KOINS
Krawall
K-Play
K-Files
K-Foren
Kwiz
K-Syndicates Anstoss K-Syndicates
PC
Xbox
Xbox 360
Playstation 2
Playstation 3
GameCube
Wii
alles
nur PC
nur Konsolen
eigene Auswahl
Tipp: Du kannst unsere Inhalte nach deinen Wünschen filtern. Klicke dazu auf eine der Schaltflächen oder pass den Filter individuell an.
PC
Xbox
Xbox 360
Playstation 2
Playstation 3
GameCube
Wii
Achtung! Alle Inhalte zu nicht ausgewählten Plattformen werden dir nicht mehr angezeigt. Du kannst die Einstellung jederzeit ändern.
übernehmen
anpassen

Deine gewählten Einstellungen werden gespeichert...


Killerspiele

Artikelbewertung: (Bewerten weiter unten)

Haftstrafen wohl unumgänglich

01.04.2006 | Autor: André

Nach Angaben der Bundesregierung wird es wohl noch in diesem Jahr zu einer weiteren Änderung des Jugendschutzgesetzes kommen. Vertreter von SPD und CDU einigten sich gestern auf einer Tagung im Wildbad Kreuth auf ein „umfassendes Maßnahmenpaket“. Innenminister Schäuble fasste die Ergebnisse wie folgt zusammen: „Der Großen Koalition wurde in der Vergangenheit vorgeworfen, dass Entschlüsse beider Parteien den Kleinsten Gemeinsamen Nenner darstellten. Die nun beschlossene Neuregelung zeigt meiner Meinung nach eindeutig, dass dem nicht so ist. Tatsächlich sind sich beide Parteien weitgehend einig, dass ein Produktionsverbot von gewaltverherrlichenden Computerspielen notwendig ist.

Make love, not war
Jugendliche sollten sich viel eher der Liebe zuwenden, als brutalen Videospielen, meinen SPD und CDU.

Deutschland steht in diesen Tagen zahlreichen Herausforderungen gegenüber: Fünf Millionen Menschen sind ohne Arbeit, Lehrer benötigen auf manchen Real- und Hauptschulen Dolmetscher und auch die Bereiche Rente und Gesundheit sind baufällig. Die letzte Diätenerhöhung ist auch schon Monate her! Da werden sich nun viele von Ihnen fragen: Haben wir nicht wichtigere, dringendere Probleme? Und da ist die Politik natürlich aufgefordert zuzuhören und zu sagen: Ja, liebe Freunde, die gibt es! Das letzte, was wir nun gebrauchen können, ist dass uns auch noch die Kinder die Schulen anzünden wie in Berlin, nur weil wir es zulassen, dass ausländische Firmen sich hierzulande mit den abscheulichsten Gewaltdarstellungen die Taschen vollmachen, ohne Rücksicht auf Verluste. SPD und CDU haben daher gemeinsam ein Paket von Maßnahmen beschlossen, dass unter anderem ein striktes Verbot der Herstellung jedweder Killerspiele vorsieht. Eine genauere Bestimmung des Begriffes wird von einer Expertenkommission bestehend aus mir selbst, Herrn Günther Beckstein und Herrn Björn Schönbohm vorgenommen, sobald wir Anlass zur Konkretisierung sehen, etwa wenn eine Ausdehnung auf andere Medienbereiche wie etwa die linksradikale Tagespresse vom Schlage der SZ notwendig wird“.

Auf die Frage, wie man das Herstellungsverbot durchsetzen wolle, wo doch die Mehrzahl der Spiele dieser Art im Ausland hergestellt würden, äußerte sich ein anwesender CSU-Politiker: „Die USA verfolgt hier im Grunde unsere Linie. Hinter dem großen Teich ist man uns ja in manchen Punkten, was den Deliberalisierungsprozess angeht, weit voraus. Was ich hoffe ist, dass wir da nicht international schon wieder ins Hintertreffen geraten. Wenn sie sich mal umschauen: Nirgendwo ist Deutschland so weit hinten wie zum Beispiel bei anständigen Klamotten für Frauen. Im letzten afghanischen Bergkaff kriegen sie es hin, dass die Mädels züchtig rumlaufen. Aber wir als ach so zivilisierte Nation bekommen das nicht auf die Reihe. Das gleiche beim Arbeitsmarkt. Warum haben wir denn fünf Millionen Arbeitslose? Weil jede Ische meint, sie müsse jetzt auch was schaffen. Das sollte sie mal dem Ali in Kabul erklären. Ruck, zuck wär’ da Schnabeltasse angesagt. Da muss ich schon mal sagen: Respekt! Die Frau hat wieder Zeit sich der Erziehung zu widmen. Schauen sie sich die Kinder im Irak doch mal an. Sehen sie die mit dem Gameboy rumlaufen? Nein. Zocken die sich daheim das Hirn aus dem Schädel? Auch nicht! Da können wir durchaus dazulernen. Aber wo sind sie denn, die so genannten Liberalen? Die setzen sich bei sowas schön auf die Hände und es passiert absolut nix. Wir bei der CSU sind da zu unrecht als konservativ und rechts verschrien. Wir sind uns auf jeden Fall nicht zu schade, mal von den Kaffern was abzuschauen“. Im Zuge des Herstellungsverbotes gilt es in Regierungskreisen als sicher, dass eine Einbindung der neuen Regelung in das Strafgesetzbuch unumgänglich sein wird.

