- Will Rock
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- Publisher: Ubisoft
- Entwickler: Saber 3D Interactive
- Genre: 3D-Shooter
- Release: 06.06.2003
Will auch cool sein
30.05.2003 |
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Autor: Heiko
Kaum jemand unterstellt dem Gros der Computerspiele-Entwickler einen übertriebenen Hang zu kreativen, neuen Ideen. Aber die Kopie einer Fortsetzung eines Abklatsches, muss das sein? Scheinbar schon, denn „Will Rock“ ist ein Klon von „Serious Sam 2“, dessen Vorgänger stark vom Simpel-Spielprinzip des ultimativen Shooter-Urvaters „Doom“ inspiriert war. Neuerungen? Fehlanzeige! Vielleicht abgesehen von der ziemlich wirren, durch mitteprächtige Comicbildchen eingeführten und im Spielverlauf keinerlei Rolle spielenden Story. Es geht darin um die griechische Götterfamilie, von römischen Feldherren verbannt, von Terroristen einer Befreiungsarmee über Jahrhunderte gesucht. Bis dann ein alter Archäologe, Will Rocks Mentor, auf den Schlüssel zu den Göttern stößt und die bösen Terroristen die Brut befreien. Was vergessen? Ach ja: Natürlich wird dabei die wohlproportionierte und von Will heiß begehrte Tochter des alten Herrn entführt (Prinz befreit Prinzessin).
Abschalten, draufhalten
Will Rocks Abzugsfinger im Dauereinsatz: Dumpfes Ballern ist angesagt. Was vor die Flinte läuft, ist letztlich egal.
Außerdem werden Will durch eine Verschmelzung mit Prometheus noch Superkräfte - also auf das Niveau eine durchschnittlichen Shooter-Helden angehobene Stärke und Zielsicherheit – gezaubert. So weit, so wirr. Spielt aber auch keine Rolle, denn nach dem Intro beginnt die übliche Ballerei.
Mein Metzger, der Leveldesigner
Wie bei „Serious Sam“ geben sich Leveldesign und „Spielprinzip“ grobschlächtig. Das immer gleiche Schema dominiert: Held betritt neuen Ort, Held erledigt Gegner, weitere Gegner werden hergebeamt, Held erledigt weitere Gegner, noch mehr Gegner werden hergebeamt, Held erledigt noch mehr Gegner...alle Gegner tot, Tür geht auf, Held betritt neuen Ort usw. usf. Dazu gibt’s noch gelegentliche Jump’n’Run-Einlagen über verschiedene, gerne auch mal bewegliche Plattformen. Der eine oder andere Schalter muss umgelegt werden, weiterhin gibt’s Indiana Jones-typische Fallen wie aus Wänden schießende Messer und Pfeile. Auch hier setzen die Designer auf Masse statt Klasse. Stößt man beispielsweise auf eine derartige Falle, kann man sicher sein, dass man nicht nur eine, nicht fünf, nicht zehn sondern mehr als 20 der immer gleichen Exemplare überwinden muss – angereichert durch eine steigende Zahl neu auftauchender Gegner.
Oder man gelangt in eine Art Treppenhaus wo plötzlich – shocking! – die Mauer aufbricht und Gegner herausströmen. Nett gemacht im Grunde. Nur: Das Treppenhaus zieht sich dann gerne auch mal über ein Dutzend Stockwerke und jedes Mal brechen neue Gegner durch die Wand. Aber wir wollen nicht so fies sein. Einmal darf Will sich auch als lebendes Geschoss per Katapult über eine hohe Steinmauer schießen. Das macht Spaß. Weniger Spaß macht, dass beinahe jeder Level mit einer Massenschlacht endet. Dabei werden nicht, wie bei „Serious Sam“, ganze Hundertschaften von Gegnern auf den Helden gehetzt. Stattdessen wiederholt sich das Spielchen mit den neu auftauchenden Fieslingen einfach noch einige Male mehr. Das Ergebnis ist leider eher ermüdend als motivierend.
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Max Payne hat es vorgemacht, Will hat es nachgemacht: Die Geschichte wird in mittelmäßigen Comicbildchen erzählt.
Serious Sam lässt grüßen
Grafisch hinterlässt „Will Rock“ einen einigermaßen ordentlichen Eindruck. Die Level sind einerseits recht grobklotzig aufgebaut, anderseits mit teilweise netten Texturen bekleistert. Außer Gegnern und der einen oder anderen Vase herrscht allerdings eine ziemlich Leere. Die diversen, in den Abschnitten verteilten Statuen erwachen zum Leben und greifen an, wenn Will sich ihnen nähert. Macht aber nichts: Die Jungs lassen sich auch schon aus großer Entfernung, bevor sie aufwachen, in tausend Stücke zerschießen. Auch in Sachen Gegner sind die Parallelen zu „Serious Sam“ unübersehbar. Das gilt zum Einen für die schlicht nicht vorhandene KI. Fernkämpfer schießen auf der Stelle stehend auf Will, Nahkämpfer rennen in seine Richtung und greifen ihn an. Differenziertere Handlungsmuster gibt’s nicht. Auch das Design erinnert mehr als einmal an den seriösen Sam. Statt hohl auf den Spieler losrennender Skelettpferde gibt’s diesmal halt hohl auf den Spieler losrennende Skelettkrieger. Zum Masse-statt-Klasse-Konzept gehört auch, dass die allermeisten Gegner eher schwach auf der Brust sind und nach ein bis zwei Treffern der gerade angesagten Wumme den kaum vorhandenen Geist aushauchen. Zu Waffenstandards wie Pistole, Schrotflinte und Maschinengewehr gibt’s auch Nettigkeiten wie ein Säuregewehr, eine Medusa-Wumme, die die Fieslinge versteinert, sowie Flammenpfeile. Soundtechnisch reist „Will Rock“ ebenfalls keine Bäume aus: Gediegene Rocktracks und ordentliche Effekte bestimmen das Klangbild. Will hält im Gegensatz zu den Kollegen Duke und Sam übrigens meistens die Klappe. Schade eigentlich, etwas durchgeknallter Humor hätte „Will Rock“ keinesfalls geschadet. In Sachen Multiplayer-Modus gibt’s ebenfalls kaum Überraschungen. Neben diversen Deathmatch-Modi macht vor allem der Koop-Modus Laune.



