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  • World of Warcraft: Burning Crusade
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Ohne aber mit viel wenn

26.01.2007 | Autor: Björn

Acht Millionen Abonnenten, Server, die unter der Last der Spielermassen nachgeben, und Szenen beim Verkaufsstart des Add-Ons, die an ein Popkonzert erinnern. Bei all dem Trubel und zwischen all den Medienberichten über das Phänomen „World of Warcraft“ bleibt kaum Zeit, einen Blick auf die Menschen hinter dem Mammutprojekt zu werfen. Genau aus diesem Grund trafen wir uns mit „WoW“-Produzent Frank Pearce in einem Frankfurter Hotel zum Plauderstündchen und stellten ihn vor vierzehn teils absurde, teils alltägliche „Was-wäre-wenn“-Fragestellungen.

Krawall: Wenn du dich in deinen „WoW“-Account einloggen würdest und dich anstelle deines Troll-Schurken eine süße Nachtelfen-Priesterin begrüßen würde, was würdest du tun, und was würde dir durch den Kopf gehen?
Frank Pearce: Nun, welchen Level hätte die Priesterin?

Krawall: Angenommen die gleiche Stufe wie dein Schurke.
Frank Pearce: Dann würde mir nur eins durch den Kopf gehen: Ganken (MMORPG-Slang für Spieler, die anderen Spielern auflauern, um sie im PvP-Kampf zu besiegen, Anm. d. Red.). Priester sind einfach die Hölle! (lacht)

Krawall: Die nächste Frage ist ein Klassiker: Wenn du Präsident der USA wärst, was würdest du tun?
Frank Pearce: Was ich machen würde, wenn ich Präsident wäre? Puh, reden wir jetzt über Politik? Das ist eine schwere Frage. Wo soll man da anfangen? Nun, Computerspiele bekommen sehr viel Beachtung von Seiten der Presse in den USA, denn sie sind eine sehr beliebte Form der medialen Unterhaltung. Viele Politiker verstehen das aber nicht und versuchen diese Entwicklung durch Regularien zu behindern und behandeln Videospiele anders als andere Medienformate. Deshalb würde ich wohl dafür sorgen, dass interaktive Medien genau die gleichen Freiheiten hätten wie die anderen Formen der Medien.
Außerdem denke ich, dass wir eine Menge Steuern zahlen, auch wenn wir einiges dafür bekommen. Aber unsere Regierung gibt das Geld meiner Meinung nach nicht besonders klug aus, da könnte man einiges sparen, dann müssten wir nicht ganz so viel Steuern zahlen. Genügt das an ersten Vorschlägen? (lacht) Ich habe mir ehrlich gesagt noch nie so viele Gedanken darüber gemacht, da ich noch nie das Ansinnen hatte, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika zu werden.

Sinn für Humor
„Priester sind einfach die Hölle" - Blizzard-Produzent Frank Pearce wüsste mit einer Priesterin im Spiel einiges anzufangen.


Krawall: Wenn du dir heute die Statistiken über „World of Warcraft“ anschaust, was geht dir dann durch Kopf? Vor allem, wenn du das Ganze mit der Situation auf dem Computerspielmarkt vor zehn Jahren vergleichst.


Frank Pearce: Nun, unser Ziel war es eigentlich schon immer, hervorragende Spiele zu machen, die eine breit gefächerte Gruppe an Spielern ansprechen. Daher ist es schon sehr aufregend zu beobachten, wie sich „WoW“ zu einem Spiel mit acht Millionen Abonnenten entwickelt hat.
Die finanzielle Seite ist natürlich noch ein sehr angenehmer Nebeneffekt. Aber uns geht es vor allem darum, gute Spiele für unsere Community zu machen, und es ist einfach toll für uns, dass uns das mit „WoW“ gelungen ist.

„WoW" statt Robbie
Bei den Mitternachtsverkäufen versuchten die Fans in vielen Städten (hier Mediamarkt in Stuttgart) eine Ausgabe des Add-Ons zu ergattern.


Krawall: Als wir uns das letzte Mal getroffen haben, war das in Hamburg bei der „Burning Crusade“-Präsentation auf der Reeperbahn, dem wohl berühmtesten Rotlichtviertel in Deutschland. Daher unsere nächste Frage: Wenn du nach einer langen, durchzechten Nacht neben einer rassigen Orkfrau aufwachen würdest, was würde dir durch den Kopf gehen, und wie würdest du es deiner Familie beibringen?
Frank Pearce: (lacht) Oh, da hätte ich vermutlich viel zu viel getrunken, und diese Nachricht meiner Familie und insbesondere meiner Frau zu überbringen, wäre wirklich schwer. Das würde wohl nicht besonders gut ausgehen.

Krawall: Dass es sich um eine Orkfrau handelt, würde die Sache nicht glimpflicher ausgehen lassen?
Frank Pearce: Nein, das würde alles nur viel schlimmer machen. (lacht)

Krawall: Als nächstes die berühmte Inselfrage: Wenn du auf einer einsamen Insel gestrandet wärest, welche drei Dinge hättest du gerne dabei?
Frank Pearce: Mmh, drei Dinge. (seufzt) Ein Dach, Essen und Wasser? (lacht) Nein, das hängt natürlich von der Insel ab. Ein gutes Essen wäre schon schön, ein guter Rotwein auch. Um die Zeit rumzukriegen, wäre eine WLAN-Verbindung nicht schlecht, damit man etwas „WoW“ am Laptop spielen kann, auch wenn der Akku wohl nicht lange halten würde. Natürlich wäre es schön, meine Frau dabei zu haben, aber das würde ich davon abhängig machen, ob man auf dieser Insel ums Überleben kämpfen muss. Wenn das der Fall wäre, würde ich es meiner Frau lieber ersparen und sie in der zivilisierten Welt zurücklassen.

Krawall: Wenn die Insel „Geek Island“ wäre, welche drei Computerspiele würdest du mitnehmen? Die Eingeborenen stellen dir sämtliche Plattformen zur Verfügung.
Frank Pearce: Na, „World of Warcraft“ wäre auf jeden Fall dabei, das spiele ich schließlich selbst so viel, und es macht mir einfach wahnsinnig viel Spaß. Spiele, die nicht von Blizzard sind, habe ich zuletzt gar nicht so viel gespielt, dazu hatte ich kaum Gelegenheit, da wir soviel Zeit in die Entwicklung von „Burning Crusade“ gesteckt haben. Aber es sind schon ein paar tolle Titel in der letzten Zeit erschienen. „Gears of War“ etwa sieht fantastisch aus. Und auf „Warhammer: Online“ freue ich mich auch sehr, ich bin sehr gespannt, wie das als MMOG funktionieren wird.

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