De Blob
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- Publisher: THQ
- Entwickler: Blue Tongue Entertainment
- Genre: Puzzlespiel
- Release: 26.09.2008
In den Farbtopf gefallen
06.11.2008 |
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Autor: Olaf
Werft mal einen Blick aus dem Fenster: Die einst grünen Blätter haben sich inzwischen gelb und braun gefärbt und fliegen über die Straßen. Die Fußgänger schützen sich mit roten, blauen und grünen Regenschirmen vor dem nächsten Regenschauer. Und die Lichter von Ampeln, Reklametafeln und Autos lassen die nächtlichen Straßen wie einen bunt geschmückten Weihnachtsbaum erstrahlen. Jetzt stellt euch vor, es gäbe keinerlei Farben auf dieser Welt. Die Bäume besäßen erst gar keine Blätter. Alle Autos wären irgendwie grau, und selbst die Ampeln wechselten nur zwischen den Farben Weiß, Grau und Schwarz. Klingt ganz schön trostlos, was? Und genau so beginnt das Geschicklichkeitsspiel „De Blob“.
Der fiese faschistoide Farbklecks General Schwarz hat mit seiner gemeinen INKT Corporation alle Farben aus Chroma City gestohlen. Die einstmals fröhlichen Baulinge dürfen nun nicht mehr auf den Straßen spielen, tanzen oder anderen lustigen Dingen des Lebens frönen.
Vielmehr werden sie zu langweiligen Büroarbeiten und stupiden Reaktionstests gezwungen. Doch ein Held setzt sich gegen die Unterdrücker zur Wehr: „De Blob“.
Mal die Welt an!
Die Idee von „De Blob“ erinnert ein wenig an ein virtuelles Malbuch. Doch wo Kinder Tiere, Schiffe oder Autos mit Wachsmalern verunstalten, verschönern wir im Spiel ganze Städte und vertreiben damit die Tristesse. Die Hintergrundgeschichte wird in kleinen Zwischensequenzen transportiert, die komplett ohne Sprachausgabe auskommen.
Vielmehr trumpfen die Filmchen immer wieder mit viel Witz und einer gehörigen Portion Ironie auf. Dabei steckt hinter der Story natürlich eine mehr als eindeutige Metapher für die Förderung der Kunst und der individuellen Freiheit. Dennoch drängt sich diese Moral nie in den Vordergrund, sondern wird euch subtil und mit viel Spaß präsentiert.
Titelheld Blob kämpft also gemeinsam mit der Untergrundrevolution gegen die INKT Corporation und ihren Anführer General Schwarz. Aber keine Bange, das Spiel ist komplett gewaltfrei, und so setzt Blob lieber auf den friedlich-farbenfrohen Protest.
Die stilvolle Optik passt hervorragend zum Spielprinzip und bietet vor allem eines: Unmengen an Farben!
Eure Aufgabe ist es nun, Farbe zurück in die Welt zu bringen. Zu Beginn des Spiels ist jeder Level grau. Dies soll sich natürlich alsbald ändern. Daher springt Blob einfach auf eine der umhertapsenden, prall gefüllten Farbegel. Diese kleinen Roboter haben zuvor die Farbe aus der Welt gesogen. Durch den Zusammenstoß heimst Blob nicht nur Farbpunkte ein, sondern nimmt auch die Farbe des Egels an. Berührt Blob nun eine Häuserwand, färbt sich diese entsprechend. Die Konsequenz: Ihr rollt mit eurem kleinen Farbklecks durch die Welt, „fresst“ Farbegel und streicht im Vorbeikugeln die zehn riesigen Stadtviertel an. Gelingt es euch, einen ganzen Häuserblock anzumalen, befreit ihr eine Rasselbande Graulinge. Eine Berührung mit Blob genügt, und die Emo-Kids verwandeln sich in fröhliche Blumenkinder.
Nebenbei läuft übrigens die Zeit mit, doch „De Blob“ legt keinen Wert auf Stresssituationen. Vielmehr geht es darum, den puren Farbenwahn zu genießen und der herrlichen Atmosphäre des Spiels zu verfallen. Ganz ähnlich wie „Okami“ erringt „De Blob“ seine Faszination durch die geschickte Kombination aus Bild und Ton. Denn zu Beginn sind nicht nur alle Gebäude grau, auch ein Soundtrack fehlt. Lediglich ein leiser Beat bumpert im Hintergrund. Je mehr Farben ihr in die Stadtviertel bringt, umso mehr Instrumente spielen. Nach einigen Spielminuten ertönen fröhliche Funkklänge aus den Boxen – klasse.



