- Loki: Im Bannkreis der Götter
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- Publisher: Crimson Cow
- Entwickler: Cyanide
- Genre: Rollenspiel
- Release: 04.06.2007
Ausrastende Radfahrer
23.05.2007 |
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Autor: Hauke
Der muskulöse Barbar sieht mit seinem überproportionierten Körper zwar gedopt aus, aber im Krieg und in der Liebe sind ja bekanntlich alle Mittel erlaubt. Anders sieht es da im Radsport aus, der wegen diverser Skandale um cheatende Rennfahrer gerade eine Krise durchmacht. Da ist es eigentlich kein Wunder, dass man sich bei den französischen Cyanide Studios von Felgen, Speichen und Rädern entfernt. Dafür geht es in „Loki“ um das zurzeit beliebteste Aufputschmittel der Radler: Blut. Statt Eigenblutgaben zur Erhöhung der Sauerstoffkapazitäten wird allerdings Blut in rauen Mengen vergossen – um den Gegnern ihre Vitalfunktionen zu rauben. Und das alles nur, weil die ägyptische Gottheit Seth wieder zum Leben erweckt wurde und einen erbarmungslosen Rachefeldzug gegen Götter und Menschen startet. Ehrensache, dass ihr ihn stoppen müsst. Im Auftrag der Götter zaubert ihr euch die Finger wund und schwingt blanken Stahl, um einmal mehr die Welt zu retten.
Bitte, wie heißt du?
Tatsächlich trefft ihr die Gottheiten wie Quetzalcoatl höchstpersönlich, um Aufträge entgegenzunehmen. Besonders die aztekischen Namen sorgen für verknotete Zungen und Stimmritzenkrämpfe. Etwas entspannter reagieren die Sprachorgane auf Isis und Ra, Athene und Ares oder Odin und Loki. Tatsächlich treffen vier Regionen, Epochen und Religionen aufeinander, wenn wir durch Zeit und Raum reisen. Neben Südamerika statten wir Griechenland und Ägypten sowie Nordeuropa einen Besuch ab. Dorther kommen auch die Helden, zwischen denen ihr euch entscheiden müsst. Der fellummantelte nordische Barbar verlässt sich auf seine Körperkraft, während der ägyptische Kampfmagier sich seiner Zauber bedient. Auf weiblicher Seite kämpft die griechische Amazone mit Waffen und hinterhältigen Tricks, und die attraktive aztekische Schamanin beschwört die Kräfte der Natur. Ihre Abenteuer beginnen im südamerikanischen Dschungel, und auch die anderen Charaktere haben passende Startgebiete von der Eiswüste bis zum Meer aus Sand. Lange Wege werden im Spielverlauf durch Teleportsteine verkürzt. Damit die Landschaften auf Dauer nicht langweilig werden, sind rund 90 Prozent der Gebiete zufallsgeneriert. Dort tummeln sich circa 100 unterschiedliche Gegnertypen, die zur jeweiligen Region passen. Im kalten Norden müssen wir uns beispielsweise Wölfe und Bären vom Hals halten, im Dschungel wollen Spinnen und Jaguare der Schamanin an die nahezu unbekleidete Haut. Auch die lokalen Endgegner entspringen den passenden Mythologien. So müssen wir den Drachen Fafnir entschuppen und den Minotaurus bei den Hörnern packen. Doch nicht nur Sagengestalten kreuzen unseren Weg. Wenn wir Cortez aus dem Urwald jagen und bei der Erstürmung Trojas zugegen sind, umweht „Loki“ ein sanfter Historienhauch. Haben wir in den Kämpfen und durch erfüllte Aufgaben genügend Erfahrungspunkte ergattert, können wir diese in die Fertigkeitsbäume investieren.
Stelldichein
Allerlei berühmte Sagen- und Mythengestalten haben ihren Auftritt in „Loki", hier der Drache Fafnir, genauer: sein großer kleiner Zeh.
Neben den Standarddisziplinen sollte man die göttlichen Mächte nicht außer Acht lassen.
Jeder der vier Charaktere kann zwischen drei Gottheiten wählen, denen er seine Taten widmen kann. An Altären kann jederzeit der Glaube für die nächste Steigerung gewählt werden, was vielfältige Möglichkeiten zur Charakterentwicklung eröffnet.
