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  • Söldner: Marine Corps
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Ich mach mich nass

07.04.2005 | PC | Autor: Heiko

Der Release von „Söldner: Secret Wars” war eine schwere Geburt: In den Handel kam eine unfertige, bugbeladene Version. Erst nach und nach wurde nachgebessert. Inzwischen sind die größten Fehler beseitigt, „Söldner“ hat sich eine relativ kleine aber treue Fangemeinde erarbeitet. Diese Fans bekommen nun Nachschub. „Marine Corps“ heißt die Zusatz-CD, die neue Maps, frische Fahrzeuge und einige andere Verbesserungen bietet. Zeitgleich erscheint ein Patch, der das Hauptprogramm selbst nochmals gründlich umkrempelt. Für Wings Simulations kommt aber alles zu spät: Der „Panzer Elite“-Entwickler wurde dicht gemacht und teilweise in Publisher JoWood eingegliedert.

Kein schöner Land?
Mit Marine Corps ändert sich an der Grafik sehr wenig: Söldner rangiert noch immer im oberen Mittelfeld der Online-Shooter.

Auswahl satt
Ein zu kleiner Fuhrpark war nicht gerade das dringendste Problem bei „Söldner“. Trotzdem haben die Entwickler „Marine Corps“ vor allem eine weitere Ladung Vehikel beschert - über 30 neue Untersätze wurden auf die CD gepackt. Ein Schwerpunkt lag dabei auf europäischen Streitkräften. So dürft ihr euch in Leopard-Panzer, den Tiger-Helikopter und den Eurofigher schwingen. Zweiter Schwerpunkt sind Wasserfahrzeuge. Doch gerade angesichts des Titels „Marine Corps“ fällt diese Abteilung recht dünn aus: Nur zehn Wasserfahrzeuge bietet das Add-On, darunter ein wendiger Jetski, Speedboote und auch diverse Amphibienfahrzeuge. Insgesamt erweitert das Add-On „Söldner“ auf mehr als 100 Fahrzeuge – fast schon zuviel des Guten, wenn man sich Konkurenz wie „Battlefield“ ansieht, die eher auf Klasse statt Masse setzt. Auf den bisherigen Maps des Hauptprogramms haben stolze Bootbesitzer aber ein Problem: Wo kein Wasser ist, kann man auch kein Handbreit davon unterm Kiel haben. Zehn neue Maps werden deshalb mitgeliefert, was wiederum etwas zu wenig scheint. Immerhin ist diesmal für Abwechslung gesorgt: Wüstenareale sind ebenso zu finden wie jede Menge Wasser. Neben diesen großen Änderungen haben die Entwickler „Marine Corps“ auch für weiteres Feintuning genutzt, wobei schwer zu unterscheiden ist, welche Änderungen auf das Konto des Add-Ons und welche auf das des zeitgleich veröffentlichten Updates gehen. Verbessert wurde beispielsweise die Steuerung der Fahrzeuge, Panzer verfügen nun auch über realistische Trefferzonen.

Außerdem könnt ihr euer Schlachtfeld-Alter-Ego nun noch besser optisch abändern. Mehr als 20 neue Waffen machen das Arsenal von „Söldner“ noch umfassender. Sehr praktisch ist da die Möglichkeit, bei der Bewaffnung auf vorgefertigte Ausrüstungstypen wie „Scharfschütze“ oder „Scout“ zurückzugreifen. Auch der Commander, den Mitglieder eines Teams nach wie vor wählen können, hat ein neues Spielzeug spendiert bekommen: Er kann Artillerie anfordern, wodurch wirklich kein Stein auf dem anderen bleibt. Ja, nach wie vor könnt ihr bei „Söldner“ das Areal komplett zerlegen, was immer noch großen Spaß bereitet. Außerdem bietet „Marine Corps“ einen zusätzlichen Spielmodus namens „Super Conquest“, wo ihr ihr zunächst alle Flaggen einnehmen und dann das gegnerische Hauptquartier stürmen müsst.

Patchwork
Der zeitgleich mit dem Add-On „Marine Corps“ erschienene Patch bringt „Söldner“ auf den neuesten und wahrscheinlich vorläufig endgültigen Stand. Die meisten Gameplay-Verbesserungen bekommen Fans also auch ohne „Marine Corps“ spendiert. Allerdings lief auch diese Update-Aktion wieder nicht ganz rund: Während wir „Marine Corps“ noch testeten, war schon wieder eine Download-Aktion fällig. Dass Patches bei „Söldner“ immer gut 300 MB auf die Wage bringen, mag angesichts der Tatsache, dass das Spiel einen DSL-Anschluss als Systemvoraussetzung nennt, zu verkraften sein. Trotzdem hätte man auf die „Marine Corps“-CD eine Art finales Paket packen können, um in Zukunft dann wirklich nur noch keine Fehler ausmerzen zu müssen. Ulkig: „Marine Corps“ selber umfasst nur rund 300 MB. Käufer können sich online natürlich auch mit Spielern kloppen, die das Add-On nicht gekauft haben. Insgesamt macht „Söldner“ in der vorliegenden Fassung mit Patch und Add-On einen ziemlich soliden, wenn auch nicht überragenden Eindruck. Schade, dass das Spiel nicht von vornherein so erscheinen konnte.

Feucht machen
Zentrales Element der neuen Erweiterung ist der Kampf auf hoher See: Im Vergleich zum Riesenfuhrpark gibt es hier aber nur 10 verschiedene Vehikel.

Kaum etwas getan hat sich an der ordentlichen, aber alles andere als spektakulären Grafik: Ein paar neue Texturen und verbesserte Animationen machen „Söldner“ noch lange nicht zu einem Augenschmaus. Dafür bekommen die Ohren neue und gut gelungene Umgebungssounds spendiert. Immer noch nervig ist das Tummeln an den Respawn-Punkten, ein Sammelsurium an Campern jedre Couleur. Vielleicht hätte man auch hier was machen können. Der Spieler ist zwar ein paar Sekunden unverwundbar, doch reichen die oft nicht, Deckung zu suchen.

Zum Fazit