Spec Ops: The Line
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- Publisher: 2K Games
- Entwickler: Yager Development
- Genre: Actionspiel
- Release: 29.06.2012
Spec Ops: The Lobhudeleien
06.02.2012 |
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Autor: André
Als wir am 2. Februar nach Berlin fahren, ist es schweinekalt. Minus acht Grad werden angezeigt, gefühlt sind es zwanzig. Das Spiel, für das wir uns um 4:45 Uhr aus dem Bett gequält haben um im Zug in die Hauptstadt zu tuckern, ist „Spec Ops: The Line“. Und während wir uns ein Tauntaun herbei wünschen, in dessen molligen Gedärmen wir uns aufwärmen können, fragen wir uns, ob das Spiel das alles auch wert ist. Immerhin haben wir es ja schonmal gesehen, vor gut zwei Jahren, auf der E3. Damals gingen wir schon recht angetan aus der Präsentation des nächsten großen Shooters aus Deutschland. Das neue „Spec Ops“ begeisterte von Anfang an mit einem toll gewählten Szenario. Im von gewaltigen Sandstürmen verwüsteten Dubai sollen wir als kleiner Trupp von drei Elite-Soldaten nach verschollenen Kameraden suchen. Beeindruckende Bilder der im Sand versunkenen Stadt und einem endlosen Highway an dessen Laternenpfählen eine ebenso endlose Reihe von Leichen aufgeknüpft wurden, stechen heraus und bleiben im Gedächtnis. Aber andererseits...ein Third-Person-Actionspiel mit Deckungsmechanik. Kennt man. „Gears of War“ im Sandkasten halt. Nur das es in der Inszenierung lange nicht so dynamisch daher kam. Nicht unbedingt das Spiel, für das es sich lohnt, den Kältetod zu sterben. Dachten wir.
Wenn Hubschrauber in Häuser stürzen und Sandstürme halbe Gebäude weg fegen, kriegen auch Freunde anspruchsloser Action was geboten.
Zweieinhalb Stunden später verlassen wir mit warmem Herzen die Büros von Yager Development, der Kiefer schleift verzückt über den Asphalt und wir schwören uns mal wieder, nicht jedes Spiel nach der ersten Präsentation zu beurteilen.
Acht im Schnelldurchlauf
Die ersten acht Kapitel des deutlich umfangreicheren Spiels durften wir im Schnelldurchlauf erledigen. Soll heißen: Zwischendrin wurden immer wieder Level weggelassen und durch kleine Videos ersetzt, die uns über die Handlung auf dem Laufenden hielten. So konnten wir uns in nur anderthalb Stunden einen Überblick über den ersten Akt des Spiels verschaffen.
Ein Vorhaben, das sonst natürlich normalerweise einige Stunden länger gedauert hätte. Und zu Anfang, für eine kurze Sekunde, erfüllte es voll unsere Erwartungen. Nach einem kurzen Intro-Video sitzen wir in einem Helikopter hinter der Minigun und sollen auf andere Hubis ballern. Langweiliger und noch mehr von der Stange geht es ja nun gar ni... Doch dann krachen plötzlich Helikopter in die Hochhäuser der Stadt, riesige Baukräne knicken um und zertrümmern die verstaubten Glasfassaden der gewaltigen Gebäude. Am Schluss ballern wir quer durch ein Bürohochaus hindurch auf einen anderen Hubschrauber und zerfetzen alles, was dazwischen steht.
Wie in 'BioShock' setzt Yager auf den Bruch zwischen opulenter, verspielter Architektur und den Spuren von Verfall und brutaler Gewalt.
Ein geballter Zerstörungsrausch von kaum zwei Minuten vielleicht, dann ist alles vorbei. Unser Hubschrauber muss notlanden und unsere Soldaten stranden in der Wüste. Alles daran ist Spiele-Klischee vom feinsten, nur die Ausführung nicht, die genau den gewünschten bombastischen Einstieg beschert den sich der Entwickler wünscht: Eine links, eine rechts, damit der Spieler weiß, was Sache ist. Dann kann es richtig losgehen.
Fuß vom Gas
Und das tut es dann auch. Nach dem furiosen Einstieg lässt sich „Spec Ops: The Line“ erstmal einen Moment Zeit um seine Figuren und vor allem seinen großartigen Schauplatz einzuführen. Die stark an "Apocalypse Now" angelehnte Geschichte geht so: Nachdem gewaltige Sandstürme begannen Dubai zu verwüsten, schickten die USA Hilfstruppen der Armee in das Emirat. Doch gegen die Gewalt der Natur waren auch sie letztlich hilflos. Das einzige, was die Helfer noch tun konnten war, bei der Evakuierung der Stadt zu helfen, so gut es ging. Als die Lage jedoch zu ernst wurde, bekamen auch die letzten Kräfte den Befehl zum Abmarsch. Die meisten gingen, doch eine Einheit blieb: die 33te unter der Führung des hoch dekorierten Colonel Conrad. Entgegen seiner Order blieb der Veteran mit seinen Männern in der Stadt um ihren Bewohnern bis zuletzt beizustehen und schließlich mit ihnen unterzugehen. So dachte man zumindest. Doch sechs Monate später, Dubai ist inzwischen eine von den Menschen verlassene Ruine, erreicht die Armee plötzlich ein Funkspruch des vermissten Offiziers. Ein kleiner Trupp Soldaten wird entsandt, um nach den verloren geglaubten Kameraden zu suchen. Und da stehen wir nun, Hauptfigur Martin Walker mit seinen beiden Kollegen.




