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  • WarCraft III: The Frozen Throne

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Bill Roper über das Add-On

09.04.2003 | Autor: André

Nachdem wir schon vor kurzem eine Exkursion unternahmen, um einen Blick auf Ropers Konsolenprojekt „StarCraft: Ghost“ zu werfen, begaben wir uns diesmal in ureigenste PC-Gefilde: „WarCraft III: The Frozen Throne”, dass erste Add-On zum aktuellen Echtzeitstrategiespiel von Blizzard, sowie das für 2004 geplante Onlinerollenspiel „World of Warcraft“ standen auf dem Plan. Doch Bill Roper stand uns nicht nur zu diesen beiden Themen Rede und Antwort: Wir sprachen außerdem über das Verbot von Hotkey-Tools im Battle.Net. Dabei zeigte sich der sonst so presseerfahrene Roper ein wenig überrascht und gab die Frage an PR-Mann Gil Shif weiter. Die übrigen Fragen beantwortet der Meister jedoch höchst persönlich und gewohnt souverän.

Krawall: So, da sind wir wieder. Hi Bill.
Bill Roper: Ja, und in vier Wochen ist E3, dann laufen wir uns schon wieder über den Weg.

Krawall: Ja, selbst in den USA bist du nicht mehr vor uns sicher. Also, los geht’s: Wir haben eben in der Präsentation zu „Frozen Throne“ gesehen, dass mit dem Expansion-Pack sogenannte neutrale Helden eingeführt werden, die der Spieler anheuern kann. Werden diese auch im Singleplayer-Modus eine Rolle spielen?
Bill Roper: Also sie werden nicht Teil der Story sein, aber es ist gut möglich, dass man sie an einigen Stellen anheuern kann. Das wird über ein neues Gebäude erfolgen, die Kantine. Wir bauen das aber vor allem deshalb ein, damit der Spieler nicht völlig davon überrascht wird, wenn er in den Multiplayer-Modus wechselt. Dort entfaltet es dann auch seine volle Wirkung, indem es viel an Flexibilität und Strategie hinzufügt.

Des Meisters neue Kleider
Bill Roper nach unserem Interview. Was es mit dem K-Shirt auf sich hat, dass Bill hier hoch hält, erfahrt ihr in Kürze.

Krawall: Du hast eben die Story angesprochen. Wie wir gesehen haben, wird es zwei Kampagnen geben: Die „Frozen Throne“-Kampagne und noch eine zweite eigens für die Orks. Werden die Geschichten der beiden Kampagnen miteinander verknüpft sein?
Bill Roper: Nein, die unterscheiden sich ganz gehörig. Die Orks kümmert die ganze Sache mit dem „Frozen Throne“ nicht so sehr, die sind viel mehr mit sich selbst beschäftigt und damit, sich in Azeroth zu etablieren. Zurück in ihre Heimat können sie nicht, denn die wurde zerstört – der ganze Planet um genau zu sein, auch wenn sie das nicht wissen. Wir werden also Thrall dabei beobachten können, wie er versucht für sich und sein Volk eine Nische zu finden. Die Aufteilung in zwei Kampagnen passt auch gut zum Ende der Kampagnen von „WarCraft III“, meiner Meinung nach. Die Orc-Kampagne ist übrigens der Ort, an dem wir zeigen, was für Möglichkeiten der neue Editor so alle mit sich bringt.

Krawall: Also gibt es gar keine Überschneidungen zwischen den beiden Kampagnen?
Bill Roper: Ja, abgesehen davon, dass sich die Ereignisse in etwa zur gleichen Zeit zutragen.

Krawall: Und die Orks werden auch nicht mit den neuen Gegnern, den Naga, zusammentreffen?
Bill Roper: Also, ich kann jetzt nicht verraten, wer da wen bekämpft, aber die beiden Kampagnen hängen wirklich nicht zusammen. Die Naga sind mehr oder weniger konzentriert in der „Frozen Throne“-Kampagne. Nachdem die brennende Legion in „WarCraft III“ ja so ziemlich geschlagen wurde, brauchten wir eine neue Gruppe an Finsterlingen und das sind die Naga. Ansonsten sage ich nur: Man weiß nie, wer noch so auftaucht.

