KOINS
Krawall
K-Play
K-Files
K-Foren
Kwiz
K-Syndicates Anstoss K-Syndicates

KGN – Krawall Gaming NetworkKGN – Krawall Gaming NetworkKGN – Krawall Gaming Network

PC PC (inaktiv)
Xbox Xbox (inaktiv)
Xbox 360 Xbox 360 (inaktiv)
Playstation 2 Playstation 2 (inaktiv)
Playstation 3 Playstation 3 (inaktiv)
GameCube GameCube (inaktiv)
Wii Wii (inaktiv)
alles
nur PC
nur Konsolen
eigene Auswahl
Tipp: Du kannst unsere Inhalte nach deinen Wünschen filtern. Klicke dazu auf eine der Schaltflächen oder pass den Filter individuell an.
PC
Xbox
Xbox 360
Playstation 2
Playstation 3
GameCube
Wii
Achtung! Alle Inhalte zu nicht ausgewählten Plattformen werden dir nicht mehr angezeigt. Du kannst die Einstellung jederzeit ändern.
übernehmen
anpassen

Deine gewählten Einstellungen werden gespeichert...


  • Space Siege
  • PC
Artikelbewertung: (Bewerten weiter unten)

Außerirdischer Pausenfüller

18.08.2008 | PC | Autor: Olaf

Von einem kreativen Kopf wie Chris Taylor erwartet jeder Spiele-Fan etwas Besonderes. Kein Wunder, schließlich gehen Klassiker wie „Total Annihilation“ oder die „Dungeon Siege“-Reihe auf sein Konto. „Space Siege“ tritt also in große Fußstapfen und verliert sich oftmals darin. Es kann die an das Action-Rollenspiel gesetzten Erwartungen leider nicht vollends erfüllen. Denn die Schwächen von „Dungeon Siege“, wie etwa das schwachbrüstige Rollenspielsystem, wurden übernommen und mit vielen weiteren kleinen Gameplay-Macken gewürzt. Wir haben uns in das Weltraumabenteuer gestürzt und uns auf die Suche nach dem Spielspaß gemacht.

Chaos im Weltall
Die Geschichte hinter „Space Siege“ wirkt anfangs noch wie ein 08/15-Science-Fiction-Film. Die Menschheit wird von den außerirdischen Kerak überrannt und muss ins All flüchten. Auf einer riesigen Raumstation wird schließlich die gesamte Crew in den Kälteschlaf geschickt. Währenddessen leitet der Autopilot Gas ins Innere, um die Krabbler loszuwerden. Doch alles geht schief: Als Seth Walker, Robotikexperte und Held des Spiels, wieder zu sich kommt, ist das Schiff verwüstet und ein Großteil der Mannschaft klebt an den Wänden. Klingt recht banal, oder? Richtig! Erst im Verlauf der Geschichte schneidet „Space Siege“ moralische Themen an. So trefft ihr bereits nach einer Stunde den Wissenschaftler Doktor Desoto. Er motiviert Seth dazu, sich Kybernetik in seinen Körper einsetzen zu lassen, damit er der Kerak Herr werden kann. Das Problem: Je mehr Mechanik in Seth steckt, desto unmenschlicher wird er. Das führt dazu, dass er von anderen Überlebenden nicht mehr akzeptiert wird. Zudem nimmt die Story gerade in Bezug auf das Thema „Kybernetik“ eine spannende Wende. Diese wollen wir aber nicht verraten! Alles in allem weiß die Geschichte zwar zu gefallen, aber die Charaktere selbst wirken oftmals blass und uninteressant.

Im Kampf
Im Spiel selbst steuert ihr Seth Walker mit Hilfe der Maus, mit der WASD-Kombination dreht und zoomt ihr die Kamera. Der Ablauf ist relativ einfach: Ihr lauft durch jede Menge düstere Gänge, bis Aliens auftauchen. Diese verhacktstückt ihr mit der rechten Maustaste. Das größte Problem: Aufgrund der Maussteuerung könnt ihr nicht gleichzeitig angreifen und laufen. So bleibt man zumeist auf der Stelle stehen und ballert, was das Zeug hält. Sobald ein dumpfes Herzklopfen aus den Boxen ertönt, wisst ihr, dass es Zeit wird, via Hot-Key ein Medikit einzuwerfen.

Mehr als 08/15
Die Story hält einige Überraschungen parat und ist nach einiger Zeit durchaus spannend. Die Charaktere wirken aber eher blass.

Natürlich kann sich Seth auch behände aus der Gefahrenzone rollen. Doch dazu müsst ihr den Cursor ebenfalls von euren schleimigen Gegnern abwenden und an einer sicheren Stelle im Raum platzieren – nervig. Hat man sich aber erst einmal mit den Gegebenheiten abgefunden, funktioniert das Kampfsystem sehr ordentlich.

