Resident Evil: Operation Raccoon City
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- Publisher: Capcom
- Entwickler: Slant Six Games
- Genre: Action-Adventure
- Release: 20.03.2012
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Kein Resi-Wunschkonzert
31.01.2012 |
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Autor: André
Wenn eine Spieleserie ununterbrochen ihre Anfänge referenziert, kann man oft ziemlich sicher sein, dass mit der neueren Historie nicht alles glatt läuft. Bei „Resident Evil“ ist das ein Streitfall. Teil vier gilt unbestritten als Geniestreich, der fünfte war ein bombiger Erfolg, ein tolles Spiel, aber für viele kein „Resident Evil mehr“. Nun sind zwei neue Spiele angekündigt: „Resident Evil 6“, das noch mehr an einen Militärshooter erinnert und noch weniger an ein Horror-Abenteuer. Und dann noch „Operation Raccoon City“, welches sich als etwas taktischer ausgelegter „Left 4 Dead“-Klon offenbart. Raccoon City, die Stadt in der alles anfing, soll das Spiel dabei den Fans als heimelig und serienzugehörig verkaufen. Aller Voraussicht nach, wird die Stadt den meisten aber fremd bleiben. Denn trotz düsterer Optik, interessanter neuer Perspektive und sehr harter Gewalt, ist es letztlich ein Abziehbild bekannter Spiele, denen es nicht viel entgegenzusetzen hat.
Zurück zu den Wurzeln
Immerhin: Der Ansatz ist schön. Wir kehren zurück zum Ursprung der schrecklichen Seuche, der in der „Biohazard“-Reihe - wie das Spiel im Original viel treffender heißt - die Bewohner ganze Landstriche in Zombies verwandelt. T-Virus, G-Virus und wie sie alle heißen, sie lassen sich auf die Experimente unter dem Spencer-Anwesen und die Verbreitung des Virus in das kleine Örtchen zurück verfolgen.
Doch diesmal spielen wir keine Mitglieder der heldenhaften Eingreiftruppe S.T.A.R.S. oder auch nur einen Überlebenden der Zombie-Apokalypse. Wir spielen die Bösen. Wir spielen einen Trupp des Umbrella Security Service (USS), der von seinen Auftraggebern in der mächtigen Biowaffen-Firma losgeschickt wurde, um die Spuren ihrer Missetaten zu verwischen.
In einer Stadt, die von Untoten überrannt wurde, in deren zerstörten Straßenzügen brennende Autos und Leichen den Weg versperren, gibt es keine Lollis. Zusätzliches Ungemach droht außerdem durch die später eintreffenden Spezialeinsatzkräfte der Armee, die Umbrellas schmutzigen Geschäften auf den Grund gehen wollen.
Ihr übernehmt ausnahmsweise mal nicht die Rolle der Guten, sondern die der bösen Umbrella-Sicherheitsbeamten.
Bis hier hin haben wir in der Theorie ein fantastisches Spiel vor uns. Erneut kein klassisch gruseliges „Resi“, wie es sich die alten Fans wünschen. Aber die Idee, auf dem „Left 4 Dead“-Prinzip aufbauend einen Drei-Fronten-Krieg im Horrorszenario einer düsteren, verwüsteten Kleinstadt zu inszenieren, ist hervorragend. Leider hat das mit der Umsetzung beauftragte Studio Slant Six Games die Chance nach unserem ersten Eindruck zu großen Teilen verspielt.
Die ehemaligen Macher einiger „SOCOM“-Teile auf der Playstation 2 und PS3 genügen sich darin, einen Taktikshooter mit viel fauligem Kanonenfutter in der Mitte zu präsentieren. Anstatt das Horror-Ambiente zu nutzen, um die Nerven des Spielers auf die Probe zu stellen, füllen sie das Spiel nur mit belanglosen Gegnerhorden und jeder Menge Blut und Gedärmen. Das Spiel erscheint dementsprechend auch leicht geschnitten in Deutschland. Leichen, denen die Gedärme heraus hängen und abgesprengte Körperteile wird es hierzulande voraussichtlich nicht geben. Besonders viel ausmachen wird das aber vermutlich nicht.
Dabei zieht das Spiel seine durchaus vorhandene Atmosphäre aus der düsteren Stadt mit ihren schmutzigen, zerstörten Gebäuden, dem Dreck, dem Blut und den tiefen Schatten. Alten „Resi“-Freunden dürfte zudem gefallen, dass sie Schauplätze aus den Teilen zwei und drei nun in moderner 3D-Grafik begehen dürfen, Auch wenn „Operation Raccoon City“ mit seinen niedrig aufgelösten und abwechslungsarmen Texturen weit von einer Grafikreferenz entfernt ist, es fasziniert einfach die Szenen der durchwachten Nächte seiner Jugend hier nochmal in vertrauter und doch völlig anderer Art wieder auferstehen zu sehen. So richtig viel Zeit zum Sightseeing hat man natürlich nicht.