Krawall: Und genau wie die Legion werden die Naga wohl nicht spielbar sein?
Bill Roper: Ganz recht. Es gibt zwar Naga-Bauwerke, aber die sollten nur der Kultur der Naga ein wenig mehr Farbe verleihen. Wir haben mit der Erweiterung sowieso schon eine Menge Arbeit durch die Einführung der ganzen neuen Helden. Eine komplette, neue, spielbare Rasse dazu zu packen, wäre schier unmöglich.

Krawall: Wie steht es mit den Schiffen, die wir gesehen haben?
Bill Roper: Klar, man kann Karten bauen, in denen die See-Einheiten vorkommen. Dazu muss aber ein entsprechender Goblin-Shop auf der Karte platziert werden. Das Gebäude kann der Spieler nämlich nicht bauen. Trotzdem sind diese Einheiten bei weitem kein so integraler Bestandteil der einzelnen Rassen wie sie es in „WarCraft 2" waren. Aber natürlich können Spieler Karten erstellen, die entsprechend viel Wasser aufweisen und in denen die Schiffe eine wichtige Rolle spielen.

Krawall: In „Frozen Throne" sind die Orks ein wenig an den Rand des Interesses gerückt, könnte man meinen. In der Hauptkamapgne spielen sie keine Rolle. Warum?
Bill Roper: Na, also ich denke nicht, dass man das so sagen kann. Die Orks haben immerhin ihre eigene Kampagne bekommen. Was wollt ihr mehr? Sie sind kein Teil der „Frozen Throne“-Kamapgne und Arthas ist so ein herrischer Typ, wisst ihr, der wollte das ganze Cover für sich allein haben. Hätten wir das nicht gemacht, wäre er am Ende wirklich ungemütlich geworden. Auch sein Agent war da ziemlich stur. *lacht* Und...wo war ich...ach ja, die Ork-Kampagne...

Krawall: Wie groß ist die eigentlich, verglichen mit den anderen?
Bill Roper: In etwa so lang wie die Teile für die übrigen Rassen, also so zehn oder zwölf Level.

Krawall: Hat sie eigene Cutscenes?
Bill Roper: Ja. Das einzige, was der Ork-Kampagne fehlt sind die gerenderten Sequenzen von unserem Cinematic-Department. Das liegt daran, dass wir mit der Ork-Kampagne zeigen wollten, was mit dem neuen Editor möglich ist, der „Frozen Throne“ beiligen wird. Wir wollten da alle neuen Features benutzen und dabei den Leuten sagen können: Schaut her, diese Kampagne könnt ihr auch machen – vorausgesetzt ihr seid mit ein paar guten Synchronsprechern befreundet. Naja, und es wäre auch nicht schlecht jemanden zu kennen, der ordentliche Musik schreiben kann. Aber prinzipiell machen wir da nichts, dass die Spieler nicht auch machen könnten.

Krawall: Die Ork-Kampagne ist also so eine Art Vorzeigestück für das, was der Editor leisten kann?
Bill Roper: Ja, sie fungiert tatsächlich auch als eine Referenz. Sie zeigt den Spielern all die coolen, neuen Sachen, die der Editor jetzt zulässt.

Krawall: Welche sind das?
Bill Roper: Also die größte Neuerung ist auf jeden Fall das Verknüpfen von Karten. Du kannst Dinge auf einer der Karten geschehen lassen und sie beeinflussen direkt, was auf einer Anderen vor sich geht. Das gibt dir so viele Möglichkeiten: Zum Beispiel kann es die Heldentruppe zu einem bestimmten Punkt verschlagen, an dem sie nicht weiter kommt. Sie muss dann erst in einer anderen Gegend eine Aufgabe lösen und wenn ihr das gelingt, dann öffnet sich zum Beispiel das magisch verschlossene Tor. Das ist echt eine tolle Sache, denn wenn du eine Karte erstellst, ist die Geschichte, die du erzählst, nicht mehr zwangsweise so linear aufgebaut. Und für den Spieler fühlt es sich so an, als würde er sich ständig kleine, neue Fortschritte verdienen. Es spielt sich ganz anders.

