Test Drive Unlimited
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- Publisher: Atari
- Entwickler: Eden Games
- Genre: Rennspiel
- Release: 06.09.2006
Wo die Freiheit grenzenlos scheint
28.03.2007 |
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Autor: Jan-Hendrik
Seien wir mal ehrlich: Trotz des wärmsten Winters aller Zeiten ist Deutschland nicht gerade ein Paradies für Sonnenanbeter und Cabrio-Fetischisten. Was also tun? Ab in die Sonne natürlich. Und dann im schmucken Flitzer ein paar leicht bekleidete Damen anbaggern. Das hebt die Stimmung. Nur die Sache hat einen Haken: Ohne das entsprechende Kleingeld geht da nix. Bis jetzt jedenfalls. Denn in „Test Drive Unlimited“ entführt euch Eden Games auf die hawaiianische Insel Oahu. Und da gibt es nicht nur Sonne, Sand und Meer, sondern auch jede Menge schnelle Autos und gut gebräunte Strandschönheiten. Am Flughafen nur noch schnell den zukünftigen Charakter aus der Reihe wartender Passagiere ausgewählt, und ab geht’s ins Urlaubsparadies.
Nach der Landung geht es gleich ab zur Auto-Vermietung. Schließlich muss man vom Flughafen ja irgendwie zum nächsten Makler kommen. Denn der wartet schon sehnlichst darauf, euch die erste eigene Insel-Hütte zu verscherbeln. Klingt nicht nach einem gewöhnlichen Rennspiel? Ist es auch nicht. Bereits die ersten Spielminuten machen deutlich klar, dass es in „Test Drive Unlimited“ um viel mehr geht als pure Pferdestärken und Wettfahrten auf eng abgesteckten Asphaltbahnen. So könnt ihr zum Beispiel nicht nur euer Auto aufmotzen, sondern euch auch selber in diversen Geschäften mit Klamotten und teuren Accessoires eindecken. Ob ihr damit bessere Chancen bei den zahlreichen Models habt, die am Straßenrand auf eine Mitfahrgelegenheit warten, sei mal dahingestellt. Deren Telefonnummern sackt ihr aber in jedem Fall ein.
Wo bitte geht’s hier zur nächsten Mission?
Da die Proll-Tour im schnöden Mietwagen aber nur halb so viel Spaß macht, geht es schnell zum Autohändler. Schließlich warten 125 lizenzierte Rennschlitten darauf, von euch über die frei befahrbare Insel gesteuert zu werden. Wer sich bei dieser Vielfalt nicht gleich entscheiden kann, darf die Schmuckstücke der 28 Hersteller sogar zu einer Probefahrt ausführen. Das gilt natürlich auch für euren ersten eigenen Flitzer. Da das Budget allerdings nach Hauskauf und Mietwagen-Gebühr ziemlich belastet ist, reicht es vorerst nur für Alfa, Audi, Chevrolet oder Saturn. Doch auch die Mittelklasse-Schleudern gehen ganz gut ab, womit dem ersten Rennen nichts mehr im Weg steht. Ist das erst mal gewonnen, steht euch völlig frei, was ihr in eurem Insel-Urlaub anstellen wollt.
Zu tun gibt es in jedem Fall genug. Denn ob ihr nun bei einem der 120 Rennen an den Start geht, einfach einen entgegenkommenden Fahrer herausfordert oder euch mit einer der 100 Missionen euren Lebensunterhalt verdient – per interaktiver Landkarte findet ihr stets neue Aufgaben. Darunter neben den klassischen Zeitrennen und Duellen mit KI-Piloten auch exotische Aufgaben wie Radarfallen-Rekorde knacken oder Pakete ausliefern. Besonders lukrativ ist es aber, teure Edelkarossen wie den Ferrari Enzo oder die Shelby Cobra vom Auftraggeber aus in die Werkstatt oder zurück zur Autovermietung zu bringen. Doch um an die komplette üppige Entlohnung zu gelangen, muss das gute Stück ohne Beulen am oft weit entfernten Bestimmungsort ankommen.
Fahranfänger
Das Fahrverhalten ist eine Mischung aus Arcade und Simulation, bisweilen sind die Boliden jedoch schwer zu handhaben.
Besitzer eines Force-Feedback-Lenkrades sind hier klar im Vorteil. Denn das macht nicht nur die Fahrt im wunderbaren 3D-Cockpit zu einem besonderen Erlebnis, sondern vermittelt auch das deutlich beste Fahrgefühl. Zwar ist das Verhalten der Boliden eine gesunde Mischung aus Action und Simulation, die sich auch per Tastatur handhaben lässt.
