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  • Star Wars: The Old Republic

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Von einigen, die auszogen, WoW zu töten.

20.08.2009 | PC | Autor: André

Ersteindruck:
75 - 90%
Selbst gespielt:
Nein

Bei jedem Text über „Star Wars“, „Herr der Ringe“ oder Michael Jackson sollte der Autor zunächst mal seine Position bestimmen: Gläubig oder ungläubig? Freund oder Feind? Der Verfasser dieser bescheidenen Zeilen möchte daher gestehen: Ich liebe die Original „Star Wars“-Trilogie. Mit diesen Filmen bin ich aufgewachsen und ich finde ihren Look noch heute gelungener als den der neueren Filme. Die sind mit zu glatt und haben ein paar Elemente, die ich selbst nach mehrfachem Ansehen unerträglich finde. Allen voran den Kinder-Skywalker, dicht gefolgt von…ach, ihr wisst schon wem. Den ganzen Rest, die Bücher und Animationsfilme und so weiter, habe ich mir nie angesehen.

Die Spielwelt ist trotz der auf den ersten Blick comichaften Grafik stimmig und mitunter realistisch. Nur Innenlevel sehen etwas mau aus.

„Knights of the Old Republic“ fand ich natürlich toll, das „Star Wars“-Boardgame im „Hero Quest“-Look war miese Sammelkarten-Abzocke für mich. Aus Fan sicht vermutlich somit leicht unterqualifiziert ging es denn heute also zu „The Old Republic“: Biowares erstem Versuch ein großes MMO aufzuziehen und EAs Xten Versuch, ein erfolgreiches MMO in sein Portfolio zu bekommen. Nach Präsentation und Demo ist zu vermelden: Wenn es diesmal nicht klappt, dann weiß ich auch nicht mehr.

Redakteurs-Olympiade
Die Anordnung, in der EA sein „Old Republik“ präsentiert ist im Grunde eine der Kuriositäten der Gamescom. Denn bevor der geneigte Krawall-Redakteur zum so genannten „Hands On“ selbst an Maus und Tastatur gelassen wird, muss er sich quasi erstmal qualifizieren – durch beiwohnen der offiziellen Demonstration. Die findet allerdings in einem dicken Kino in Halle 6 statt. Also losgetrabt mit Füssen, die ohnehin schon eine Weile keine Thai-Massage mehr gesehen haben und dank VIP-Karte flugs zur Präsentation. Dann wieder zurück hechten, bei EA warten und ja, dann geht es auch endlich los. Auch wenn sowas durchaus geeignet ist, einen Redakteur im Messestress zu Gewaltfantasien zu verleiten, lohnt sich der Aufwand doch. Denn „The Old Republik“ ist tatsächlich mal ein Onlinerollenspiel, Verzeihung, MMORPG, dass nicht nur neue Impulse verspricht, sondern auch liefert. Das gilt ganz besonders für das Versprechen, sich neben Kampf, Erforschung der Welt und Stufenanstieg auch und vor allem auf das erzählende Element zu konzentrieren.

Knights of the...ahaaaa!
In vielerlei Hinsicht spielt sich „The Old Republic“ nämlich tatsächlich wie Biowares frühere „Star Wars“-Rollenspiele „Knights of the Old Republic“. Auch wenn man sich zeitlich in eine Epoche einige Hundert Jahre jenseits der geistigen Vorgänger geflüchtet hat. Hier, mit rund 1000 Jahren Sicherheitsabstand zu den Filmen, kann sich der Entwickler austoben was Charaktere, neue Technologien und Planeten angeht.

Andernfalls dürften die Jungs bei jeder neu gezeichneten Augenbraue erst Mal ein Attest von Lucasfilm einholen. Anstatt das der Spieler in dieser gleichermaßen vertrauten wie unerforschten Welt nur stumpfe Aufgaben abarbeitet oder Textblasen liest, ist er Teil einer filmisch inszenierten Handlung. Von enormem Umfang, wie man bei einem Spiel dieser Art annehmen darf.

Dank der zahlungskräftigen Unterstützung von EA und der eigenen brillanten Autorenriege hat es Bioware in einer Art „Brute Force“-Ansatz scheinbar tatsächlich geschafft die Inszenierung seines Onlinerollenspiels auf das Niveau „stationärer“ Rollenspiele zu heben. Jeder Dialog ist voll vertont mit, zumindest auf englisch, exzellenten Sprechern. Die Dialoge werden auch nicht als bloßes Geseier steifer Charaktere präsentiert, sondern in Form von Mini-Cutscenes mit eigenen Animationen und cleverer Nutzung bereits integrierter Gesten. Selbst unbeteiligte Figuren lassen sich hin und wieder bei Gesprächen belauschen oder auf Ansprache hin ein paar Wörtchen entlocken. Dabei kommt das von Bioware im Xbox-Rollenspiel „Mass Effect“ perfektionierte Dialogsystem zum Einsatz, dass es euch erlaubt schon im laufenden Dialog eine passende Antwort auszuwählen. Wer ein wenig aus dem Bauch raus entscheidet, erhält so völlig flüssige Dialoge anstatt dem sonst üblichen Verbal-Ping-Pong. Wenn Dallas Dickinson von Bioware denjenigen unter euch, die sich die Demonstration auf der Gamescom ansehen also erzählt, dass „The Old Republik“ im Grunde „Knights of the Old Republic 3, 4 und 5“ sei, dann lügt der Mann nicht. Nicht wirklich, zumindest.

Ich brauch keine Freunde, ich hab CPU!
Sogar die kleinen Spielergrüppchen, im Rollenspielerslang „Partys“ genannt, sind wieder enthalten. In so mancher Mission stellt euch das Spiel ein-zwei Computer-Mitstreiter zur Seite, die euch mitunter sogar längere Zeit begleiten. Wozu Computermitstreiter in einem MMO? Nunja, zum Beispiel weil die wenigstens nie „Out of Character“ sind. So kommentieren eure Sidekicks zum Beispiel das Geschehen aus ihrer Sicht und entwickeln auch Sympathien oder Animositäten gegen euch und einander, je nachdem welche Entscheidungen ihr im Spiel trefft. Diese Entscheidungsvielfalt will der Entwickler ebenfalls für ein MMO auf eine neue Stufe heben. Demonstriert wurde dies anhand einer Mission in der ihr als Sith-Krieger – die neueste der bisher bekannten Klassen – den Auftrag bekommt einen ungehorsamen Raumschiff-Kapitän zu beseitigen. Nachdem ihr euch mit eurer Figur und ihren beiden Gefährten bis zur Brücke durchgemetzelt habt, steht euch nämlich die Entscheidung frei: Abmurksen oder am Leben lassen?

Die Klasse der Kopfgeldjäger hat auch im Nahkampf was zu melden, ihrem Flammenwerfer sei Dank!

Ersteres sorgt für schönes Wetter bei euren Sith-Vorgesetzten und euren Freunden von der Dunklen Seite. Letzteres verschafft euch allerdings einen Verbündeten und erfreut das Herz eurer Begleiter von der Guten Seite. Darüber hinaus verändert es den Handlungsverlauf. Während ein toter Captain euch beim Angriff eines republikanischen Kreuzers nicht mehr mit schnellen, klugen Entscheidungen Rückendeckung geben kann, sorgt ein atmender Schiffsführer dafür, dass ihr unter besseren Vorzeichen gegen die Landungstrupps kämpfen könnt, die an Bord strömen.

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