The Matrix Online
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- Publisher: Warner Bros. Interactive
- Entwickler: Monolith
- Genre: Massively-Multiplayer
- Release: 15.04.2005
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Gibt es da auch was von Ratiopharm?
01.03.2005 |
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Autor: Heiko
Stellen wir uns mal kurz vor, wir hätte die rote Pille genommen, damals, als uns diese seltsamen Typen mitten in der Nacht geweckt und vor die alles entscheidende Frage gestellt haben. Dann wären wir jetzt nicht mehr in der Matrix sondern in der Wirklichkeit. Zugegeben: Ein gruseliger Gedanke, denn in der Matrix gibt es einiges zu entdecken. Zumindest in „The Matrix Online“, dem MMORP-Projekt zu dem Kultfilm und seinen zwei missglückten Fortsetzungen. Mit „Enter the Matrix“ hat „The Matrix Online“ – zum Glück – nichts zu tun. Entwickelt wird das MMORPG von Monolith. Nicht gerade die Genreexperten, aber ganz vorne mit dabei, wenn es coole und durchgestylte Welten zu erschaffen gilt. Wie nicht anders zu erwarten war, protzt auch „The Matrix Online“ mit der Tatsache, dass mit den Wachowsky-Brüder die wahrscheinlich reichsten Nerds seit Bill Gates an dem Projekt beteiligt sind. Ob das nach den Filmen zwei und drei und nach „Enter the Matrix“ noch als Qualitätssiegel gelten kann, sei dahin gestellt. Jedenfalls ist so garantiert, dass „Matrix Online“ den Look und die Atmosphäre der Matrix-Welt einfängt.
Was ist die Matrix?
Die Geschehnisse beginnen genau dort, wo der dritte Kinofilm endet: Menschen und Maschinen haben sich mehr oder weniger arrangiert, der große Krieg ist nicht ausgebrochen. Doch es schwelt unter der Oberfläche und verschiedene Fraktionen wollen die Macht an sich reißen. Im Wesentlichen ringen drei Gruppen um die Vorherrschaft: Die Ex-Rebellen aus Zion planen, die Macht der Maschinen zu untergraben und mehr und mehr Menschen aus der Matrix zu befreien. Die Maschinen wiederum setzen alles daran, genau dies zu verhindern, um möglichst viel von Ihrer Macht zu erhalten – Status Quo ist ihr Lieblingswort. Dazwischen lavieren die Merovinger. Geplant ist, mit „The Matrix Online“ viele Fragen zu klären, die die Filme unbeantwortet gelassen haben. Dazu eignet sich ein MMORG perfekt: Die Entwickler wollen das Spiel nach dem Release ständig mit neuen Events, Missionen und Storys ausbauen. Natürlich müsst ihr euch zunächst einmal einen Helden zusammenbasteln. Dabei stehen zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung – nur die obligatorische Sonnenbrille nicht vergessen. Verschiedene Charakterklassen wie Soldat, Hacker und Spione gibt es.
Schöner steuern
Am Interface sollte Monolith noch etwas feilen: World of Warcraft zeigt, wie es schöner geht.
Als Soldat seid ihr auf Kampf, Ausweichmanöver und andere physische Aktionen spezialisiert. Beispielsweise könnt ihr in den Kampfkünsten Aikido, Karate und Kung Fu immer besser werden, aber auch mit verschiedensten Feuerwaffen herumballern. In späteren Ausbaustufen weicht ihr – wie Neo in seinen besten Tagen - Kugeln aus und springt über gigantische Straßenschluchten. Hacker können grob das, was in Fantasy-Rollenspielen die Magier veranstalten. Nur dass ihr in „The Matrix Online“ eben die Matrix verändert, statt euren Zauberstab zu schwingen. Mit verschiedenen Arten von Viren, beispielsweise „Puffer Überlauf“, richtet ihr Schaden beim Gegner an, während ihr Upgrades benutzt, um euch oder euren Kollegen Vorteile zu verschaffen.
