Shift 2 Unleashed
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- Publisher: Electronic Arts
- Entwickler: Slightly Mad Studios
- Genre: Rennspiel
- Release: 24.03.2011
Shift zu stark, wir zu schwach
28.01.2011 |
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Autor: André
Bei EA herrscht derzeit Krieg an allen Fronten. Mit „The Old Republic“ plant man den Frontalangriff auf „World of WarCraft“. „Medal of Honor“ und „Battlefield“ sollen „Call of Duty“ in die Suppe spucken. Und mit „Need for Speed: Shift“ hätte man gern ein Stückchen aus dem Kuchen für Rennsimulationen Marke „Forza 3“ und „Gran Turismo 5“. Keiner kann dem Publisher nachsagen, er scheue vor harter Konkurrenz zurück, so viel steht fest.
Dream-Team
Wie schon bei „Medal of Honor“ hat EA auch diesmal sein Vorzeigeteam DICE hinzugezogen, um „Shift 2 Unleashed“ auf Erfolg zu trimmen. Die Schweden scheinen sich innerhalb des Publishers langsam zur Qualitätssicherungstruppe für alle Fälle zu entwickeln. Immerhin: Vor gar nicht so langer Zeit war DICE noch das Studio hinter Microsofts „Rallisport Challange“, einem der frühen „Wow! Sieht das gut aus!“-Spiele auf der ersten Xbox. Entwickelt wird der Titel aber von den Slightly Mad Studios in London, die schon für den ersten Titel verantwortlich zeichneten. Der Name das Studios wird erst mal den wenigsten von euch etwas sagen. Die Blutlinie von Slightly Mad kann sich aber sehen lassen. Denn Slightly Mad kannte man früher unter dem Namen Blimey Games, einer abgespaltenen Truppe des Entwicklers SimBin, der wiederum mit „GTR“ die damals beste PC-Rennsimulation aller Zeiten schuf. Das Einzige, was „GTR“ seinerzeit fehlte, war eine große Dosis „Spiel“ rund um die obsessiv-detailliert umgesetzte Simulation des Rennsports. Die liefert nun offensichtlich EA nach, was in Kombination tatsächlich die spielerisch beste Rennsim aller Zeiten hervorbringen könnte.
Bereits mit dem ersten „Shift“ konnte EA in die Königsklasse der Rennsimulation aufsteigen. Mit dem zeiten Teil will man sich nun absetzen.
Clever auf den Fahrer geschaut
Möglich wird dies durch zweierlei. Einerseits fügt die EA-Zusammenarbeit dem Spiel eine ganze Reihe dringend benötigter Zutaten hinzu: bekannte Automarken, tolle Grafik, einen Karrieremodus, der den Namen auch verdient, und das tolle Autolog-Online-Feature aus „Need for Speed: Hot Pursuit“. Zum anderen jedoch haben sich Slightly Mad und EA gemeinsam zu einer extrem cleveren Ausrichtung der Reihe entschlossen. Auch wenn „Shift 2“ mit „Gran Turismo“ und Konsorten konkurriert, setzt man bei EA derzeit nicht auf tonnenweise Autos.
Die Liste der Karossen ist mit um die 120 Autos im Vergleich zu den über 1000 Fahrzeugen in „GT 5“ sogar eher klein. Die Anzahl der Kurse ist mit 100 Strecken in 50 Örtlichkeiten hingegen gut besetzt und punktet mit schönen Strecken, unter anderem in Australien, Shanghai und Belgien. Doch Autos und Kurse sind nicht das, was „Shift“ zu etwas Besonderem macht.
„Shift 2“ hebt sich gegenüber der Konkurrenz ab, indem es sich darum bemüht, in erster Linie das Fahrerlebnis zu simulieren und nicht nur das Auto. Wo sich „Gran Turismo“-Entwickler Polyphony Digital in Millimeter-Details des Kühlergrills eines Audi A8 verliert, geht es „Shift 2“ eher darum, wie sich Fliehkräfte in Kurven und Vibrationen auf unebener Strecke oder das pure Chaos eines Crashs am besten auf dem Bildschirm umsetzen lassen.
Die Entwickler wollen das Fahrerlebnis so authentisch wie möglich transportieren und so für Adrenalinschübe sorgen.
Der Spieler, der bei Nacht mit fast 200 Sachen auf eine Kurve zurast, soll nach Möglichkeit gegen ein flaues Gefühl in der Magengrube ankämpfen müssen, genau wie echte Fahrer auch. Der erste Teil machte hier schon einen guten Job und quittierte harte Erschütterungen mit einer wackelnden Kamera. Wer es übertrieb und beispielsweise andere Wagen rammte, schlug vielleicht sogar mit dem Kopf an und sah kurze Zeit Sternchen. Doch die Entwickler, eine ganze Reihe von ihnen selbst ehemalige Rennfahrer, wollen mehr.
Heute hat echt ALLES ne Kamera
Teil zwei baut auf dem geschaffenen System auf und fügt nun mit der so genannten „Helmet Cam“ realistische Kopfbewegungen hinzu, die das Verhalten eines echten Fahrprofis simulieren sollen. Unser virtueller Asphaltzauberer blickt bei Anfahrt auf eine Kurve automatisch ein wenig nach innen, damit wir einen besseren Blick auf die vor uns liegende Strecke haben. So gibt Slightly Mad dem Spieler geschickt weitere Informationen an die Hand, wie er fahren sollte – ganz ohne Cockpit-Ansagen Marke „scharf Rechts!“. Auch die schon bekannte Simulation der Fahrphysik und deren Einfluss auf den Fahrer hat das Team komplett überarbeitet. Hierfür gesellt sich nun eine neue „Elite“-Einstellung zum vorher anspruchsvollsten Simulationsgrad „Pro“. Nichts für Gelegenheitsfahrer, deaktiviert „Elite“ sämtliche Fahrhilfen und alle eingeblendeten Infos. Was der Spieler wissen will, muss er an den originalgetreu nachgebildeten Armaturen der rund 120 Fahrzeuge ablesen. Ehrensache für die Entwickler, dass bei „Elite“ auch der Simulationsgrad möglichst absurde Dimensionen annimmt. „Unter ,Elite’ muss der Fahrer sein Fahrzeug genau kennen“, berichtet uns beim Probespiel ein begeisterter Entwickler, während wir froh sind, mit 40 durch eine Kurve zu kriechen, ohne im Kiesbett zu landen.




