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  • X Rebirth

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Ohne „Gears of War“ ist es nicht so einfach

03.05.2011 | Autor: André

Einst, da waren sie echte Sternstunden des Computerspiels: riesige, komplexe Weltraumsimulationen, in denen der Spieler mit seinem Raumschiff Handel trieb, Convoys beschützte und Piraten zu Staub zerschoss. Doch Titel wie „Privateer“ und „Elite“ stehen inzwischen nur noch in den Ruhmeshallen der Spieleindustrie, sorgsam ausgeleuchtet in kleinen Glasvitrinen. Zumindest stellen wir uns so die Ruhmeshallen der Spieleindustrie vor. Nach und nach sind sie alle von uns gegangen.

Was blieb, waren das MMOG „Eve Online“ und „X“. Die Weltraumserie aus Deutschland, ehemals noch als „Elite-Klon“ abgestempelt, ist inzwischen der letzte große Serienvertreter für Solo-Piloten. Und selbst da war es sehr ruhig geworden seit „X3: Terren Conflict“. Wie sich nun herausstellt, jedoch nur deshalb, weil Entwickler Egosoft sich die Zeit nehmen konnte, seine Spielreihe von Grund auf neu aufzubauen.

„X Rebirth“ heißt dementsprechend der neue Teil, der Ende dieses Jahres bereits auf den Markt kommen soll. Viel zu sehen gab es bei der Ankündigung noch nicht. Ein paar Sekunden Trailer im Internet, dazu eine etwas ausführlichere Fassung, die letzte Woche auf der Science-Fiction-Messe „FedCon“ allen anwesenden Leias, Wookies und Bobba Fets präsentiert wurde. Wir haben uns genau dort mit Serien-Schöpfer Bernd Lehan getroffen, um ihm alles an Infos zum neuen Teil zu entlocken, was ohne Gewaltanwendung möglich war.

Krawall.de: Du hast uns eingangs gesagt, dass ihr euer Spiel schon lange einmal grundlegend überarbeiten wolltet, weil ihr nur so ein paar grundlegende Probleme in eurer Serie, aber auch im Genre insgesamt in Angriff nehmen konntet. Was für Probleme waren das beispielsweise?

Die „X“-Reihe feierte 1999 ihre erste Geburt. Nun freut sich Serienschöpfer Bernd Lehan auf den „Rebirth“.

Bernd Lehan Ein Beispiel ist auf jeden Fall der Flug durchs All. Das war bisher ja immer so, dass man sich auf einer geraden Linie von Punkt A nach B begab, und dann flog man halt. Da gab es praktisch nichts zu tun, man bewegt sich halt einfach durch die Leere des Raumes. Wir führen nun in „Rebirth“ neue Fortbewegungsmethoden ein, die das ändern. Ich kann das noch nicht im Detail beschreiben, aber es wird praktisch die Möglichkeit geben, sich gemeinsam mit anderen Raumschiffen auf die Reise zu begeben, denen muss man dann zum Beispiel auch mal ausweichen und dergleichen.

Das ist dann ein bisschen wie „GTA“ im Weltraum, also die Reise an sich wird spielerisch interessant.

Krawall.de: Ich kann aber niemanden aus seinem Raumschiff zerren und ihm die Mühle einfach klauen …
Bernd Lehahn Nein, natürlich nicht in dem Sinne von „GTA“. Wir haben außerdem auch eine Menge Dinge im Detail geändert, die dann im großen Ganzen aber ein anderes Bild ergeben.

„GTA“ im Weltraum? Der Flug durchs All soll spielerisch interessanter sein als zuvor.

Beispielsweise wann und wie ich ein Raumschiff bekomme, was ich damit machen kann und so weiter. Bisher war es einfach so: Wir haben die Fans gefragt, was sie haben wollten. Und als Antwort bekamen wir: „Mehr! Mehr! Mehr! Eine neue Rasse! Größere Schiffe! Dieses und jenes!“ So hat sich die Reihe natürlich quantitativ enorm weiterentwickelt, aber die Spielqualität wurde dadurch nicht besser. Deswegen war es wichtig, sich einmal hinzusetzen und alles auf den Prüfstand zu stellen.

Krawall.de: Ganz kurz zu dieser neuen Fortbewegungsart: Man fliegt dann quasi auf einer Art Weltraumstraße mit anderen Raumschiffen?
Bernd Lehahn Details kann ich noch nicht verraten. Ich glaube, im Juni werden wir dazu erstmals etwas zeigen.

Krawall.de: Kann man sein Raumschiff auch verlassen?
Bernd Lehahn: Ja, aber man wird nicht auf Stationen herumlaufen können, sondern eher mit anderen Figuren interagieren. NPCs gibt es in ganz unterschiedlichen Gameplay-Bereichen. Das sind Manager für deine Fabriken, Piloten und so weiter. Anstatt in trockenen Menüs zu wühlen, erledigt man dann vieles über Dialoge mit diesen Figuren. Der Aufbau-Teil wird übrigens viel größer ausfallen als früher. Da wollen wir, dass der Spieler auch den Effekt seines Wirtschaftens miterleben kann, dass also das, was er in seinen Fabriken produziert, auch eine Auswirkung auf die Wirtschaft im Universum hat. Dazu kann ich aber auch noch nicht viel mehr verraten. Neu ist auch, dass wir eine weibliche Co-Pilotin haben, die den Helden begleitet.

Krawall.de: Der Titel verrät es: Das hier ist also einer der zurzeit so beliebten „Reboots“, ein Serien-Neustart, richtig?
Bernd Lehahn: Ja. Es ist nicht „X4“, das muss ich den Leuten immer wieder deutlich sagen.

Krawall.de: Bedeutet das, ihr brecht auch ein Stück weit mit den alten Spielen? Schmeißt ihr Dinge raus, die ihr nicht mehr für zeitgemäß haltet?
Bernd Lehahn: Ja, klar. Aber es ist nicht so, dass wir Features rausschmeißen, weil sie schwieriger zu entwickeln sind. Was wir machen, ist einfach rundherum neuer und „cooler“. Das Spiel hat uns viel, viel mehr Entwicklungsaufwand gekostet als alle vorigen. Bei Weitem.

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