Runes of Magic
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- Publisher: Frogster Interactive
- Entwickler: Runewaker
- Genre: Rollenspiel
- Release: 19.03.2009
Der Lockruf des Goldes
28.04.2009 |
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Autor: Hauke
World of Warcraft ist unbestritten altehrwürdiger Genrekönig unter den Online-Rollenspielen, und mit immer neuen Gegenspielern wie dem Lich King oder auch Regionen wie der Scherbenwelt aus „Burning Crusade“ sorgt man bei Blizzard dafür, dass die Kassen immer weiter klingeln. Verkauft man seine Seele für ein halbes Jahr an Blizzard, bekommt man das Visum für Azeroth ab 10,99 Euro, möchte man sich finanziell von Monat zu Monat hangeln, sind 12,99 Euro fällig. Von den Gebühren werden die Server am Laufen gehalten, die Programmierer warten mit immer neuen Überraschungen im Spiel auf, und das System läuft dank regelmäßiger Patches wie geschmiert.
Doch warum Geld ausgeben, wenn man auch gratis online spielen kann? Bisher war die Antwort auf diese Frage leicht zu beantworten, denn die komplett kostenlosen Spiele waren häufig nicht einmal Mittelmaß. Außerdem gibt es in den Titeln meistens Läden, in denen der Spieler gegen bare Münze Ausrüstung kaufen kann, die einige Vorteile verschafft und garantiert nicht kostenlos zu finden ist. Da wundert es nicht, dass in den oberen Rängen nur Spieler sitzen, die viel Geld in ihre Charaktere pumpen. Bei Publisher Frogster Interactive Pictures und Entwickler Runewaker Entertainment schlägt man in dieselbe Kerbe, ist sich der Nachteile aber bewusst und möchte mit „Runes of Magic“ Chancengleichheit zwischen Gratis-Zockern und zahlfreudigen Item-Shop-Kunden herstellen.
Einladend
Für ein Gratis-MMO präsentiert sich „Runes of Magic“ erstaunlich schick. Die Spielwelt weiß zu gefallen.
Eine Frage des Geschmacks
Wie bei den meisten MMOs kommt auch bei „Runes of Magic“ vor dem Spiel die Auswahl des Servers. Hier steht hauptsächlich die Frage „PvP oder PvE?“ im Vordergrund. Spieler können zwar in beiden Fällen gegeneinander kämpfen, der Umfang der Duelle unterscheidet sich jedoch gewaltig. Während es im PvE lediglich Duelle im gegenseitigen Einverständnis gibt und niemand ernsthaft zu Schaden kommt, darf auf PvP-Servern ab Charakterlevel 15 und einer bestandenen Einführung fröhlich gemetzelt werden. Erfolgreiche Kämpfer können sich so im Kampf Mann gegen Mann beweisen, Titel erringen und im Item-Shop exklusive Gegenstände erwerben. Doch vor den Raufereien steht, ebenfalls genretypisch, erst einmal die Charaktererschaffung. Wo sich bei der Konkurrenz Menschen, Orks und Zwerge tummeln, gibt es in „Runes of Magic“ bisher lediglich eine menschliche Rasse, die sich jedoch bei beiden Geschlechtern in zahlreichen Parametern dem eigenen Geschmack anpassen lässt.
Neben vordefinierten Gesichtern und Frisuren, die zur Auswahl stehen, lassen sich Haar- und Hautfarbe anpassen. Vom asiatischen Neopunk mit blasser Haut bis zur sonnengebräunten Naturblondine ist vieles machbar. Über Schieberegler lassen sich zudem die Körpergröße und die Proportionen einzelner Körperteile anpassen. Hier sollte man sich gut überlegen, wie man im Spiel aussehen möchte, denn für nachträgliche Veränderungen wird man zur Kasse gebeten.
Harry Potter oder Conan?
Euer Äußeres wird außerdem maßgeblich durch die Wahl der Klasse beeinflusst. Krieger sind gut gerüstete Nahkämpfer, die als Sonderfähigkeit besonders fiese Schläge mit Kampfeswut austeilen oder selbige nutzen, um sich zu stärken.
Gut abgeschaut
Die Steuerung bereitet keine Probleme. Insbesondere „WoW“-Spieler sollten sich schnell zurecht finden.
Der Kundschafter spezialisiert sich auf den Fernkampf und teilt so gezielt Schaden aus. Rückt ihm ein Gegner zu nah auf die Pelle, kann er geschickt ausweichen und Angriffe verzögern. Schurken agieren gerne aus dem Hinterhalt und teilen mit fiesen Finten großen Nahkampfschaden aus. Allerdings muss man sie nur anhauchen, damit sie zu Boden gehen.
Magier wiederum sorgen mit ihren Zaubersprüchen für hohen Schaden gegen ein einzelnes Ziel oder teilen gegen ganze Gegneransammlungen aus. Sollte es in den eigenen Reihen Verwundete geben, kommen die Priester als klassische Unterstützungseinheit zum Zuge, und Ritter nehmen zu guter Letzt die Rolle der klassischen Tanks ein. Sie stehen in der ersten Schlachtreihe, ziehen den Zorn der Feinde auf sich und stecken massenhaft Schaden ein, bevor sie sterben und Mali auf die Erfahrungspunkte kassieren. So verschaffen sie der restlichen Heldentruppe Zeit zu agieren.
Kammerjäger gesucht!
Sind alle Entscheidungen gefällt, werden wir auf die Welt losgelassen. In Taborea angekommen, dürfen wir wahlweise ein Tutorial durchlaufen oder direkt loslegen. Das Interface wird „World of Warcraft“-Spielern schnell bekannt vorkommen, Minikarte, Schnellzugriffleiste und Charakterstatus finden sich an denselben Plätzen wie bei dem großen Konkurrenten wieder. Die Bedienung geht nach der kurzen Einführung spielend von der Hand; schnell rennt man über sanft geschwungene Hügel und greift die ersten Gegner an, als hätte man nie etwas anderes gemacht. Junghelden haben in der Anfangsregion noch Schonfrist, denn überdimensionale Fliegenpilze mit Armen und Beinen und Jungwölfe sind nicht gerade beeindruckende Gegner und greifen auch nicht ohne vorausgegangene Aggression an. In einer nahe gelegenen Pioniersiedlung werden wir als Held schon erwartet; es gibt gratis Ausrüstungsgegenstände und die ersten Aufgaben. Diese gehen leider nicht über das übliche Niveau à la „Erlege zehn Wölfe und bringe das Fell dem Bürgermeister“ hinaus, sondern hier stehen nur leichte Kämpfe und Botengänge an.