Krawall: Zum Schluß nochmal ein paar Worte zu einem anderen Thema. Ihr habt im Battle.Net nun de facto ein Verbot für Tools eingeführt, die zur Neubelegung der Hotkeys benutzt werden. Wir wüßten gerne, warum?
Bill Roper: Nun, wir haben in der Vergangenheit schon eine Menge Leute sperren müssen. Aber wir haben keinen davon gesperrt, weil er seine Hotkeys neu belegt hat. Im Battle.Net wird und wurde immer probiert zu cheaten. Wir wissen natürlich, dass nicht jedes Third-Party Programm dazu geschrieben wurde um dem Spiel zu schaden, aber sie sind nunmal ein Verstoß gegen die EULA. Und es ist, tja, ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll...

Krawall: Naja, was wir wissen wollen ist ja in erster Linie, warum Blizzard ein Problem hat mit Programmen, die die Hotkeys neu belegen.
Bill Roper: Ok…also, lass mich das mal in zwei Teilen beantworten. Erstmal: Wir haben das im Spiel bewußt nicht konfigurierbar gemacht, weil wir den Leuten klar zeigen wollten, was welcher Hotkey tut. Das haben wir gemacht, um es möglichst simpel zu halten. Das beantwortet jetzt natürlich nicht eure Frage – nur mal als Erklärung, warum wir das überhaupt so angelegt haben. Was nun die jüngsten Sperrungen anbelangt...da muss ich euch sagen, dass ihr mich mit der Frage jetzt ein bißchen überrumpelt habt. Ich denke, da weiß Gil vielleicht auch mehr drüber, er hat - glaube ich - erst kürzlich mit dem ganzen Team über das Thema gesprochen, richtig?
Gil Shif Ja, wir haben neulich das Thema der jüngsten Sperrungen diskutiert. Nun, wir haben die Leute nicht unbedingt gleich alle gesperrt – so war’s nun auch nicht. Es ist nunmal so, dass wir eine deutliche Politik gegen Cheater fahren. Die allermeisten, die gesperrt wurden, haben wir beim Cheaten erwischt.

Krawall: Dennoch ist es aber jetzt doch nicht mehr möglich Programme zum konfigurieren der Hotkeys guten Gewissens einzusetzen, oder?
Gil Shif: Ich denke, ich habe gesehen, dass eine der Websites die diese Tools angeboten hat, sie jetzt nicht mehr im Angebot hat, aber es ist nicht so, dass wir die Funktionalität dieser Programme unterbunden hätten. Sie funktionieren nach wie vor und die User können sie nutzen. Wir lassen sie nur Wissen, dass sie ein gewisses Risiko eingehen, wenn sie solche Programme runterladen und einsetzen.

Master Panda
Hier seht ihr einen der neuen Helden in Aktion: Die Rasse der Pandaren war ursprünglich als Aprilscherz kreiert worden.

Krawall: Was eine diplomatische Art ist zu sagen: „Wenn ihr diese Tools nutzt, werdet ihr womöglich gesperrt“
Gil Shif: Das ist die Essenz des Ganzen, ja.
Bill Roper: Aber nur zum Teil. Es gibt wirkich eine Menge von Programmen da draußen, die dir einen unfairen Vorteil verschaffen.

Krawall: Ok, das wären dann wieder die Cheat-Tools. Dass die verboten werden, dagegen hat sicher keiner was. Habt ihr denn mal darüber nachgedacht, konfigurierbare Hotkeys nachzuliefern, per Patch zum Beispiel? Oder mit „Frozen Throne“, um zum Schluß doch noch auf unser Thema zurück zu kommen?
Bill Roper Das kann durchaus sein. Um das nochmal zu betonen: Wir hatten gute Gründe, warum wir diese Möglichkeit bisher nicht anbieten – es ist ja nicht so, dass wir das nicht implementieren könnten. Wir wollten damit auch ein gewisses Maß an Kohärenz zwischen den Spieloberflächen herstellen. Das wir das bisher so gemacht haben, heißt aber ganz sicher nicht, dass wir das in Zukunft nicht mehr ändern werden. Insbesondere, wenn wir nun von vielen unserer Fans hören, dass sie sich ein solches Feature wünschen, dann sind wir bestimmt die Letzten, die da nicht zuhören würden.

Krawall: Das wird sicher so Manchen freuen zu hören. Vielen Dank für das Interview Bill.
Bill Roper: Keine Ursache.