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  • X3: Terran Conflict
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In fernen Welten

01.09.2008 | PC | Autor: Olaf

Ersteindruck:
65 - 74%
Selbst gespielt:
Nein

Sie sind derzeit ganz groß in Mode: Die Stand-Alone-Add-Ons. Sie alle basieren auf älteren Hauptprogrammen, setzen diese allerdings nicht mehr voraus. Der Vorteil gegenüber klassischen Erweiterungspaketen ist klar: Für zumeist wenig Geld können selbst Neulinge in die bekannten Spieleserien hineinschnuppern. Die „X“-Serie wagt nun nach drei Vollversionen und einem Add-On ebenfalls diesen Schritt und schließt im September die beliebte Weltraumsimulationsreihe endgültig ab. Doch eins sei vorweg verraten: Einsteiger werden es in „X3: Terran Conflict“ nicht unbedingt leicht haben. Die Hintergrundgeschichte ist gespickt mit Anspielungen auf die früheren Teile, und die auftauchenden Rassen werden kaum erklärt. Zudem fehlt es dem opulenten Wirtschaftssystem noch immer ein wenig an Zugänglichkeit. Doch sei es drum: Wir haben uns in das Weltraumabenteuer gestürzt und einen ersten, ausführlichen Blick in die unendlichen Weiten von „X3: Terran Conflict“ geworfen.

Immer noch riesig!
„X3: Terran Conflict“ beginnt dort, wo der Vorgänger aufhörte. Euer Spielcharakter hat nach etlichen spannenden Reisen durch fremde Sternensysteme endlich die Erde erreicht. Doch es herrscht noch immer kein Frieden im Weltall: Die Menschen und die außerirdischen Xenon liegen sich in den Haaren. Ihr habt zu Beginn die Wahl zwischen gleich vier unterschiedlichen Hauptgeschichten. Dabei steuert ihr wahlweise einen normalen Erdenbewohner oder einen außerirdischen Argoner. Die für Einsteiger wohl größte Neuerung besteht in der Erzählstruktur. So habt ihr diesmal die Möglichkeit, einem roten Faden zu folgen. Beispiel: Mit dem waghalsigen irdischen Kampfpiloten geraten wir nach wenigen Sekunden in einen Großangriff der Xenons. Überstehen wir die Attacke, ernten wir nicht nur Ruhm und Ehre, sondern erhalten auch direkt einige Folgeaufträge.

Wer diesen linearen Spielablauf allerdings weniger schätzt, der wird in der riesigen Welt von „X3: Terran Conflict“ ausreichend mit Arbeit versorgt.

Fortsetzung für Fans
Bis sich auch Einsteiger im Spiel zurechtfinden, dauert es eine ganze Weile. Zugänglichkeit wird auch in „Terran Conflict“ vermisst.

Wie schon in den früheren Teilen habt ihr die Wahl, ob ihr lieber als reisender Händler oder als Söldner euer Unwesen in den Galaxien treibt. Nehmt ihr eine Quest vom Schlage „Fliegt ins Sternensystem AB und vertreibt die Raumpiraten von dort“ an, wird euch dies im Quest-Log angezeigt. Doch damit nicht genug: Hier findet ihr auch ein ausführliches Briefing und nützliche Zusatzinformationen. Anschließend zeigt euch ein Pfeil den Weg zum Ziel an. Neue Aufträge bekommt ihr entweder automatisch zugewiesen oder indem ihr einfach einen der anderen Piloten anfunkt.

Ein Klick auf dessen Raumschiff genügt, und schon öffnet sich der Komm-Kanal. Über diesen plaudert ihr über aktuelle Gerüchte oder fragt kurzerhand nach dem Weg. Dabei sind die Missionen ähnlich abwechslungsreich wie bei „GTA IV“: Mal müsst ihr lediglich Ware transportieren oder Taxi spielen, dann wieder Kopfgeldjäger-Jobs übernehmen. Die Missionsfülle ist riesig, und so kommt in „X3: Terran Conflict“ nur selten Langeweile auf. Das eigentliche Spielprinzip hinter „X3: Terran Conflict“ hat sich allerdings kaum verändert.

All-Tag
Besitzer der Vorgänger fühlen sich im Spiel sofort heimisch. Die Aufgaben dürften den geübten Weltraumabenteurer lange unterhalten.

Wir bekämpfen geschickt agierende Gegner in flotten Raumschlachten, durchstreifen ferne Galaxien, treiben mit noch viel ferneren Planeten Handel und erweitern – das entsprechende Kleingeld vorausgesetzt – unsere Flotte. Im späteren Verlauf befehligen wir ein ganzes Raumschiffgeschwader, legen Handelsrouten fest oder bauen eigene Fabrikanlagen zur Massenproduktion wertvoller Waren auf. Was sich hier so leicht und locker liest, ist allerdings harte Arbeit und erfordert Zeit und Geduld. Denn die Menüs von „X3: Terran Conflict“ sind weder aufgeräumt noch selbsterklärend. Da werfen selbst erfahrene Raumkapitäne gerne mal einen Blick ins Handbuch. Insbesondere Einsteiger werden – trotz kleinerer Hilfen – lange Zeit benötigen, bis sie sich in dem Dschungel der Möglichkeiten zurecht finden.

Steuert sich anders!
Eine kleine Veränderung hat Egosoft allerdings bei der Steuerung vorgenommen. Natürlich könnt ihr euer Raumschiff auch weiterhin mit Tastatur und Maus oder gar mit dem Joystick spielen. Freunde zackiger Actionspiele hingegen dürfen sich aber auch nur mit der Maus austoben. Durch das Ziehen das Nagers dreht und wendet ihr euer Schiff, mit dem Mausrad justiert ihr die Geschwindigkeit. Dies ist sicherlich eine ganz nette Idee, wird aber garantiert nur von einem kleinen Teil der Spielerschaft angenommen werden. Deutlich nützlicher ist da der Autopilot. Müsst ihr etwa an einer Raumstation andocken, könnt ihr dies von der elektronischen Einparkhilfe erledigen lassen. Einfach das Ziel anklicken und dann auf „Auto-Docken“ klicken. Der Vorgang dauert zwar eine Zeit, aber so erspart ihr euch wenigstens die unschönen Kratzer, solltet ihr beim ersten Ankuppeln scheitern. Ebenfalls praktisch: Auf Tastendruck gleicht ihr eure Geschwindigkeit der eures Ziels an. Auf diese Weise bleibt ihr immer am Ball, ohne ständig auf das Gaspedal drücken zu müssen. Trotzdem: Die Steuerung von „X3: Terran Conflict“ ist alles andere als einfach. Beinahe die komplette Tastatur ist mit Befehlen belegt, hinzu kommen eine komplexe Menüstruktur und allerhand Fachchinesisch. Besonders der Wirtschaftspart wird Neuankömmlinge vor eine große Herausforderung stellen.
Grafisch basiert „X3: Terran Conflict“ übrigens noch immer auf der Reality-Engine. Diese hat zwar inzwischen einige Jahre auf dem Buckel, sorgt aber immer noch für ein ansehnliches Weltraumspektakel. Die riesigen Stationen sind beeindruckend, die Planeten und am Cockpit vorbeifliegender Weltraumstaub durchaus hübsch anzuschauen.