Wo geht die Sonne auf?
Zu Gast bei Flashpoint in Hamburg warf Redakteur und Nordlicht aus Leidenschaft Hauke Schweer einen Blick auf „Loki".
Schließlich bietet uns jeder Gott 17 spezielle Fähigkeiten. Entscheiden wir uns für eine atheistische Phase, können wir unsere Generierungspunkte komplett auf die Attribute verteilen, ansonsten teilen sie sich zwischen göttlicher und weltlicher Erfahrung auf. Verskillen wir uns, kann der Talentbaum gegen eine entsprechende Summe teilweise oder auch komplett neu aufgebaut werden. Erst mit dem zweihundertsten Charakterlevel werden wir langsam aber sicher eines der unterschiedlichen Enden zu Gesicht bekommen. Bis dahin werden gut 240 Stunden Spielzeit nötig sein, wenn man sich nicht nur auf die Hauptquesten konzentriert. Auf dem langen Weg zum Finale findet sich ein umfangreiches Waffenarsenal. Sämtliche Gegenstände werden über ein so simples wie überzeugendes Craftingsystem generiert. Waffen bestehen beispielsweise aus mehreren Teilen wie Schaft und Kopf einer Axt oder Heft und Klinge eines Schwertes. Jedes Bauteil hat spezifische Eigenschaften und lässt sich in Schmieden gegen Bares mit anderen Elementen kombinieren. Die fertigen Produkte können zusätzlich mit Materialien wie Diamanten oder Mithril veredelt werden, was ihre Werte erneut verbessert. Dieses System erlaubt gut 100.000 sinnvolle Gegenstandskombinationen. Selbstredend muss da ein gut sortiertes Inventar her. Anstatt genretypisch auf Inventarkästen zu setzen, bekommen wir in „Loki“ Listen geboten. Diese sind in verschiedene Bereiche wie Rüstungen und Waffen unterteilt und sortieren sich automatisch, was stets den optimalen Überblick gewährleistet. Eine Besonderheit stellt der Kiosk dar. Im Gegensatz zu Titeln wie „Titan Quest“ können wir mehrere hundert Gegenstände schleppen. Wollen wir welche loswerden, verfrachten wir sie einfach in den Kiosk, dessen Inventar wir beim nächsten Händler mit einem einzigen Knopfdruck zu Geld machen können.
Kämpfen für Anfänger
Doch nicht nur das Inventar ist kinderleicht zu bedienen. Das gesamte Interface wurde auf Effizienz getrimmt, und zur Steuerung reicht theoretisch eine Maus mit zwei Tasten und Scrollrad aus. Mit wenigen Klicks laufen wir durch die Welt, schwingen das Schwert und schleudern Feuerbälle. Das sieht in der komplett dreidimensionalen Umgebung besonders imposant aus. Im Gegensatz zu „Titan Quest“ können wir die Perspektive frei verändern, was den enormen Detailgrad der Grafik noch unterstreicht. Moderne Techniken wie Shader 3.0-Unterstützung, Normal Mapping und Per-Pixel-Lighting sorgen dafür, dass von der Texturgestaltung über Reflexionen bis zu den Lichteffekten kaum Wünsche offen bleiben. Ähnlich sieht es bei den Soundeffekten aus, bei denen sich besonders die Sprachausgabe hervortut. Sämtliche Dialoge wurden mit professionellen Sprechern vertont, die hörbar Spaß an ihrer Arbeit hatten. Trotzdem soll ein Zwei-Gigahertz-Rechner mit 512 MB Ram und eine GeForce 4 Grafikkarte zum Spielen schon ausreichen. Für Mehrspielermatches wird ein GB RAM erforderlich sein, dafür können sich die Spieler dann entweder kooperativ durch die Kampagne arbeiten, gemeinsam im Challenge-Modus Aufgaben erfüllen oder im PvP-Modus Duelle ausfechten. Kurz vor dem Release hinterlässt „Loki“ einen hervorragenden Eindruck, aber am 4. Juni wird sich endgültig zeigen, ob die Götter uns in ihren Bann ziehen können.



