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  • X² - Die Bedrohung
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Bedrohung für Freelancer?

23.10.2003 | PC | Autor: Heiko

Ersteindruck:
75 - 84%
Selbst gespielt:
Nein

Alte Menschen, beispielsweise Krawall.de-Redakteure, werden sich mit Tränen der Rührung in den Augen an „Elite“ erinnern. Bei diesem Megaklassiker reiste man in simpelster Polygonoptik per Raumschiff von Raumstation zu Raumstation, trieb Handel, nahm Aufträge an und wurde nach und nach reich und mächtig. Das Spielprinzip wurde immer mal wieder ausgegraben: Unter anderem „Wing Commander“-Ableger „Privateer“, wesentlich später „Freespace“ und jüngst „Freelancer“ gehören zu den besseren bis sehr guten Genrevertretern.

Prachtgalaxie
Schön ist’s im Weltraum: Zumindest grafisch kann die deutsche Produktion Genreprimus Freelancer ein Schnippchen schlagen.

Auch das deutsche Projekt „X: Beyond the Frontier“ fand seine Fans, was nach den ewigen, immergültigen Gesetzen der Natur bedeutet, dass eine Fortsetzung auf den Markt kommt. Nach diversen Verschiebungen wird es nach aktuellem Stand am 06.02.2004 soweit sein: Dann steht „X²: Die Bedrohung“ beim Softwarehändler eurer Wahl. Ungeduldige Krawaller die wir sind, wollen wir nicht so lange warten und sind die aktuelle Version des potentiellen „Freelancer“-Killers probegeflogen.

Mein großes Weltraumimperium
Teil 2 spielt rund 25 Jahre nach den Geschehnissen des Vorgängers. Der Held des Spiels steckt in ziemlichen Schwierigkeiten, weil er dooferweise beim Versuch ein Raumschiff zu klauen erwischt wurde. Da er aber solch ein toller Pilot ist, bekommt er eine zweite Chance: Er darf für die TerraCorp arbeiten. Nett für Fans: Kyle Brennan, der Held des ersten Teils, sitzt bei dem Konzern im Aufsichtsrat und nimmt den Neuen unter seine Fittiche. Als Frachterpilot beginnt ihr schließlich eurer Karriere. Wie üblich habt ihr bei der Gestaltung derselben ziemlich freie Hand: Im umfangreichen „X²“-Universum warten massenweise Auftraggeber auf euch. Ihr könnt handeln, kämpfen, euch als Pirat verdingen und allerlei andere Aufträge absolvieren. Nach und nach treiben spezielle Missionen die Hintergrundstory weiter. Wer will, kann sich aber jederzeit frei bewegen.

Dabei solltet ihr aber immer daran denken, dass das, was ihr tut, Folgen hat. Greift ihr Schiffe einer bestimmten Alienrasse oder einer menschlichen Fraktion an, macht ihr euch den gesamten Verein zum Feind und werdet an den entsprechenden Örtlichkeiten mit heißen Laserfeuer statt mit warmen Worten empfangen. Notfalls lässt sich aber auch dieses Problem lösen, und zwar mit einer kleinen Finanzspritze eurerseits. Neu gegenüber den Genrestandards ist vor allem die Möglichkeit, euch eine regelrechte Flotte zuzulegen, indem ihr andere Schiffe kapert und bemannt. Doch nicht nur das: Ihr könnt euch auch Stationen und Fabriken zulegen, die fortan für euch arbeiten und für eine Credits-Flut auf eurem Konto sorgen. Das Erforschen der Spielwelt ist auch in „X²“ zentral. Auf einer Karte werden alle bereits besuchten Sektoren angezeigt, der Rest ist Anfangs unbekanntes Neuland und wird erst nach und nach mit Planeten, Sonnen, Stationen, Asteroidenfeldern und jeder Menge Leere dazwischen gefüllt. Rund 80 Sektoren soll „X²“ enthalten. Wer die komplett erforschen will, sollte dafür in etwa so viel Zeit veranschlagen, wie für zehnmal „Max Payne 2“-Durchspielen - zumal die Entwickler von Egosoft an einem Manko des Vorgängers, der dort noch etwas unpersönlichen Spielewelt, gearbeitet haben. Andere Piloten treiben sich auf den Stationen herum, gehen ihren Geschäften nach und sind mal hier, mal dort anzutreffen. In verschiedenen Dialogen wird die Story vorangetrieben, Konkurrenten schnappen euch auch gerne mal Aufträge vor der Nase weg.

Sechs Ballermänner
Allein ist’s doch nur halb so schön: Im Spielverlauf lassen sich zusätzliche Schiffe organisieren und bemannen.

Grafisch zeigt sich „X²: Die Bedrohung“ von seiner überzeugenden Seite. Wie das heutzutage im All so üblich ist, wird man fast überall mit farbenprächtigen Nebeln, prächtigen Sternensystemen und dichten Asteroidenfelder geradezu erschlagen. Leerer Raum mit Sternentupfern ist schwerer zu finden als ein guter Gag in „Sieben Tage, sieben Köpfe“. Auch die Schiffe wurden wesentlich abwechslungsreicher und detailversessener gestaltet. Zumindest auf dem Feld Grafik sollte „Freelancer“ also zu schlagen sein. Wie es in Sachen Spielspaß aussieht, ist noch schwer abzuschätzen. In der aktuellen Version macht „Die Bedrohung“ einen netten, wenn auch nicht überragenden Eindruck. Sollten es aber alle im Moment versprochenen Features ins fertige Spiel schaffen, könnte es durchaus zum Hit reichen.