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  • Arcania - Gothic 4

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Titelverteidiger im Gothic-Duell

23.08.2009 | Playstation 3 Xbox 360 PC | Autor: André

Ersteindruck:
65 - 84%
Selbst gespielt:
Nein

Willkommen zu unserem ersten großen Preview des Spiels, das „Gothic IV“ sein sollte, dann aber „Arcania“ genannt wurde und nun doch irgendwie „A Gothic Tale“ ist. Weil man sich bei JoWooD wohl nicht ganz sicher war, wie sehr genau man die Marke „Gothic“ mit dem verbugten dritten Teil und dem völlig vermurksten Add-On in den Dreck gesetzt hatte, eierte man bei der Namensgebung herum wie ein betrunkener Einradfahrer bei Windstärke acht.

Endlich, eine Ausrede!
Das Endergebnis bietet aber immerhin all jenen, die damals geschworen haben, nie wieder ein „Gothic“ zu kaufen, eine bequeme Ausrede für ihre unvermeidliche Fan-Inkonsequenz. Immerhin: Einen Grund dafür hätten sie, denn das neue „Gothic“ kommt von einem neuen Entwickler. Die „Desperados“-Macher von Spellbound haben nun das Ruder in der Hand, was nicht nur dazu führt, dass man als Freund der Reihe neue Hoffnung schöpfen kann, dass es diesmal vielleicht in spielbarer Form auf den Markt kommt. Viel interessanter ist, dass wir in naher Zukunft ein bisschen besser bescheid wissen, wer die ganze Geschichte denn nun versägt hat: JoWooD, oder Piranha Bytes? Denn neben Spellbound und JoWooD werkeln auch die Gothic Väter von Prianha unter ihrem neuen Schirmherren Koch Media an einem großen Rollenspiel. Der Showdown dürfte mehr als nur interessant werden.
War alles, was Piranha Bytes gefehlt hat um von der Skandalbude zum gefeierten Helden deutscher Softwarekunst aufzusteigen ein ordentlicher Publisher? Oder werden wir bald erleben wie „Risen“ immer wieder verschoben und am Ende in schwer vermittelbarem Zustand in den Handel kommt?

Die mittelalterliche Welt hat den typisch frischen, europäischen Touch, technisch stark umgesetzt.

Wird Spellbound beweisen, dass man mit JoWooD auch tolle, sauber produzierte Spiele machen kann, wenn man nur will? Oder wird das bisher als sehr solide bekannte Studio im nächsten Jahr seine erste „Mea Culpa“-Tour von „Wie das alles so schief gehen konnte!“-Vorträgen auf deutschen Entwicklertreffen abhalten, so wie Piranha Bytes vor ihnen? Wir sind gespannt! Ihr vermutlich auch: gespannt, wann wir endlich zum Thema kommen, anstatt uns in unserer gehässigen Einleitung zu ergehen. Die Antwort: Jetzt! Gleich am ersten Tag der Gamescom stürmten wir prompt aus der Nestwärme des Pressebüros hinaus zur Präsentation von „Arcania“.

Die Story des Spiels ist schon eine Weile bekannt: Nachdem sich der namenlose Held der bisherigen „Gothic“-Spiele im Add-On „Götterdämmerung“ zum König des Fantasyreiches aufgeschwungen hatte, gingen mit ihm wohl ein wenig die Pferde durch. Nicht nur, dass der Kerl sich einen Namen gab: König Rhobar.

Nicht nur eitel Sonnenschein: Das Wetter in Arcania soll sich dem Spielgeschehen anpassen und zum Beispiel traurige Momente untermalen.

Jahre später ist auch noch ausgerechnet er zum fiesen Tyrannen geworden, der das Land unterdrückt. Wenn man will, kann man aus dieser Prämisse übrigens eine tolle Anspielung auf den Wechsel des ursprünglichen Entwicklers zur Konkurrenz lesen – hi, hi! Nunja: Jedenfalls, ein neuer Held muss her. So ein junger, unkorrumpierter Typ mit der nötigen Portion Mut im Bauch, Grips im Kopf und Schmackes im Bizeps. Wie es der Zufall will, findet sich gerade rechtzeitig zu Spielbeginn ein solcher in Arcania ein. Sein Heimatdorf ist zerstört, die Illusion vom friedlichen Leben auf der Farm kaputt und in den rauchenden Ruinen findet er nichts mehr, außer dem Durst nach Rache.

Kein Hin und Her
Gespielt wird zu großen Teilen in einem gänzlich neuen Areal, einer großen Insel. Bekannte Areale werdet ihr praktisch nicht zu sehen bekommen. All das natürlich frei begehbar, Marke „Oblivion“ und ein Paradies für all jene, denen der Sinn nicht nur nach Kampf, sondern auch nach Erkunden steht. Im Vergleich zu früheren Titeln will Spellbound den Spieler aber nicht so viel im gleichen Gebiet hin und her scheuchen. Stattdessen sollen ihn die Quests nach und nach quer über die Insel bewegen, ohne dass er immer wieder in bekannte Gebiete zurück traben muss. Eine gute Idee, auch wenn man Freunde nicht mehr beeindrucken kann, indem man den Weg vom Alten zum Neuen Lager mit verbundenen Augen läuft.

Es gibt nix geschenkt
Darüber hinaus bekommt man die Spielwelt nicht mehr komplett geschenkt. Das Inselchen aus „Arcania“ ist in zehn Abschnitte unterteilt. Den Zugang zu diesen Sektoren müsst ihr euch jeweils erstmal durch das Erledigen von Aufgaben verdienen. Für die Entwickler sicherlich eine praktische Einrichtung. So können sie ihre Geschichte einfacher erzählen, weil sie ein paar feste, lineare Ankerpunkte dafür haben. Auch die Spielbalance lässt sich auf diese Art und Weise einfacher aussteuern. Vor allem aber ist dies wohl auch nötig, da die Welt von „Arcania“ deutlich kleiner ist, als in vorigen Gothic-Teilen. Zusammen mit einem Helden, der auch noch außerordentlich gut zu Fuß ist, rennt man ziemlich schnell von A nach B. So schnell sogar, dass die Entwickler nichtmal darüber nachdenken, irgendwelche Quicktravel-Punkte innerhalb der Sektoren einzubauen. Alle Aufgaben sollen sich per Pedes erledigen lassen. Zwischen den Sektoren wird es aber womöglich eine Verbindung via Teleporter geben. Das letzte Wort ist hier aber scheinbar noch nicht gesprochen.

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