- World of Warcraft
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- Publisher: Vivendi Games
- Entwickler: Blizzard
- Genre: Massively-Multiplayer
- Release: 11.02.2005
Daumendrücken bei Blizzard
17.09.2004 | Autor: André
Ganz klar: Über das Spiel an sich ist vermutlich bereits alles geschrieben worden, was man schreiben kann. Genug Zeit dafür war jedenfalls. Schon seit vier Jahren werkelt Blizzard an „World of Warcraft“. Bei einem weiteren Presseevent am Dienstag dieser Woche konnten wir uns vor dem Start des europäischen Betatests ein Bild vom Stand der Dinge machen. Im malerischen Dreieichenhain tummelte sich ein gutes Dutzend Journalisten in den Überresten einer mittelalterlichen Burg. Damit auch denen nicht langweilig wurde, die das Spiel zum zehnten Mal gezeigt bekamen, hatte Publisher Vivendi für ein kleines Rahmenprogramm gesorgt. So konnte sich der interessierte Laie über mittelalterliches Handwerk informieren, lernte etwas über die Schmiedekunst und durfte einem Schaukampf mit Schwertern beiwohnen.
WarCraft ist seine Welt
Chris Sigaty von Blizzard wurde extra für das Event eingeflogen. Seit neun Jahren arbeitet er bereits bei Blizzard, unter anderem an Warcraft III.
Danach ging es dann ab in die Katakomben, wo Produzent Chris Sigaty die aktuelle Version vorführte. Dabei spielte Chris bereits auf den europäischen Servern von „World of Warcraft“. Die sind im Grunde startklar, einige letzte technische Feinarbeiten an den in Paris stationierten Maschinen stehen jedoch noch aus. In den kommenden Tagen sollen die ersten Betatester ihre Zugangsdaten erhalten.
Idiotensicher
Beim fertigen Spiel werden wir Europäer erst kurz nach den Amerikanern losspielen dürfen. Zwar startet mit „World of Warcraft“ zum ersten Mal ein Massively-Multiplayer-Titel in zwei Ländern gleichzeitig, diese heißen jedoch USA und Korea. Das soll jedoch nicht bedeuten, dass man im Hause Blizzard den europäischen Markt nicht ernst nimmt: „Ganz im Gegenteil“, versichert uns Sigaty, „gerade Deutschland ist uns sehr wichtig. Wir haben bei der Voranmeldung zur europäischen Beta erst wieder gemerkt, wie wichtig dieses Territorium für uns ist. Die Zahl der Anmeldungen ist beinahe zehn Mal so hoch wie prognostiziert“. Enttäuscht haben Blizzard bislang nur die Engländer, die wohl allgemein kein großes Interesse an Onlinespielen wie „World of Warcraft“ zeigen. Nach dem Spielstart will Blizzard mit großem Supportengagement weiter die Fahne für die europäischen Spieler hochhalten - ein eigenes Team für Europa verspricht man uns. Für alle, die des Englischen nicht mächtig sind, sollen sogar deutschsprachige Mitarbeiter eingestellt werden. Überhaupt gibt sich der kalifornische Entwickler alle Mühe, das Spiel einer breiten Masse zugänglich zu machen. „Ein leichter Einstieg war uns ungeheuer wichtig. Von Anfang an haben wir das Spiel so aufgebaut, dass Neulinge nicht im Regen stehen“, erzählt Sigaty.
Die belegt auch der bisherige Eindruck der Krawall-Redaktion. Wer das Spiel startet, wird quasi mit der Nase auf den ersten computergesteuerten Ansprechpartner gestoßen. Der verteilt prompt eine erste, kleine Aufgabe, die zum nächsten Charakter führt. Auf diese Art werden nach und nach alle wichtigen Spielfunktionen erläutert. Das Ganze geschieht in einer so genannten „Newbie-Area“, einem Areal für Frischfleisch. Fortgeschrittene haben hier keinen Zugang mehr, obwohl die harmlosen Monster nur zu sehr zum schnellen Aufleveln einladen. Auch die Charakter-Erstellung verzichtet auf so viele Einstellungen wie nur möglich. Mit nur wenigen Mausklicks ist die Spielfigur erstellt. Ob die gute Zugänglichkeit ausreicht um auch genrefremde Spieler zu motivieren, bleibt abzuwarten. Auch Sigaty ist hier verhalten skeptisch: „Wir hoffen natürlich, dass uns das gelingt. Wir haben da die typische Anekdote, dass sogar die Mutter einer unserer Mitarbeiter mittlerweile World of Warcraft mit Begeisterung spielt. Das Problem ist aber: All die anderen Mütter da draußen haben keinen Sohn, der sie an den PC setzt und an das Spiel heranführt“. Was die Hardware angeht, wird es diesmal anspruchsvoller: Eine CPU mit 1,2 GHz ist die Mindestanforderung. Nach unseren Erfahrungen mit der Beta wird es aber erst ab 2 GHz spaßig. Und obwohl die Grafik nicht mehr zeitgemäß erscheint, fühlt man sich in Azeroth gleich wie zu Hause. Die blizzardischen Grafiker haben es geschafft, den Comic-Look des Spiels so liebevoll umzusetzen, dass einem die niedrig aufgelösten Texturen gar nicht mehr aufstossen. Wenn man in die Menschen-Hauptstadt Stormwind tappt, wo riesige Steinstatuen die Stadtbrücke zieren und ein Soundtrack wie aus einem „Herr der Ringe“-Film den Raum erfüllt, gibt es Fantasy-Feeling pur. Während das Veröffentlichungsdatum immer näher rückt, steigt auch bei Blizzard die Spannung. Selbst Chris Sigaty ist trotz des enormen Erfolgs bisheriger Blizzard-Titel keineswegs gelassen: „Das ist für uns ein neues Genre, und auch noch eines der komplexesten überhaupt. Wir haben beim US-Betatest schon gesehen, was da auf einen zukommen kann.
Auf die Rübe
Vor dem Event zu World of WarCraft haute sich eine kleine Schaukampftruppe auf die Mütze. Anschließend gab es viele Infos zum Mittelalterlichen Kampf.
Es gibt so ein paar Dinge, die treten zum Beispiel nur beim Start eines solchen Spiels auf. Als wir die Beta damals begonnen haben, platzten die Start-Orte aus allen Nähten. Tausende Spieler sind damals gleichzeitig online gegangen. Irgendwann gab es schlicht nicht genügend Gegner für alle. So entstanden Szenen wie aus einem Comic, in denen sich Dutzende auf eine neu in der Welt auftauchende Ratte stürzten. Sowas passiert einfach nur bei der Erstveröffentlichung. Natürlich hatten wir damals auch viel weniger Server online, als wir zum Start haben werden. Nach der langen Zeit sind wir dennoch alle mächtig aufgeregt“. Nicht mehr lange und es schlägt die Stunde der Wahrheit. Bis dahin heißt es: Warten. Wie immer, bei Blizzard.