Glücklicherweise sind die auftauchenden Gegner – egal ob Roboter, Aliens oder Androiden – alles andere als clever. Häufig warten sie einfach nur auf euren Angriff, Höhenunterschiede scheinen sie gar nicht berücksichtigen zu können. Ihr einziger Vorteil: Sie sind in der Überzahl und stecken oftmals unverschämt viele Treffer ein.

Wer jetzt denkt, wie in „Diablo 2“ oder „Titan Quest“ nach einer geschlagenen Schlacht fleißig Gegenstände einsammeln zu können, der irrt. Denn „Space Siege“ wirft das motivierende „Jäger und Sammler“-Spielprinzip vollständig aus dem Fenster. Stattdessen ergattert ihr Material-Punkte, mit denen ihr an so genannten Werkbanken eure Ausrüstung aufwerten könnt. Aber diese Angelegenheit verkommt zur Rechenaufgabe: So verbessern wir die Werte stets um zwei Prozentpunkte. Aha, spannend. Das hätte man sicherlich ein wenig anschaulicher gestalten können.

Alles in allem gibt es neun Waffen, die ihr so aufmotzt. Zudem dürft ihr Seths Panzerung bearbeiten, euch Gegenstände wie Medikits oder Brandfallen basteln oder HR-V ein wenig aufpeppen. HR-V (gesprochen Harvey) ist ein kleiner Kampfroboter, der euch schützend zur Seite steht. Mit den F-Tasten kommandiert ihr die Blechdose, ansonsten folgt er euch blind – sogar durch Minenfelder. Harvey ist zweifellos eine nette Ergänzung für den Spielablauf, hat uns aber zuweilen auch mit seinem dummen Verhalten genervt.

Oberflächlich
„Space Siege“ bietet kurzzeitig unterhaltsame Action ohne Schnick-Schnack. RPG-Fans werden jedoch nicht zufrieden gestellt.

Immerhin: Auch ihm verpassen wir neue Waffen oder verbessern seine Panzerung. Rollenspieler freuen sich zweifellos über zwei Mini-Talentbäumchen – einer für Kampf und der andere für Mechanik. Aber die Ernüchterung folgt alsbald: Die Talente sind nämlich an die Missionen gekoppelt und nicht etwa an die eigene Spielweise. So könnt ihr zwar bestimmen, welche Bereiche ihr verbessern wollt, der Zeitpunkt allerdings wird bei allen Spielern gleich sein.

Im Jenseits
Daneben verfügt Seth über allerhand Angriffsfähigkeiten, die ihr mit Zahlenkürzeln auslöst. Keine Frage, diese sind das Salz in der „Space Siege“-Suppe und sorgen für ein bisschen Tiefgang inmitten der Dauerklickerei. Geratet ihr in den Nahkampf, könnt ihr zu Todesstößen mit der Magblade ansetzen oder die Außerirdischen für wenige Sekunden mit einen Elektroschock lahmlegen. Die Angriffe sind dabei nicht nur äußerst praktisch, sondern sehen auch noch schön aus und machen ordentlich Krach. Apropos Krach: Dank einer guten Physik-Engine sprengt ihr in „Space Siege“ beinahe alles in die Luft. Die zuhauf auftretenden explosiven Fässer, Gastanks oder Chemikalienbehälter fliegen den Kerak oftmals im Dutzend um die Ohren. Übrigens: Sollte Seth einmal selbst draufgehen, wird er in einem der nahe gelegenen Vita-Chambers flott wiederbelebt. Das ist zwar praktisch, trägt aber nicht gerade zur Spielatmosphäre bei. Diese leidet allerdings besonders unter dem oftmals monotonen Level- und Missionsaufbau. Im Prinzip lauft ihr bei jedem Auftrag nur von A nach B – keine alternativen Wege, kaum Überraschungen. Ein Blick auf die Karte genügt, und schon wisst ihr, wo das nächste Scharmützel auf euch wartet. Nebenquests gibt es kaum, und selbst die kybernetischen Einzelteile werden euch von Doktor Desoto auf dem Silbertablett serviert.

Trotz guter Ansätze ist „Space Siege“ doch nur das geworden, was selbst Chris Taylor von seinem Spiel erwartet hat: ein lustiger Zeitvertreib für die Mittagspause oder ein Anti-Aggressionstraining nach dem stressigen Job. Denn hier liegt der Schwerpunkt eindeutig auf Action, und diese wiederholt sich leider allzu oft.

Zum Fazit