- Vivisector: Beast Within
-
- Publisher: Frogster Interactive
- Entwickler: Action Forms
- Genre: 3D-Shooter
- Release: 08.12.2005
Beasti Boys
16.12.2005 |
|
Autor: Redaktion
Schon vor einem Jahr landete eine Preview von „Vivisector" im Redaktionslaufwerk. Seitdem heißt Pointsoft nicht mehr Pointsoft, sondern Frogster und „Vivisector: Beast Inside“ nicht mehr „Vivisector: Beast Inside“, sondern „Vivisector: Beast Within“. Spannend? Dann kennt ihr die Story noch nicht. Und die ist stark an H.G. Wells’ „Insel des Dr. Moreau“ angelehnt. Auf der paradiesischen Insel Soreo irgendwo im Nirgendwo experimentiert nicht Dr. Moreau, sondern Dr. Morhead mit Mensch und Tier. Bei seinen Züchtungen tierisch-menschlicher Hybride aber schaut sich der Mann die Radieschen mittlerweile von unten an. So treiben diese Viecher dort nun herrenlos ihr Unwesen und laufen zur Höchstform auf, als eine Truppe Navy Seals Jahre später der beschaulichen Insel einen Besuch abstattet. Nicht, um die Auswüchse der Experimente zu neutralisieren, sondern um zunächst bewaffneten Aufständischen das Lebenslicht auszuknipsen. Als es aber von der Truppe der Navy Seals selbst kein Lebenszeichen mehr gibt, greifen Kurt Robinson und Anhang ins Geschehen ein.
Rohrkrepierer
Zugegeben: Einige Shockmomente hat das Spiel. Für einen echten Gruselshooter fehlt es aber an Atmosphäre.
Im Osten immer noch nix Neues
Den Anhang kann man aber schnell wieder streichen, schon in der ersten Mission machen die Kollegen eine unliebsame Begegnung mit den humanoiden Robotern. Fortan schlendert der Spieler allein durch die nicht wirklich dicht bewachsene Vegetation. Selbst wenn: Das Buschmesser hat Robinson ja immer dabei. Darüber hinaus stehen ihm eine Pistole und die allseits beliebte M16 zur Verfügung. Vor allem die Leoparden mit messerscharfen Rasierklingen rücken einem zu Beginn immer wieder auf den Pelz und auch die Wölfe mit Waffenarm und stählerner Gasmaske müssen ordentlich Blei fressen. Die sind aber alles andere als intelligent, stattdessen versucht man mit Masse statt Klasse, den Spieler ins Schwitzen zu bringen. Anschließend entbehren die Kreaturen neue Waffen oder Munition, wodurch das Schießeisen-Arsenal etwa um Shotgun oder gar ein Scharfschützengewehr erweitert werden kann. Sonst gestaltet sich „Vivisector“ nicht wirklich spannend und die Bezeichnung „Grusel-Shooter" ist beinahe schon eine Beleidigung für „Doom 3" und Co.
Zwar pocht das Herz schon mal ein bisschen schneller, wenn ein Wolf plötzlich durch einen Zaun gesprungen kommt. Insgesamt sind diese Überraschungsmomente aber viel zu vorhersehbar und stark geskriptet. Man latscht ständig nur von Punkt A nach Punkt B und aktiviert Plattformen und damit das nächste Ziel.
Fell über die Ohren ziehen
Mit der realistischen Darstellung von Fellen rühmen sich die Entwickler schon seit Jahren. Inzwischen ist es nichts Neues mehr.
Diese Punkte sind mit ihrem grünen, meterhohen Lichtstrahl auch kaum zu übersehen und zusätzlich in der Karte verzeichnet. Zwischendrin hüpfen dann ein paar Kreaturen von Dr. Morhead aus der Versenkung und weiter geht’s zur nächsten Plattform. Da können auch die Rollenspiel-Elemente wenig helfen, die u.a. mit der Erkundung der Umgebung oder besonders schnellem Töten von Gegnerhorden verknüpft sind. Dafür gibt es einige Erfahrungspunkte, die wiederum dem Charakter von Robinson zugute kommen.
Ein bisschen Gore muss sein
Mit einer brillanten optischen Umsetzung hat schon manch ein Ego-Shooter vieles rausreißen können, aber auch an der technischen Seite arbeiteten die Entwickler scheinbar auf Sparflamme. Sporadische Vegetation, mieser Texturbrei und eine öde Umgebung tragen nicht gerade zum Spielspaß bei. Der könnte sich bei potenziellen Massenmördern aber einstellen, sobald die ersten Kreaturen nur noch auf den Knochen durch die Gegend robben. Dank netten Gore-Effekten lässt sich so fein säuberlich Fleisch von Knochen trennen. Diese Animationen, die nicht ganz an „Soldier of Fortune“ heranreichen, bescherten Frogster Interactive hierzulande beinahe eine Indizierung. Die USK verweigerte kurz vor dem geplanten Release eine Einstufung, so dass „Vivisector“ zum Abschuss durch die BPjM freigegeben wäre. Mittlerweile hat man das Spiel für Deutschland stark angepasst, so dass es zwar „Keine Jugendfreigabe“ erhalten hat, dafür aber zumindest nicht indiziert ist. Wer von „Half-Life 2“, „Far Cry“ und Konsorten verwöhnt ist, macht alles in allem besser einen Bogen um „Vivisector“. Dafür ist die Technik schon viel zu antiquiert und hätte vielleicht noch 2002 einen guten Eindruck hinterlassen. Und auch der Spielspaß schwächelt bei einer Skala von 1 bis 10 irgendwo bei -3842. Beim angepeilten Vollpreis kann man den Ego-Shooter nicht mal preisbewussten Spielern empfehlen, so dass der Titel höchstens für Hardcore-Fans und extrem Baller-Süchtige einen Blick wert ist.



