinge scheinen recht deutlich zu sein: Zum einen verwendet die PS4 offensichtlich Komponenten mit erstaunlich niedriger Leistungsaufnahme. AMDs „Jaguar“-CPU ist für mobile Geräte entwickelt worden und zaubert mit entsprechend niedrigem Verbrauch erstaunliche Grafik auf den Bildschirm.
Das schlimmste an der PS4-Ankündigung wird die Enttäuschung, wenn sie nicht aussieht wie auf diesem Fan-Artwork.
Das gleiche gilt für die Grafikkarte, hinter der Eurogamer noch eine leicht abgespeckte AMD 7970M vermutete – ein ebenfalls für den mobilen Einsatz entworfener Chip. Die PS4 könnte also erheblich kleiner und vor allem leiser ausfallen, als ihre Vorgängerin. Zudem sind Hitzeprobleme bei diesem Design eher unwahrscheinlich, was „Yellow Light of Death“-Ausfälle auch bei längerer Lebensdauer unwahrscheinlicher macht.
Ob sich Sony für 4 GB oder 8 GB RAM entscheidet, könnte letztlich vor allem in der Abgrenzung zu Microsoft einen großen Unterschied machen. Die gemunkelte Konkurrenzkonsole soll fast sicher mit 8 GB ausgestattet sein. Allerdings die günstigere und langsamere Sorte DDR3. In früheren Jahren wäre damit Microsoft vermutlich in der besseren Ausgangslage, da gerade die Größe des Arbeitsspeichers immer wieder als Flaschenhals auffiel. Zumindest nach heutigen Maßstäben sollten Sonys 4 Gigabyte aber völlig ausreichen. Selbst Highend-Spiele auf dem PC verwenden kaum mehr als 2 GB, und im Falle der PS3 reden wir über eine stärkere Optimierung wegen eines geschlossenen Systems.
Solange Sony sein Betriebssystem nicht dermaßen plump umsetzt, dass es einen großen Teil des RAMs auffrisst, dürfte die PS4 mit ihrem schnellerem RAM nicht viel schlechter bedient sein, als eine potentielle Xbox 720 mit 8 GB DDR3. Spiele in 1080p-Auflösung und mit 60 Frames pro Sekunde sind locker drin. Allerdings ist fest damit zu rechnen, dass Entwickler auch in Zukunft die Bildwiederholrate zugunsten besserer Grafik bei 30 FPS fixieren.
Zur nostalgischen Erinnerung: Der erste Screenshot einer PS4, der je geleaked wurde. Was für ein geiles Teil!
Der Controller
Die PS4 wird mit hoher Wahrscheinlichkeit den Dual-Shock-Controller der PS3 ebenfalls unterstützen. Allerdings soll der Konsole von Haus aus eine Weiterentwicklung des Traditions-Gamepads beiliegen, die um ein Touchpad erweitert wurde. Die Integration einer solchen Eingabemöglichkeit wurde schon seit Jahren sogar für die PS3 diskutiert. Mit der Allgegenwart von Touchpad-Geräten erscheint es beinahe zwingend nötig für Next-Gen-Konsolen, diese Steuerungsmethode ebenfalls zugänglich zu machen. Der direkte Transfer von Touchpad-Erfolgen auf iPad und Konsorten würde dadurch erheblich vereinfacht und erlaubt Sony auch in dieser Liga mitzumischen. Zudem könnten die Bedienung des Konsolenmenüs, die Internetnavigation und auch bestimmte Genres wie beispielsweise Strategiespiele von einem intelligent integrierten Touchpad profitieren. Der einzige Nachteil: Der Controller selbst dürfte dadurch ein Stückchen teurer werden.
Gebrauchtspiele-Sperre
Eines der bestürzendsten Gerüchte dreht sich nach wie vor um eine angebliche Gebrauchtspiele-Sperre in beiden Next-Gen-Konsolen. Angeblich sollen PS4 und Xbox 720 den Spieler zwingen, neue Software auf seiner Konsole zu registrieren. Fortan könnten die Spiele nur noch auf dieser Hardware benutzt werden.
Obwohl wir dem Gerücht überaus skeptisch gegenüberstehen, hält es sich hartnäckig. Was allerdings vor allem daran liegen dürfte, dass es eine dieser Behauptungen ist, die den Verschwörungstheoretikern im Internet nach dem Mund reden. Dass Sony und Microsoft tatsächlich einen Weiterverkauf von Disk-basierten Spielen völlig unterbinden werden, erscheint nach wie vor zweifelhaft. Das Risiko, dass ihnen erhebliche Teile der Spielerschaft in Richtung PC abwandern, wäre viel zu hoch. Zudem hat gerade Sony sich in dieser Generation eher noch liberaler gezeigt, indem die PS3 weitgehend auf eine Regionalsperre für Spiele verzichtete, welche sich traditionell gegen Importe richtet. Sogar das Teilen eines PSN-Nutzerkontos auf mehreren PS3-Systemen ließ man zu. Eine solche 180-Grad-Wende wäre schwer erklärbar.
Mit einer Zwangsregistrierung von Spielen in einer Zeit an den Start zu gehen, in der die PS4 erheblicher Konkurrenz aus dem wiederauflebenden PC-Sektor ausgesetzt ist, erscheint sehr riskant. Zudem spielt der Gebrauchtmarkt eine nicht kalkulierbare Rolle bei der Verbreitung einer Hardware. Ausgerechnet die erste Produktversion einer PS4 mit einem solchen Feature auszuliefern, das viele der Core-Gamer abschrecken dürfte, erscheint uns zu gewagt. Unserer Einschätzung nach wird sich dieses Gerücht daher als Ente entpuppen. Dafür sprechen auch die erheblichen rechtlichen Bedenken, ob eine solche Einschränkung des Weiterverkaufs nach den jüngsten Urteilen des Europäischen Gerichtshofs überhaupt zulässig wäre. Falls ein solches System zum Einsatz kommt, dürfte es bestenfalls auf eine „Institutionalisierung“ des bereits gängigen „Online-Pass“-Systems hinauslaufen. Letzteres würde bedeuten, dass man Gebrauchtspiele auf einer weiteren Konsole nur gegen Gebühr freischalten könnte. Viele Titel legen hierfür bereits heute einen Einweg-Code bei, der den Mehrspielermodus freischaltet.
Preis
Das jüngste Gerücht zur PS4 betrifft ihren Preis. „Nur“ um die 400 Euro wird die Konsole vermutlich kosten. Diese Vermutung basiert auf durchgesickerten Kosten für die japanische PS4, die auf 40.000 Yen veranschlagt werden (entspricht circa 320 Euro). Inklusive der üblichen Aufschläge, die Konsolen im Westen erfahren, sollte der Preis damit knapp unter 400 Euro liegen. Im Vergleich zur PS3 ein deutlich niedrigerer Startpreis. Zu bedenken geben wir jedoch, dass in dem Bericht nur ein Preis genannt wird. In den vergangenen Jahren erschienen fast alle Konsolen jedoch in unterschiedlichen Konfigurationen. Insbesondere die Festplattengröße ließ sich durch einen Aufpreis meist erheblich aufmotzen. Es könnte sich also nur um den Preis eines Einsteigermodells handeln, dem noch ein teurerer Bruder zur Seite gestellt wird.



