Splinter Cell: Conviction
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- Publisher: Ubisoft
- Entwickler: Ubisoft
- Genre: Actionspiel
- Release: 15.04.2010
Agent aus Leidenschaft
02.02.2010 |
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Autor: Hauke
Lichterketten und Feuerwerk – diese fröhlich machenden Zutaten gehören auf Malta zur Abendstimmung einfach dazu. Im lauschigen Sommer lässt sich das mediterrane Klima in zahlreichen Straßencafes genießen, und genau das tut Sam Fisher, als sein Handy klingelt. Am anderen Ende der Leitung ertönt eine Frauenstimme, die unseren ehemaligen Third-Echelon-Agenten vor nahenden Feinden warnt. Wir sitzen derweil im East Hotel in Hamburg, gucken uns Ubisofts ausstehende Top-Titel an und befinden uns gerade mitten im Tutorial zu „Splinter Cell: Conviction“.
Beamer auf volle Kraft
Beim Lauf über den Marktplatz lernen wir vor allem die Bedeutung der Schatten zu schätzen. Sobald wir uns in ihr Dunkel bewegen, verschwinden die Farben aus dem Spiel und unsere Sicht der Dinge ist schwarz-weiß. Lediglich Gegner bleiben bunt, damit man sie leichter identifizieren kann. Zudem werden Hinweise an die Umgebung projiziert. So lernen wir, dass wir Regenrohre hochklettern können, indem wir den Anweisungen des Hinweistextes auf der Wand daneben Folge leisten. Doch auch Videosequenzen landen auf Mauern und Steinen, sind aber selbstredend nur für Sam sichtbar. Dabei ist die Geschichte intensiver als je zuvor, was nicht zuletzt an den Rückblenden liegt. Die erstrahlen ganz im Charme der Sequenzen aus „Max Payne“, zumal Sams Familie im Mittelpunkt steht.
Hat Sam genügend Adrenalin getankt, kann er seine Gegner besonders schnell und eindrucksvoll ausschalten.
So beruhigt der alte Haudegen seine kleine Tochter Sarah, als diese Angst in ihrem Zimmer Angst vor der Dunkelheit hat, und erklärt ihr die Vorzüge der Schatten. Doch als dann Glas birst und Sam zwei Einbrecher blutig tötet, hat er eine kleine Zuschauerin und kommt in Erklärungsnot. Wir lernen dafür das Konzept der geplanten Aktionen kennen.
Handarbeit für Schlachtpläne
Wenn Sam die Lage sondiert, kann er entdeckte Gegner markieren. Anfangs nur zwei, später im Spielverlauf auch mehr, je nach Fortschritt und Waffe. Bei der Aufklärung kommen allerdings keine Glasfaserkabel mehr vor, stattdessen bedient sich der ehemalige Agent eines abgebrochenen Autospiegels, dessen Sprünge das Spiegelbild glaubwürdig verzerren. Kaum sind die Opfer markiert, kann man sein Attentat ausführen.
Wir betreten den Raum, zwei Schüsse ploppen aus der schallgedämpften Pistole und aus zwei Köpfen spritzen Blutfontänen. Die restlichen Gegner in der Villa, die wir soeben durch ein geöffnetes Fenster betreten haben, stellen uns aber noch vor ganz andere Herausforderungen. Bevor sich Aktionen ausführen lassen, muss man einen Gegner mit der bloßen Hand erledigen. Wahrscheinlich soll das den Adrenalinschub erklären, den Sam für seine spektakulären Manöver benötigt. Zumindest gestaltet dieses Element den Spielablauf atemberaubend. Gut für uns und Pech für den Gegner, dass er ausgerechnet mit dem Rücken zu uns an dem Fenster stand. Aber Hochmut kommt ja bekanntlich vor dem Fall.
Dank spannender Story und mitreißender Action wird „Conviction“ vielleicht nicht nur der brutalste, sondern auch der beste Teil der Reihe.
Das Phantom der Oper
In dem noblen Haus sollen wir den Mörder unseres geliebten Töchterchens stellen, doch bevor wir den finden, wartet eine Menge schmutziger Arbeit auf uns. Schon im nächsten Raum tummeln sich die Gegner, wir spicken mit dem Spiegel unter der Tür durch, brechen dem Mann dahinter das Genick und feuern dann auf den Kronleuchter, der einige Feinde unter sich begräbt und für Aufruhr sorgt. Damit haben wir in ein Wespennest gestochen und hechten in Deckung. Das System funktioniert hervorragend. Mit gedrückter Zieltaste strecken wir den Kopf über Simse und um Ecken, zielen und feuern. Entdeckt man uns dabei, wird die Luft bleihaltig. Zeit, den Standort zu wechseln, wobei ein zweiter Sam Fisher die Position markiert, an der die Feinde uns vermuten. So töten wir uns bis zum großen Boss vor, der uns – vollkommen zu Recht – schon erwartet.
Nachtsicht mal in Rot
Der Mörder hält sich in einem Raum voller Leibwächter auf. Zielgerichtet arbeiten wir uns bis zur Rache vor und schnappen uns den Kerl. Was folgt, ist eine Befragung unter Schmerzen. Wir hauen den Geist der Vergangenheit auf ein Klavier, zerbrechen ein Fensterbrett mit seinen Kopf und erfahren das, was sich ein Spieler mit dramaturgischem Grundwissen sowieso denken konnte: Der Mörder handelte im Auftrag. Der Auftraggeber ist es auch, der die Leute bezahlt, die gerade durch das Oberlicht brechen und mit den bekannten, in diesem Fall aber roten drei Punkten der Multifunktionsoptik auf dem Kopf und Waffen im Anschlag Sam festsetzen.
„Splinter Cell: Conviction“ könnte ein rasanter Actionkracher werden, der mit schmutzig-realer Brutalität und einer mitreißenden Geschichte punktet. Die Inszenierung ist kinoreif, und besonders Effekte wie die projizierten Schriftzüge und Videos tragen zu dem cineastischen Flair bei. Auch die Tatsache, dass es so gut wie keine Kameraschnitte gibt, fördert das Action-Feeling bei. Wenn das restliche Spiel das gezeigte Niveau halten kann, freuen wir uns schon auf Fishers Low-Tech-Auftritt und stellen fest, dass „Conviction“ das bisher beste „Splinter Cell“ werden könnte.




