- Söldner: Secret Wars
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- Publisher: JoWooD
- Entwickler: Wings Simulations
- Genre: Taktik-Shooter
- Release: 27.05.2004
Beta im Verkaufsregal?
30.06.2004 |
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Autor: Heiko
Keiner ist so gut im Outsourcen wie unsere Freunde und Partner jenseits des Atlantiks, die Amerikaner. Sie sind darin so gut, dass sie 2010 sogar das outsourcen, was sie am besten können: Krieg führen. Anstatt amerikanische Soldaten in den Kampf für eine bessere Welt zu schicken, werden einfach Söldnertruppen angeheuert. Bei „Söldner: Secret Wars“ seit ihr ein solcher Söldner, beziehungsweise kontrolliert ein ganzes Team. Der groß angekündigte Taktikshooter aus deutschen Landen protzt mit massig interessanten Features, patzt aber bei der Umsetzung.
Allein geht auch
Neben dem Mehrspielerpart haben die Entwickler auch einen umfangreichen Singleplayer-Modus integriert, der allerdings ohne echte Story auskommen muss. Und ohne ein Tutorial, denn nachdem ihr euren Charakter kreiert habt – diverse Gesichter, Tarnanzüge und Clanzeichen stehen zur Auswahl – findet ihr euch im Söldnercamp wieder und wisst erstmal nicht, was zu tun ist. Die lapidare Meldung, dass ihr der Kommandant einen neuen Teams seid, hilft da auch nicht wirklich weiter. Learning by doing ist angesagt - ihr müsst herausfinden, dass ihr am Terminal Einsätze aussuchen könnt, um die Söldner-Kaffeekasse zu füttern. Ein Klick bringt euch zum Ort des Einsatzes, wo ein kurzes Textbriefing genügen muss. In eurem Hauptquartier stehen kleine Geräteschuppen herum, wo ihr euch mit Kriegsgerät eindecken könnt. Hier protzt „Secret Wars“ mit einem umfangreichen Waffenarsenal von rund 60 Wummen. Fünf „Slots“ eures Söldners könnt ihr mit einer Waffe der entsprechenden Gattung – vom Rambo-Messer bis zum Raketenwerfer – bestücken.
Draußen lauert der Tod
Söldner ist kein Spiel für Einsteiger. Auf den weiten, offenen Flächen wird man nur allzu leicht das Opfer eines hunderte Meter entfernt kauernden Scharfschützen.
Auch der Fuhrpark ist mit satten 70 Fahrzeugen immens. Leichte Jeeps sind ebenso im Angebot wie schwere Panzer und Helikopter. Deren Handling ist allerdings in der von uns getesteten Verkaufsversion alles andere als überzeugend: Die Steuerung reagiert schwammig, ist – besonders beim Fluggerät – schwer zugänglich. Auch die Physik wirkt unfertig. Die verschiedenen Fahrzeuge reagieren teilweise störrisch und oft unglaubhaft auf Lenkmanöver. Störrisch sind auch eure KI-Kollegen und Gegner unterwegs.
Wenn ein Kontrahent mit vollem Tempo durch einen Wald heizt und an einem Baum mit großer Explosion zerschellt, ist das noch ansatzweise spaßig. Weniger unterhaltsam ist es, wenn ihr in späteren Missionen auf die Hilfe von Computer-Kollegen angewiesen seid und die sich genauso blöd verhalten.
Olle Tapete
Die Texturen in Söldner: Secret Wars sehen leider aus wie aus dem See gezogen: Verwaschen und leblos. Schade, denn das riesige Terrain überzeugt.
Immerhin könnt ihr eurem Leuten in einem Mini-Strategiemodus Wegpunkte und Kommandos vorgeben. Das bringt nur alles nichts, wenn es an der Umsetzung hapert.
Gemeinsam sind wir stark
Auf den Servern von Multiplayerspielen tummeln sich zwar auch jede Menge strohdumme Gegner herum, die aber sind irgendwie anders dumm als KI-Gegner. Bis zu 32 Streiter dürfen in zwei Teams gegeneinander antreten. Dass die Entwickler versprechen, diese Zahl in Zukunft auf 128 Spieler anzuheben, verdeutlicht das Dilemma von „Secret Wars“: Warum ein fertiges Spiel verkaufen, wenn man das Unfertige mit vielen kleinen Patches immer besser machen kann? Solange es dabei um etwas Feintuning und um Bugs geht, mag das in Ordnung gehen. Die Verkaufsversion macht bisweilen aber den Eindruck einer frühen Beta-Fassung. Zahlreiche Bugs - beispielsweise plötzlich verschwindende Texturen - verhageln den Spielspaß. Schön ist dafür, dass die Maps groß geraten sind - so groß, dass die Mitspieler sich darauf gerne mal verlaufen. Das bereits erwähnte Strategiefeature sorgt vor allem im Mehrspielermodus für Würze: Ein Teammitglied kann zum Kommandanten gewählt werden und das Geschehen mittels einer Übersichtskarte von „oben“ betrachten. Der gibt dann Wegpunkte und Befehle vor. Erfüllt er diese Aufgabe gut, geht die Idee in der Tat auf. Natürlich wird Teamplay in den meisten Spielmodi belohnt – Deathmatch einmal ausgenommen. Standards wie Cature-the-Flag stehen zur Verfügung, außerdem Conquest, eine Variante des Domination-Modus der „Unreal Tournament“-Serie, bei dem ihr Flaggenpunkte besetzten und halten müsst. Insgesamt acht verschiedene Variationen sorgen für Abwechslung. In Sachen Technik ergibt sich ebenfalls ein durchwachsenes Bild: Die Charaktere, vor allem deren Animationen sind gelungen, die immense Weitsicht wird besonders Helikopter-Piloten gefallen. Weniger gelungen sind die Details der Maps; vor allem die Texturen wirken unscharf und abwechslungsarm. Ohne echte Höhepunkte bleibt auch der nur sehr spärlich eingesetzte, dafür einigermaßen knackige Sound.



