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  • Riff: Everyday Shooter

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Vorzeitiger Pixeltod

18.03.2008 | Playstation 3 | Autor: Frank

In jedem Frühjahr trifft sich in San Francisco die Elite der Spielebranche zur Game Developers Conference, bei der man Ideen und Erfahrungen austauscht, neue Beziehungen knüpft und Designer-Legenden von unseren Vor-Ort-Berichterstattern unter den Tisch gesoffen werden. Während dann der bewusstlose Körper nach Testmustern und Vorab-Versionen potentieller Spielehits gefilzt wird, findet ein paar Hallen weiter das alljährliche Independent Games Festival statt. Hier werden die kreativen Underdogs gewürdigt, und so manch ein kleiner Programmierer hofft, dass ihn ein großes Entwicklerstudio wegen seiner einfachen und genialen Spielidee an die Leine nimmt. Anstelle von Ruhm, Glanz und Bergen von Geld erwartet den frisch angeheuerten Programmiersklaven jedoch meist nur ein überfülltes Großraumbüro und eine Tastatur, die auf tausende Codezeilen wartet.

„Riff“ stammt von einem freien Programmierer. Sony war von dem Spiel begeistert und machte es zum PSN-Exklusivtitel.

Die Idee des einst freien Programmierers wird von der PR-Abteilung völlig zerfleddert, die Grafiker bessern die Screenshots auf, und das ursprüngliche Spiel landet auf einem alten, rostigen Backup-Server des neuen Rechtsinhabers. Wenn das mal nicht rosige Aussichten sind. Als im letzten Jahr das Spiel „Everyday Shooter“ von Jonathan Mak mit Preisen überhäuft wurde, drohte ihm fast ein ähnliches Schicksal, denn eigentlich sollte das Spiel wenige Wochen nach dem Festival als Freeware-Spiel für PC, Mac und Linux-Rechner im Internet landen.

Daraus wurde jedoch nichts. Mak wurde von Sony eingeladen, und nach einigen Gesprächsrunden wurde aus dem einst freien Spiel, welches Mak alleine mit Hilfe von Visual C++ auf die Beine gestellt hatte, ein Exklusivtitel für das Playstation Network der PS3.

In seinem Internet-Forum schrieb Mak dann auch schnell, dass Sony von seinem Spiel begeistert sei und es in keiner Weise abändern wolle; also setzte man sich an die Konsolenumsetzung, und Mak programmierte einen 16:9-Widescreen-Modus für den musikalischen Arcade-Shooter dazu.

Drogentrip
Die Optik von „Riff: Everyday Shooter“ wirkt wie der Drogenrausch eines abstrakten Malers und hat nur das elementare Gameplay mit Spielen wie „Super Stardust HD“ oder „Geometry Wars“ gemeinsam.

Im Spiel erwartet euch ein kreatives, aber auch recht kniffliges Gameplay.

Mit unserem kleinen Pixel schweben wir über den Bildschirm und können in acht verschiedene Richtungen schießen. Dummerweise haben wir weder Schutzschilde noch Superwaffen oder sonstige Mittel der Massenvernichtung, um uns gegen die scheinbar unendlichen Massen von Feinden zu wehren. Der vorzeitige Pixeltod ist also garantiert. Dass wir nicht frei im 360°-Umkreis schießen dürfen, können wir durch geschickte Bewegungen wieder gutmachen, und wenn wir das Feuer einstellen, bewegt sich unser Pixel schneller als während des Dauerfeuers.

Abhängig von unserer Bewegung verändert sich die Form unserer kleinen Spielfigur und in manchen der acht Levels sogar der Hintergrund. Farben und Formen verschmelzen in den jeweils komplett unterschiedlichen Bildschirmen, und sonderbare Strahlen, flatternde Gebilde und wachsende Figuren prägen das bunte Design.

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