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  • Sins of a Solar Empire

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Immer schön langsam

25.06.2008 | PC | Autor: Olaf

Was nicht so alles im Internet herumgeistert: „Sins of a Solar Empire“ war zunächst ausschließlich als Spieledownload erhältlich. Doch alsbald wurden die ersten Publisher auf das Ironclad-Werk aufmerksam. Und siehe da: Mit knapp einem halben Jahr Verzögerung erscheint „Sins of a Solar Empire“ auch in einer komplett eingedeutschten Fassung. Die Änderungen halten sich bis auf einige leichte Balancing-Verbesserungen zwar in Grenzen, nichtsdestotrotz ist die gemütliche Weltraum-Simulation eine willkommene Abwechslung zu ihren hektischen Echtzeit-Kollegen.

Doch halt! Weltraum und Echtzeit-Strategie? Wie passt denn das zusammen? Schließlich haben uns einstige Vorzeigetitel wie „Masters of Orion“ oder „Ascendency“ gezeigt, dass Sterne und Planeten ausschließlich in Runden besiedelt und erobert werden dürfen. Bricht bei „Sins of a Solar Empire“ jetzt die totale Echtzeit-Panik aus? Natürlich nicht! Denn hier plündert und besiedelt ihr derart langsam, dass ihr euch schnell über die Zeitraffer-Funktion freuen werdet.

Kriegerisches Dreigespann
Eine wirkliche Hintergrundgeschichte suchen Spieler in „Sins of a Solar Empire“ leider vergebens. Lediglich ein kleines, aber feines Comic-Intro führt die drei miteinander verfeindeten Parteien ein und verrät, warum wir eigentlich derart imperialistisch den Weltraum besiedeln sollen. Da hätten wir zunächst die Trade Coalition: Diese menschliche Rasse bildet den Mittelpunkt des Geschehens. Sie ärgern sich zunächst mit den außerirdischen Vasari herum, die sogar über ein Jahrtausend als Sieger aus dem Konflikt hervor gehen. Zudem verbannt die Trade Coalition Aussätzige auf einen fernen Planeten. Dummerweise kehren die ungewollten Brüder später mit riesigen Raumkreuzern und dem Volksnamen Advent wieder zurück.

Doch damit genug zur Vorgeschichte; diese spielt in „Sins of a Solar Empire“ keine Rolle, denn eine wirkliche Kampagne gibt es leider nicht. Stattdessen sollen eine große Fülle an verschieden großen Karten sowie ein Skirmish-Modus motivieren.

Ganz sachte
In „Sins of a Solar Empire“ geht es weniger hektisch zu, als man zunächst meinen könnte.

Wer möchte, darf selbstverständlich auch eigene Karten bauen oder mit bis zu zehn Spielern online im Weltraum Krieg führen. Trotzdem: Wir hätten uns einen echten Story-Modus gewünscht – schade!

Aus klein wird groß!
Wie so viele Strategie-Spiele beginnt „Sins of a Solar Empire“ eigentlich immer gleich: Ihr startet mit einer handvoll Aufklärungsdrohnen und einem ersten Mutterplaneten. Von hier aus beginnt ihr schließlich euren Feldzug durch eine Anzahl zuvor festgelegter Sternensysteme. In der Umlaufbahn eures Planeten platziert ihr nun die ersten wichtigen Plattformen wie etwa eine große Werft zur Raumschiffproduktion. Leider ist es nicht möglich, den Planeten selbst zu besiedeln.

Lediglich die Bevölkerungsdichte spielt eine entscheidende Rolle: Mit zunehmender Zeit und einem damit stetig wachsenden Tech-Baum benötigt ihr immer mehr humane Ressourcen, um weiterhin Forschungsstationen bemannen zu können. Keine Frage: Auch wenn man nicht über alle Funktionen direkten Einfluss hat, so präsentiert sich „Sins of a Solar Empire“ doch als äußerst komplexes Strategie-Spiel mit sechs Tech-Bäumen und etlichen weiteren Militär-Funktionen.

Galaktische Vielfalt
Fans komplexer SciFi-Strategiespiele werden viel Spaß mit dem Titel haben. Allerdings vermisst man eine Kampagne mit Story.

Die drei spielbaren Fraktionen unterscheiden sich zwar nicht unbedingt im direkten Spiel voneinander, verfügen aber dennoch über sehr unterschiedliche Technologien. Wer also zu viel Zeit hat, kann vor den riesigen Diagrammen etliche fröhliche und forschungsreiche Stunden verbringen. Aber irgendwann wird es selbst dem friedlichsten Spieler auf seinem Heimatplaneten zu eng, und daher locken schmale Sternenstraßen mit neuen Möglichkeiten. So zuckeln eure Flotten langsam durch die Dunkelheit des Weltraums – gut, dass es eine Zeitrafferfunktion gibt. Denn trotzdem es sich bei „Sins of a Solar Empire“ um ein Echtzeit-Strategie-Spiel handelt, geht es hier eher gemächlich zu. Da dauert es Minuten, bis neue Sternensysteme erreicht sind, und Stunden, bis man schließlich seine Gegner zu Staub bombardiert hat. Hektik wie bei „Command & Conquer“ oder gar „Starcraft“ kommt in diesem Spiel nie auf. Stattdessen erfreut man sich am langsamen Wachstum des eigenen Weltraumreiches. Kombiniert mit ruhigen Sphärenklängen, hat das Spiel schon beinahe einen meditativen Charakter. Wem diese – in heutigen Tagen – ungewohnte Ruhe nichts ausmacht, wird sicherlich seinen Spaß haben. Zuweilen wünscht man sich aber einen etwas flotteren Spielablauf.

Einmal im nächsten Sternensystem angekommen, erobert ihr langsam Asteroiden und baut erste Kolonien auf. Natürlich gibt es auch hier notwendige Ressourcen. Neben hartem Zaster gibt es Kristall und Metall. Diese baut ihr zumeist auf Asteroiden ab, wodurch die Bewachung der Quellen durch Phasenkanonen und kleine Flotten zu eurer wichtigsten Aufgabe zählen wird. Denn nicht nur von euren direkten Gegnern geht Gefahr aus. Wie auf den sieben Weltmeeren treiben sich im Weltraum fiese Piraten herum. Diese könnt ihr natürlich auch selbst anheuern. Wie bei Ebay ersteigert ihr die Dienste der interstellaren Freibeuter in knallharten Auktionen. Was sich spaßig anhört, verkommt im Spiel leider zum Nervenkampf. Denn oftmals muss man Haus und Hof setzen, damit man nicht ständig von Piraten attackiert wird. Hingegen praktisch: Fehlen euch einmal Ressourcen, könnt ihr diese gegen entsprechenden Aufschlag auf dem Schwarzmarkt einkaufen. Die Konflikte wurden in „Sins of a Solar Empire“ recht stilvoll umgesetzt. Trotz aller Gemächlichkeit sieht das Strategie-Spiel ordentlich aus. Dank der guten, wahlweise stufenlosen Dreh- und Zoomfunktion könnt ihr die effektreichen Schlachten aus nächster Nähe begutachten – schön. Die wichtigsten Einheiten im Gefecht mit den übrigen Parteien sind die Großkampfschiffe. Diese rüstet ihr – ähnlich wie Helden in anderen RTS-Games – mit Upgrades auf. Sie sind oftmals das Zünglein an der Waage und daher auch sehr kostbar.

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