Allerdings werden die Boliden trotz eingeschalteter Fahrhilfen im Extrem-Bereich etwas sensibel. Besonders dem Gamepad mangelt es dabei an der nötigen Präzision – was nicht selten zu ungewollten Ausritten ins Grüne führt.
Was bisher geschah
Doch seid ihr dort nicht allein. Denn auch die KI-Kollegen ziehen nicht etwa stur auf der Ideallinie ihre Runden.
Beine hoch
„Test Drive Unlimited“ kann grafisch überzeugen: Effekte, Automodelle und das Inseldesign sorgen für echte Urlaubsstimmung.
Sie begehen trotz des meist geschickten Fahrstils (Windschatten-Duelle, Rempler, Ausbremsen) allzu menschliche Fehler. Das sorgt zwar für Abwechslung im Renngeschehen, kann auf die Dauer aber auch nerven. Denn wenn ein Gegner auf gerader Strecke plötzlich in die Botanik abbiegt, oder der Gegenverkehr unvermittelt auf einen zuhält, gefährdet das nicht nur die Mission, sondern ruft auch die fleißigen Ordnungshüter auf den Plan. Und die sind bei der Ticket-Vergabe nicht gerade zimperlich. Wer im GTA-ähnlichen Fahndungssystem erst einmal ganz oben auf der Liste steht, wird die Verfolger nicht mehr so schnell los und muss am Ende schon mal mehrere zehntausend Dollar blechen.
Auf solchen Stress habt ihr keinen Bock? Kein Problem. Denn auch abseits von Verfolgungsjagden, Zeitdruck und Rennbetrieb hat „Test Drive Unlimited“ einiges zu bieten. Egal ob es mit einem der vier Radiosender im Ohr gemütlich zur frisch erworbenen Zweitwohnung am Strand geht oder ob ihr untermalt von euren Lieblings-MP3s das 1600 Kilometer umfassende Straßennetz erkundet: Es macht einfach Spaß! Und ist zudem nützlich. Denn bei der mehrstündigen Tour um die Insel findet ihr immer wieder versteckte Geschäfte, Tuning-Werkstätten und Missionen – und schaltet damit immer neue Features frei. So könnt ihr zum Beispiel erst auf zwei Räder umsteigen, wenn alle Auto-Händler entdeckt sind. Außerdem sammelt ihr damit einiges an Fahrpraxis und dürft mit steigender Kilometerzahl bei immer schwierigeren Rennen antreten.
Und noch einen Vorteil hat das entspannte Dahingleiten: Beim relaxten Cruisen lässt sich die tolle Grafik ohnehin viel besser genießen. Dichte Vegetation, enorme Weitsicht, die tollen Geschwindigkeits-Effekte und die hoch auflösenden Karosserien haben aber natürlich ihren Preis. Wer nicht mindestens über einen 3-GHz-Rechner samt fetter Grafikkarte verfügt, muss mit so machem Ruckler rechnen – oder auf ein bisschen Grafik-Qualität verzichten. Doch selbst dann macht die Insel-Welt noch viel her.
Wem nach all der Entspannung wieder nach ein bisschen mehr Action zu Mute ist, der kann sich mit tausenden Online-Spielern aus aller Welt messen. Denn auf Wunsch ist „Test Drive Unlimited“ während der gesamten Spielzeit mit dem Internet verbunden – der Multiplayer-Modus also ständig aktiv. So tummeln sich jederzeit andere Spieler mit euch auf der Karte. Wollt ihr gegen einen von ihnen antreten, genügt es neben den potentiellen Kontrahenten zu fahren und ihn per Knopfdruck herauszufordern. Schnell werden dann noch der gewünschte Einsatz vereinbart, ein paar Checkpoints festgelegt - und ab geht das Rennen um Ruhm und Reichtum. Habt ihr es im Spiel dann erst mal bis zum Experten geschafft, dürft ihr sogar ganze Turniere selbst erstellen.
Leider gibt es während der Online-Raserei immer mal wieder Ruckler oder ganze Abstürze, was natürlich den Spielspaß trübt. Doch langweilig muss es auch dann nicht werden. Schließlich lassen sich Freunde einladen, gebrauchte Autos online verkaufen oder gar eigene Clubs organisieren. Das erweitert den ohnehin riesigen Spielumfang um eine weitere Dimension und setzt definitiv einen Meilenstein im Rennspiel-Genre.




