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Grenzloser Fahrspaß

15.09.2006 | Xbox 360 | Autor: Heiko

Und das lohnt sich richtig: Wer die 80.000-Dollar-Karre unbeschadet ans Ziel bringt, kassiert auch die volle Summe – deutlich mehr, als man in Rennen als Sieger mit nach Hause nimmt. Da es für diese Einsätze kein Zeitlimit gibt, könnt ihr die Sache ruhig angehen, um den teuren Lack nicht zu zerkratzen. Denn jeder kleine Schaden kostet.

Test Drive Unlimited lässt es sich nicht nehmen, eine aufwendige Cocpit-Ansicht zu integrieren.

Ähnlich, allerdings mit Zeitlimit, laufen die Anhalter-Missionen ab: Männliche Test Driver dürfen diverse, eher knapp bekleidete Veronicas, Claudias und so weiter mitnehmen. Die unterscheiden sich in zwei Punkten vom typischen Anhalter auf deutschen Landstraßen: Sie haben es saueilig, an ihr Ziel zu kommen, und sie lassen ordentlich Kohle springen, wenn sie das Ziel im vorgegebenen Zeitrahmen ohne größere Blessuren erreichen. Auch hier gilt die Devise: Nur keine Crashs, sonst sinkt das Honorar deutlich.

Der Lack darf nicht ab
Hauptspielziel von „Test Drive Unlimited“ ist das Anhäufen von Reichtümern: Wenn der Geldbeutel dick genug ist, könnt ihr aus rund 120 Fahrzeugen verschiedenster Luxusschmieden wie Mercedes, Ferrari, Jaguar, Lamborghini, Ducati und Aston Martin wählen. Neben Autos warten zusätzlich noch diverse Motorräder auf euch – für Abwechslung ist also gesorgt. Die Fahrzeuge verfügen allesamt über Originallizenzen, stimmen in den wichtigsten Eckdaten also mit den Blech-Vorbildern überein. Allerdings ist „Test Drive Unlimited“ keine ernsthafte Simulation: Die Karossen steuern sich zwar unterschiedlich, aber trotzdem allesamt recht actionlastig.

Ein Schadensmodell gibt es auch nicht – kein Kratzer, keine Beule und schon gar nichts Schlimmeres darf die spiegelnde Lack-Oberfläche verunstalten. Optisch machen die Flitzer mit auf Hochglanz poliertem Lack eine tolle Figur. Überhaupt kann „Test Drive Unlimited“ auch grafisch punkten. Pluspunkte gibt’s vor allem für die detailreiche Umgebung der Insel: Die rund 1600 Kilometer Straße, die auf euch warten, führen durch dicht bebaute Großstädte, urwaldartigen Dschungel oder vorbei an weißen Stränden und jeder Menge malerischer Landschaften. Gerade in HD ist „Test Drive Unlimited“ ein wirklicher Augenschmaus.

Da stören gelegentliche Pop-Ups in der Ferne nur selten. Je nach Verbindungsqualität müsst ihr euch in Mehrspieler-Rennen außerdem dran gewöhnen, dass eure Gegner immer mal wieder ruckartig die Position wechseln. Bei der musikalischen Untermalung setzen die Entwickler auf die inzwischen übliche Masche. Euch stehen verschiedene Radio-Sender zur Auswahl – Pop, Rock, Jazz, Klassik, was ihr wollt. Allerdings müsst ihr dabei weitgehend auf bekannte Interpreten verzichten.

Was dem Spiel klar fehlt, ist ein Schadensmodell.


Nur der Klassiksender dudelt die bekanntesten Gassenhauer runter. Kein Schaden, denn wie wir feststellen durften, eignen sich pathetische Klänge von Wagner nicht nur für Helikopter-Attacken auf vietnamesische Dörfer, sondern auch, um Rennspielgegner in Grund und Boden zu fahren. Ansonsten bekommt ihr vor allem solide gemachte Motorensounds zu hören.

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