Spione wiederum tarnen sich perfekt, knacken im Handumdrehen Türen und zapfen Datenknoten nach Informationen an. Thema Outfit: Die Klamotten sind im gewohnt coolen Matrix-Stil gehalten. Aber keine Sorge, es gibt nicht nur schwarze Ledermäntel. Für Abwechslung ist durchaus gesorgt.
Es ist alles in deinem Kopf
Genretypisch stehen bei „Matrix Online“ vor allem gemeinsame Abenteuer mit menschlichen Mitstreitern auf dem Tagesplan. Alleine die Tatsache, dass dies nicht wie bei den allermeisten Genrevertretern in einer grasgrünen Fantasy-Welt, sondern in den grauen Straßenschluchten der Matrix geschieht, dürfte ein echter Pluspunkt für das Spiel werden. Ihr tummelt euch nicht in dunklen Dungeons, sondern in U-Bahn-Schächten, feiert im Nachtclub statt die örtliche Schenke zu besuchen, erklimmt Wolkenkratzer anstelle von Bergen und bekämpft als Agenten getarnte Programme statt Orks.
Fight Club
Besonderes Augenmerk der Entwickler liegt auf den Kämpfen: Unzählige Kampfstille, mächtige Finishingmoves, Zeitlupe.
Die Welt möglichst authentisch zu gestalten war einer der wichtigsten Ansätze der Entwickler. Wie sehr das gelingt, ist noch offen: Besonders schwierig dürfte es werden, die Illusion einer wirklich belebten Stadt zu erzeugen. Denn in so einem Ballungsraum sollten sich nicht nur ein paar Tausend Mitstreiter tummeln, sondern eben auch jede Menge KI-Passanten, Autos, U-Bahnen, schwarze Katzen und alles, was sonst noch dazu gehört – da schwitzt jeder Server. Ihr erinnert euch vielleicht, wie einfach es für Neo und Co in „Matrix“ war, neue Fähigkeiten, beispielsweise als Hubschrauberpilot zu lernen. Das funktioniert in „The Matrix Online“ ähnlich: Ihr ladet neue Eigenschaften für euren Helden einfach runter, natürlich gegen Cash oder nachdem ihr eine Quest absolviert habt. Besonderes Feature: Mit diesen „Ability Codes“ dürft Handel treiben, sie beispielsweise gegen andere Fähigkeiten oder gegen Informationen tauschen. „Matrix“-spezifisch sind auch die „Code Fragments“, über die ihr gelegentlich stolpert. Baut ihr diese Code-Teile zusammen, entstehen besonders mächtige Gegenstände. Besonders interessant dürften die Kämpfe werden – schließlich bilden Sie auch in den Filmen einen Schwerpunkt. Diverse Feuerwaffen verschiedenster Kaliber stehen euch zur Verfügung. Und natürlich könnt ihr euch auch auf das beliebte Schwerelos-Kung-Fu von Neo und Kollegen spezialisieren. Nach und nach lernt ihr neue Manöver: Von der verheerenden Frontalattacke bis zu Stealth-Angriffen reicht die Auswahl. Ehrensache, dass die Bullet-Time-getaufte Zeitlupe, die inzwischen von so ziemlich jedem Actionspiel geklaut wird, mit „The Matrix online“ an den Ort ihres Ursprungs zurückkehrt und euch im Kampf Vorteile verschafft. Die Präsentation macht einen soliden, wenn auch nicht überragenden Eindruck. Der düstere Look der Filme kommt jedenfalls gut rüber, ein richtiger Grafik-Knaller wird „The Matrix Online“ aber nicht. Ob das mehrmals verschobene Projekt über die Wertung „Interessant für Fans“ rauskommt, bleibt abzuwarten. Die Spielwelt gibt euch viele Möglichkeiten, das Szenario ist ziemlich cool und sehr stimmig, die Kämpfe machen Laune. Wenn die Entwickler keine groben Fehler machen, spannende Quests erfinden und das Feintuning der zahlreichen Fähigkeiten hinbekommen, dann wird was draus. Wenn nicht, dann nicht. Es gibt ja noch „World of Warcraft“.




