- Sacred 2: Fallen Angel
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- Publisher: Koch Media
- Entwickler: Ascaron
- Genre: Rollenspiel
- Release: 02.10.2008
Ach du heilige ...
10.06.2009 |
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Autor: André
Die Leute von Ascaron, das muss man ihnen lassen, haben ein gutes Timing. Ihr erstes „Sacred“ erschien just zu der Zeit, als die meisten Spieler beim dreißigsten Durchspielen von „Diablo II“ doch ein paar Ermüdungserscheinungen feststellten. Auch wenn es an Blizzards Meisterwerk nie wirklich heranreichte, es war doch ein gutes, eigenständiges Hack&Slay, das für viele Stunden Spaß brachte – nach ein paar Patches mehr oder weniger.
„Sacred 2“ auf dem PC hatte ebenfalls nicht viel Konkurrenz. Aber die Konsolenfassung trifft es noch besser. Immerhin liefern die Gütersloher hiermit praktisch das erste Next-Gen-Hack&Slay in „Diablo“-Manier ab. Helfen wird ihnen das vermutlich nichts mehr: Ascaron steht nach etlichen Verzögerungen in der Entwicklung von „Sacred 2“ und guten, aber nicht ausreichenden PC-Verkäufen bereits mit beiden Füßen in der Insolvenz. Das gibt Anlass zur Sorge, was die Konsolenversion anbelangt. Hat man das Spiel am Ende hastig fertig gezimmert, um ein wenig Luft in den sinkenden Kahn zu pumpen? Die Antwort ist ein glasklares „Jein“. „Sacred 2“ ist unfertig, aber hat durchaus seine unterhaltsamen Seiten.
Fantasy-Plutonium
Der deutsche Zocker von Welt weiß natürlich, worum es in „Sacred 2“ geht. Die Fantasy-Welt Ancaria steckt mal wieder in Schwierigkeiten. Die T-Energie, eine Art mystisches Super-Plutonium, durchzieht das Land wie die Ölquellen Saudi-Arabien. Leider ist diese T-Energie in etwa so gesund wie Tiberium und lässt die Fauna ganzer Landstriche mutieren, wenn sie außer Kontrolle gerät.
Genau das passiert natürlich, während sich die verschiedenen Fraktionen wie Elfen und Menschen um das Power-Gebräu streiten. Mit einem von sechs Charakteren könnt ihr euch entweder auf die Seite der Guten oder der Bösen schlagen, wenn es mal wieder um das Schicksal Ancarias geht.
Wie schon im PC-Spiel macht Ascaron auch in der Konsolenumsetzung leider recht wenig aus der an sich gut ausgearbeiteten Spielwelt. Wo das „Sacred“-Hörspiel und das zugehörige Buch zeigen, wie viel man aus Ancaria herausholen kann, wird auf Konsole mit Intro-Video und Textbotschaften nur wenig Flair verbreitet.
Nachdem ihr euch für einen Recken entschieden habt – die Palette reicht vom reinen Magier über Mischlinge wie den Inquisitor bis hin zu Haudraufs Marke Schattenkrieger –, geht es ohne viel Federnlesen ans Monsterverdreschen. Schon auf den ersten paar Metern wird klar, dass man hierfür die Kamera besser nah an seine Spielfigur heran zoomt. Sobald man das Ganze nämlich aus übersichtlicher Höhe betrachten will, kommt die Bildwiederholrate ins Stottern wie ein Teenager beim Liebesgeständnis. Auch heftigstes Tearing ist an der Tagesordnung. Hier hilft selbst der Zoom nur wenig. Sogar wenn man als einzelner Spieler gemächlich einen Pfad hinabläuft, stückelt das Bild auseinander, als schaute man einen bisher unbekannten „Transformers“-Film. Wenn man zu zweit an einer Konsole spielen will, bekommt man die volle Dröhnung Technikmurks. Dann wird die Kamera nämlich in weiter Ferne fixiert; Heranzoomen ist nicht mehr möglich. Das macht durchaus Sinn, denn immerhin müssen beide Spielfiguren immer im Bild bleiben. Aber die mangelhafte Technik verdirbt einem hier einiges an Spaß.
Zoom um dein Leben!
Spielerisch ist hingegen schnell alles beim Alten. Horden von unterschiedlichen Gegnern wollen in den erstaunlich weitläufigen Landstrichen verdroschen werden. Mit jedem umgeboxten Ork oder Gnom steigen dabei eure Erfahrung und die Hoffnung auf wertvolle Schätze, die euren Gegnern aus den Taschen purzeln. Durch eine erkleckliche Menge an Gegenständen, viele verschiedene Gegner und eine an sich schöne Grafik macht „Sacred 2“ hier auch einiges richtig. Der typische Sammeltrieb stellt sich rasch ein; man will „nur noch diese paar Gegner“ umhauen, es könnte ja ein neues Schwert dabei herausspringen. Allerdings ist die Verwaltung all dieser Gegenstände im Inventar recht unübersichtlich. Es gibt Funktionen zum Vergleich neuer Waffen mit der gerade aktiven, und die einzelnen Schwerter, Bögen und dergleichen lassen sich bequem auf einen der vier Haupt-Buttons legen. Begründungen, warum ich ein bestimmtes Objekt gerade nicht benutzen kann, sind jedoch nicht auffindbar oder unklar. Auch die Handelsfenster sind schlecht organisiert, so dass man extrem viel hin und her klicken muss und nur wenig Übersicht herrscht. Durch einen Bug ist das Handeln zwischen Spielern, die an der gleichen Konsole spielen, zudem unmöglich. Immerhin: Die automatische Ausrüstfunktion funktioniert recht zuverlässig. Umgekehrt macht sie einen Teil der Faszination des Spiels zunichte, wenn man nicht mehr selbst in seinen Schätzen wühlt und die coole neue Rüstung anlegt. Zudem erstreckt sie sich nur auf Rüstungsteile. Waffen müssen von Hand ausgewählt und einem der vier Buttons zugewiesen werden.