Brandenburgs Innenminister Schönbohm dazu: „Wie ihnen ja sicher bekannt ist, beschäftige ich mich regelmäßig und intensiv mit dem Thema Gewalt und Computerspiele. Produkte wie Counter-Strike, in denen es einzig und allein um das Vergewaltigen von Schulmädchen geht, haben in unserer Gesellschaft keinen Platz.

Wir halten es daher für notwendig, die Jugendschutzregelungen unter dem Scheffel der reinen Ordnungswidrigkeiten hervorzuziehen“. Die geplante Regelung sieht vor, dass die Herstellung von Killerspielen mit einer Gefängnisstrafe von mindestens 10 Jahren bis zu lebenslanger Haft belegt werden kann. Der Besitz soll weiterhin nur mit Geldstrafe (bis zu 25.000 EUR) belegt werden. Verurteilte „Killerspieler“ müssen zudem, ähnlich wie aktenkundige Fussball-Hooligans, ein Mal pro Woche an psychologischen Seminaren teilnehmen. Beim Besitz besonders vieler Titel kann Sicherheitsverwahrung angeordnet werden. Der deutsche Entwicklerverband G.A.M.E. reagierte entsetzt auf den Beschluss. Man wolle „alle zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, um den Entschluss zu kippen“, so Verbandsleiter Stephan Reichart. Man werde „mit Zähnen und Klauen kämpfen“. Den Anfang soll ein Offener Brief machen, anschließend will man über eine Kundgebung vor dem Mühlheimer Rathaus nachdenken. In letzter Instanz erwägt der Verband „eine Petition in der PC Player zu schalten. Die schulden uns noch was, nachdem sie die Idee mit der Spieleförderung so runtergemacht haben“.

Auch in der Spielergemeinde regt sich der Widerstand. Arno „[TS|B Abschlachter]“ Kumpfmüller vom Pro-Gaming-Clan „Todesschwadron Bechtenheim“ will dabei dumpfes Protestgeheul vermeiden. Stattdessen ruft er die Community auf, rationale Argumente in den Vordergrund zu stellen. „Es ist Tatsache“, so Kumpfmüller, „dass wir alle schon Quake spielen, seit wir 10 Jahre alt sind. Das heißt manche von uns sind dem Zeug jetzt schon bis zu fünf Jahre lang ausgesetzt – und da ist keiner Amokgelaufen. Das ist ja wohl ein eindeutiger Beweis“. Sein Kollege Hendrik „[TS|B Hirnschmatzer]“ Schmidt hingegen ist es leid, immer wieder zu unrecht kritisiert zu werden. „Ich versteh einfach die Leute nicht. Woher bitte kommt denn diese Scheißidee, wir wären alles nur Irre? Wenn man sich die Games mal anschaut – also bitte! Und uns geht’s doch vor allem um den Sport. Das ganze Blut interessiert doch keine Sau, das brauchen wir eSportler gar nicht. Klar, die deutsche Version von UT oder Counter Strike, die fasst keiner mit der Kneifzange an. Aber da jetzt gleich zu schreien, dass es uns nur um die Gewalt geht, zeigt nur wieder, wie wenig Gedanken sich die Leute machen. Ich meine: Wer gibt denn schon freiwillig zu, dass er schwul ist?“.

Bislang wenig zu hören war hingegen vom dem immer noch in Gründung befindlichen Publisherverband BIU. Erst vor einigen Wochen war der Verband in die Schlagzeilen geraten, da Anwohner vermuteten, die Amerikaner würden dort das Roswell-UFO versteckt halten. Bis heute weichen BIU-Mitglieder der Frage aus. Gerüchte, der schweigsame BIU sei nur eine Geldwaschanlage der Mafia, konnten hingegen schlüssig widerlegt werden. Tatsächlich handelt es sich um ein Abschreibungsobjekt von Electronic Arts. Anlässlich der Diskussion um härtere Strafen für Killerspiele, trat Olaf Wolters, öffentlichkeitsscheuer Geschäftsführer des Verbandes, vor die Kameras. Wolters wies eindringlich darauf hin, dass widerrechtlich parkende Fahrzeuge abgeschleppt würden, Presseausweis hin oder her. In einem Nebensatz erwähnte er außerdem, dass es keinerlei wissenschaftlichen Nachweis einer irgendwie gearteten, negativen Auswirkung von Computerspielen auf Kinder und Jugendliche gäbe.

Postpuber-Täter
Erledigt sich das Problem mit den gewaltbereiten Spielern von selbst, wenn sie aus ihren Klamotten rauswachsen und die Frauen entdecken?

Einen ganz anderen Lösungsansatz hatte hingegen Prof. Dr. Dr. Hans-Peter Rodemüller von der Universität Heidelberg parat. Der passionierte Forscher betrachtet die Diskussion als unnötig. „In zehn Jahren“, so Rodemüller, „ist doch selbst das dümmste Landei klug genug zu kapieren, dass Kinder nur Geld kosten und Stress verursachen. Dazu versauen sie einem noch für Wochen den Sex und nachdem sie geworfen hat, sieht die eigene Frau aus wie eine Vorrundenkandidatin von Deutschland sucht den Superstar. Das Problem wächst sich bald von alleine aus“. Auch die Krawall-Redaktion hat beschlossen, sich am energischen Widerstand der Spieleindustrie zu beteiligen. Götz Klingelhöfer, Geschäftsführer des KGN: „Wir haben 500 Protestbanner in die Rotation aufgenommen. Die ballern wir dann die kommenden fünf Wochen immer dann raus, wenn Google-Ads mal streikt“.