Warhammer 40.000: Space Marine
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- Publisher: THQ
- Entwickler: Relic Entertainment
- Genre: Actionspiel
- Release: 06.09.2011
Töte das Space Marines
07.09.2011 |
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Autor: Nils Ehring
„Bam, Bam, Rumps…ratter…ratter…pflatsch“ tönt es aus den Boxen während der zweibeinige Panzer durch die Ruinenlandschaft stampft, das Feuer eröffnet und seine Gegner in mundgerechte Stücke zerlegt. Jeder Schritt des Riesenkerls bringt den Boden der monumentalen Kulissen leicht ins Wanken. Als alles vorbei ist entsteigt der Held einer Rauchwolke und schreitet über die grünen Leiber seiner Feinde. Nicht die kleinste Emotion zeichnet sich auf dem Gesicht von Marcus Fenix…Moment, das ist gar nicht der Alptraum aller Locusts. Der Kerl führt auch kein Lancer-Gewehr mit angeschraubter Mini-Kettensäge darauf, sondern eine durchschlagkräftige Bolter sowie ein Kettenschwert mit sich. Um es etwas überspitzt auf den Punkt zu bringen: Captain Titus, der Held aus THQs frischem Pferd im „Warhammer 40,000“-Stall namens „Space Marine“, ist eben doch anders als die Lollilutscher des „Gears“-Universums. Wobei die Differenzen zwischen den beiden Weltenrettern optischer sowie spielerischer Natur sind und nicht immer zum Vorteil von Relics neuem „Warhammer“-Werk gereichen.
Hohle Helden in imposanten Rüstungen
Die Unterschiede in Sachen Hintergrundgeschichte liegen auf der Hand. Im Vergleich zum bibeldicken „Warhammer“-Gesamtwerk wirkt Epics Sci-Fi-Gemetzel wie ein „Fix und Foxi“-Heftchen. Die Geschichte von „Space Marine“ ist tief vergraben im facettenreichen und vielschichtigen „40.000“-Universum, das nichts anderes mehr kennt als den Krieg. Das Abenteuer spielt auf dem Schmiede-Planeten Graia, wo Kriegsgerät für die imperiale Armee produziert wird.
Die Ultramarines sind nicht gerade vielschichtige Charaktere, dafür aber zweibeinige Killermaschinen.
Die Orks haben eine Invasion auf den Ort gestartet und wollen sich die Manufakturen samt Titanen (überdimensionale Tötungsmaschinen) unter die blutverschmierten Nägel reißen. Auftritt: Captain Titus und seine Ultramarines, die den Vormarsch der Grünhäute verlangsamen und somit Zeit für einen Gegenschlag herausholen sollen.
Der Weg an dieses Ziel ist voller Wendungen und Begegnungen. Im Laufe der sechs bis achtstündigen Kampagne macht ihr Bekanntschaft mit der Inquisition und trefft euch zu Stelldicheins mit Chaosdämonen, die ebenfalls einen Besitzanspruch auf die Fabrikwelt erheben. „Space Marine“ erzählt seine Geschichte mit einer ordentlichen Portion Pathos und Ehr. Wenn die Ultramarines sich nicht gerade gegenseitig Kodexe um die Ohren hauen, erinnert Titus seine Kameraden an ihre Pflicht oder raunt ein paar Befehle.
Der Einstieg ins Abenteuer ist spektakulär. Ein paar Stunden später flacht das Spielerlebnis ziemlich ab.
Zugegeben: Plappernde Waschweiber waren die stoischen Ultramarines noch nie. Aber etwas mehr Drama beziehungsweise Interaktionen zwischen den Figuren hätten es dann doch sein können. Stattdessen bleiben die Charaktere bis zum Ende der Kampagne hohle Pappkameraden in dicken Rüstungen. Nicht nur, weil sie sich als brave Schoßhündchen erweisen, die jede Order befolgen, sondern auch, weil sie in der Welt von Graia regelrecht untergehen. In diesen Momenten ist „Space Marine“ am besten. Wenn die Helden verloren gehen in monumentalen Panoramashots, die das Ausmaß des Krieges zeigen. Wie Ameisen wirken die Ultramarines, wenn sie beispielsweise durch majestätische Industriekathedralen watschen, mit denen dem Gott der Maschinen gehuldigt wird.
Die Monumentalität von „Space Marine“ beschränkt sich allerdings nicht nur auf ein paar Totalen einer völlig zerstörten Landschaft. Sie blitzt hin und wieder auf in spektakulären Spielsituationen. Da wäre beispielsweise die Sturmlandung, bei der ihr mit dem Jetpack Anflug auf Graia nehmt und unterwegs einfach mal ein ganzes Orkschiff zerstört. Später darf Titus noch einen Rammbock der Grünhäute per Plasmakanone vom Himmel holen. Relic ist allerdings auch darum bemüht, die einfachen Scharmützel, die rund 90 Prozent des Spiels ausmachen, imposant zu gestalten. In „Space Marine“ ist alles auf Feedback ausgelegt. Wenn Titus rennt, wackelt die Erde. Wenn er sich mit Energieaxt, Kettenschwert oder Energiehammer durch Schiffsladungen von Grünhäuten metzelt, platzen Körper wie Plastiktüten voller Blutorangensaft. Gerät Titus richtig in Rage und aktiviert nach ein paar Orkmorden den Wildheitsmodus, fliegen buchstäblich die Funken. Dann umringt ein goldener Schimmer den Ultramarine, der wie ein wildgewordener Racheengel um sich schlägt während seine Energie sich langsam regeneriert.



