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Silent Hill Comics

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Blutige bunte Bilder

27.02.2009 | Autor: Nils Ehring

Da Chef Peschke sich ja bereits seit Monaten davor drückt, endlich mal wieder einen Komic aus seinem verdorbenen Denkapparat zu pressen, machen wir doch einfach mal was zum Thema Spiele-Comics. Purer Zufall? Nein, viel eher von langer Hand geplant. Da gestern bekanntlich unser Test zum neuen „Silent Hill“-Titel erschien, schieben wir heute ein Special zur Comicreihe des Survival-Horror-Urgesteins hinterher. Danke an dieser Stelle noch mal an Panini Comics, die uns drei deutschsprachige Bände zur Verfügung gestellt haben. Den ersten Band der Serie können wir leider nicht behandeln, da dieser wohl mittlerweile vergriffen ist. Bevor wir uns an dieser Stelle mit einer seitenlangen Historie der „Silent Hill“-Reihe abplagen, steigen wir doch lieber direkt ein in die blutigen Seiten des Comics „Der Sünde Sühne“.

Wie so oft ist auch hier der Name Programm, denn der Held Jack Stanton ist ein Sünder, wie er im Buche steht. Der Kerl sieht nicht nur aus wie Max Payne, sondern scheint auch genauso fertig zu sein. Als Auftragskiller hat er gegen Kohle zahlreiche Menschen ins Jenseits befördert. Um mit seinem alten Leben abzuschließen und mit seiner großen Liebe ein neues anzufangen, verlässt er die dreckigen Straßen der Großstadt. Dumm nur, dass seine Herzensdame die Gemahlin seines Chefs ist und das Pärchen während der Flucht getrennt wird.

Schwer zu kriegen
Der allererste Band der „Silent Hill“-Comics ist nicht mehr im Handel erhältlich. Sammler sollten die Augen aufhalten.

Die Suche des Protagonisten treibt ihn ausgerechnet nach Silent Hill. Dort muss Jack nicht nur seine verlorengegangene Freundin wieder auftreiben, sondern es außerdem noch mit deren wütendem Ehemann und dessen Lakaien sowie mit den Dämonen seiner eigenen Vergangenheit aufnehmen. Dass das Ganze nicht gerade in ein herzerweichendes Happy-End mündet, dürfte klar sein. Das ist bereits bei den ersten Bildern des Comics überdeutlich, in denen sich Stanton genüsslich die Knarre an den Kopf drückt. Von dort aus springt die Erzählung von einer Zeitebene in die nächste, was ein gewisses Durchhaltevermögen von ungeduldigen Comic-Freunden erfordert.

Wer sich allerdings darauf einlassen kann, gewinnt einen Einblick in die Kindheit des Killers und erfährt, warum er so kaltblütig geworden ist. Dazu serviert der Autor Tom Waltz, der unter anderem auch die Story für Comics wie „30 Days of Night: Dust to Dust“ und „Children of the Grave“ schrieb, einen eher fadenscheinigen psychologischen Ansatz. Aber seien wir mal ehrlich: Das Horrorgenre ist sowieso nicht gerade dafür bekannt, die Psyche von Figuren plausibel und nachvollziehbar zu entwickeln.
Dafür stimmen die Zeichnungen von Steph Stamb, dessen düsterer Stil bereits den Comic „Gene Simmons House of Horror“ und einige „Angel“-Werke bereicherte.

Suizidgefährdet
Jack Stanton aus „Der Sünde Sühne“ ist ein gebrochener Held. Nur Selbstmord scheint eine Lösung für ihn zu sein.

Stamp gelingt es sehr gut, die unterschiedlichen Zeitebenen und Orte mit verschiedenen monochromen Farbtönen zu unterstreichen. Die Gegenwart ist in einem tristen Grau gehalten, die Geschehnisse in „Silent Hill“ in einem sepiafarbenen Brei, und Stantons Kindheitserinnerungen verblassen regelrecht in einem matschigen Rot. Wie auch in einigen anderen Spielen der Reihe sind die Illustrationen stets in einem grobpixeligen Design gehalten, was den Bildern und somit auch der Geschichte einen extrem dreckigen Touch verleiht. Wer genau hinschaut, erkennt sogar an einer Stelle das aus dem Spiel bekannte Speichersymbol.

Wie bei allen „Silent Hill“-Comics handelt es sich bei „Der Sünde Sühne“ um eine Sammlung von Einzelausgaben. Daher muss man immer wieder mit kurzen Zusammenfassungen der bisherigen Story leben. Nichtsdestotrotz ist der Comic sehr stimmungsvoll gezeichnet, und die durchaus tiefgängige Geschichte hält einen bei der Stange. Unser Fazit: ideal zum Einstieg in die Reihe.

Danach kann man sich getrost einem Werk namens „Innerlich sterben“ zuwenden. Der amerikanische Autor des Comics, Scott Ciencin, ist kein unbeschriebenes Blatt in Schmökerkreisen. Er ist „New York Times“-Bestsellerautor und in zahlreichen Medien unterwegs. Neben Kinder-, Fantasy- und Horrorbüchern hat der kreative Mann noch Werbefilme gemacht und Fernsehsendungen produziert. Auch der Spielwelt scheint Ciencin nicht ganz abgeneigt zu sein, denn er verfasste zum bekannten MMORPG „Everquest“ den Roman „Die Stunde des Schurken“.

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