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  • Star Wars: The Force Unleashed

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Lebe deine Allmachtphantasien!

19.09.2008 | Xbox 360 Playstation 3 Playstation 2 | Autor: Nils Ehring

Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis … da erschienen regelmäßig in kurzen Abständen „Star Wars“-Titel für alle Plattformen. Doch in den letzten Jahren ist es eher ruhig in der Franchise-Galaxie von George Lucas geworden – abgesehen von den zahlreichen „Lego“-Spielen. Nach einer tatooineartigen Dürreperiode kommt mit „The Force Unleashed“ endlich ein neuer Titel über die Sternenkriege auf den Markt. Diesmal darf man mal wieder den Bösen spielen und in Erfahrung bringen, wie es sich so auf der dunklen Seite der Macht lebt.

Und wer vertritt am besten die böse Seite? Richtig: Darth Vader. Der hat es sich übrigens zur Aufgabe gemacht, die letzten Jedi-Meister im Universum aufzuspüren und zur Strecke zu bringen. Auf einem seiner Schlachtzüge trifft er auf den Sohn seines letzten Opfers. Der kleine Macht-Wonneproppen scheint unglaubliche Kräfte in sich zu haben. Also beschließt der asthmatische Bösewicht, den Jungen unter seine Fittiche zu nehmen und zu seinem Schüler zu machen.

Zeitsprung. Der Knirps namens Galen Marek ist zu einem Mann (Deckname: Starkiller) herangewachsen und soll nun die von seinem Ziehvater angefangene Jedi-Jagd zu Ende bringen. Eine romantische Komponente kommt natürlich auch noch ins Spiel. Die imperiale Pilotin Juno Eclipse, die den Auftragsmörder zu Raumschiffen sowie zu Planeten transportiert und ihm immer wieder über Funk Tipps ins Ohr flüstert, macht dem bösen Sprössling hübsche Augen.

Die unterschiedlichen Spielumgebungen sind sehr detailreich gestaltet und sorgen für die nötige Abwechslung.

Die Story von „The Force Unleashed“ ist packend und wird mit stimmungsvollen Zwischensequenzen sowie mit passenden Synchronsprechern vorgetragen, natürlich im typischen Parallelmontagestil der Star Wars Filme. Durch einige unerwartete Wendungen wird man konstant bei der Stange gehalten. Ständig werden neue Fragen aufgeworfen wie: Wird die hübsche Pilotin den Junior-Jedi von der dunklen Seite der Macht abbringen können? Wie wird Darth Vader auf dieses Techtelmechtel reagieren?

Warum darf der Imperator nichts von der Hetzjagd auf die verbliebenen Jedi wissen? Ist unser Chef-Redakteur André auch ein Jedi-Wonneproppen? Und klingt das Ganze nicht doch zu sehr nach einer Samstagabend-Soap?

Zumindest die letzte Frage können wir an dieser Stelle beantworten: Nein! Bevor sich auch die meisten anderen Fragen im Laufe der Spielhandlung klären, tobt der Spieler sich bei der ersten Mission als Darth Vader aus. Hier gewöhnt man sich nicht nur in kürzester Zeit an die Steuerung, sondern erfährt auch noch, wie der dunkle Lord seinen Zögling fand. Im Kampf gegen kleine und große Wookies erlangten wir einen Vorgeschmack auf das spaßige Ausleben von unterdrückten Allmachtphantasien. Auf unseren Befehl hin schmetterte Vader die Pelzviecher gegen Bäume, warf sie nach Anwendung seines Würgegriffs weg wie Altlasten oder schleuderte sie in eine Gegnerschar.

Die Anwendung des Machtgriffs ist kinderleicht. Genauso wie das Werfen von Gegnern und anderen Objekten.

„Force Unleashed“ kommt dem Spieler dabei glücklicherweise entgegen. Die Zielobjekte eines Machtwurfs müssen nicht haargenau angepeilt werden; es reicht, wenn man die ungefähre Richtung vorgibt. Dadurch sind selbst im Eifer eines Lichtschwertgefechts wirksame Würfe möglich. Allein das Anvisieren eines Gegners, das über die Blickrichtung der Kamera funktioniert, ist in hektischen Situationen zu ungenau. Die Spielumgebung reagiert dank der hervorragenden Physik-Engine sehr facettenreich auf diese Aktionen. Die verheerende Machtenergie-Welle des dunklen Meisters spaltet zum Beispiel Bäume und zerlegt große Holztore wie Streichhölzer. Das besondere an diesen Effekten ist, dass verschiedene Materialien wie Holz oder Glas auf unterschiedliche Art und Weise zersplittern. Metalltore hingegen werden von der Wucht unserer unsichtbaren Energie realistisch aufgebogen.

Bereits in diesem frühen Spielabschnitt offenbart sich allerdings eine Schwäche von „The Force Unleashed“: die Kamera. Sie lässt sich nur begrenzt bewegen. Zwar kann man den Sichtwinkel beliebig in einem 360-Grad-Radius bestimmen, aber leider nicht die Distanz zum Geschehen. Dies sorgt besonders im Vader-Level und an einigen Stellen im späteren Verlauf des Spiels für Frust. Die Kamera befindet sich in diesen Augenblicken einfach zu nah am Helden und verweigert dem Spieler somit die vollkommene Übersicht. Über weite Strecken des Spiels ist die Perspektive aber gut gewählt.

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