Playboy: The Mansion
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- Publisher: Ubisoft
- Entwickler: Groove Games
- Genre: Simulation
- Release: 01.03.2005
Mein Name ist Hase
08.03.2005 |
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Autor: Gleb
Hugh M. Heffner hat es sich selbst gemacht: Weil ihm sein damaliger Arbeitgeber eine Gehaltserhöhung von fünf Dollar verweigerte, baute er vom Schreibtisch aus ein Verlagsimperium auf. Das servierte ihm Weltruhm, ein eigenes Flugzeug und viele, viele Frauen. Das Rezept ist bis heute einfach: Halbnackte Mädchen, ein Hase mit Fliege als Logo und noch mehr halbnackte Mädchen, zuweilen mit Hasenohren. In „The Mansion“ dürft Ihr den Lifestyle im legänderen Domizil nachspielen: Wir veranstalten Partys, richten Zimmer ein und wechseln Gespielinen wie Socken. Ach ja, ein Magazin gibt es auch noch. Für jede Ausgabe benötigt der Spieler ein Interview, diverse Aktfotos, einen Essay und einen Bildbericht. Diese Arbeit verrichten Fotografen und Journalisten, die ihr anheuern und bezahlen müsst.
Besuch bei Heffners
Wenn das Playmate zwei Mal klingelt, muss es wichtig sein: Hugh M. Heffner bietet allen Silikonpäkchen ein warmes Zuhause.
Zum Wohle der Berichterstattung gilt es dann Prominente für das Blatt zu begeistern. Das geht natürlich am einfachsten, indem wir sie regelmäßig zu feuchtfröhlichen Happenings in die Mansion einladen. Was anfangs Spaß macht, entpuppt sich als ein monotones „Die Sims light“: Bei den Partys erscheinen US-Promis, die wir hierzulande nicht kennen. Schnell quatscht Hef die scharfe Mieze an der Bar an, eine Gouverneurin deren Vorbau größer ist als der Staat dem sie vorsteht. Ein Paar Klicks auf „Kompliment machen“ und „Witz erzählen“ später mag sie uns so sehr, dass sie für das nächste Cover posiert. Im Fotomodus können Sie die Gute dann bis auf die Ohrringe ausziehen und zeigen, wie nackte, ungeschönte Politik auszusehen hat - ein Gag, der spielerisch keine Bedeutung hat. Die Ausgabe ist fertig und bringt 120.000 Dollar ein, die wir in Teppiche und Lampen investieren können. Viel mehr müssen Sie in den 14 Missionen nicht tun. Ab und an gibt es besonders hart zu knackenden Besuch oder Streitigkeiten innerhalb des Hauspersonals. Hier wie dort macht Hef im Grunde nichts anderes, als auf Buttons zu drücken, bis der jeweilige Gegenüber uns mag, mit uns ins Bett geht oder ein Geschäft abschließt. Manchmal auch alles auf einmal. Sollte das bei Hugh Heffner wirklich so simpel gewesen sein, muss der Mann vor Charme gestrahlt haben, wie eine Atombombe. Von der Massagebank bis hin zur Tiki-Fackel gibt es 300 Gegenstände für die Mansion, die nach und nach freigeschaltet werden. Alles ist eine Frage des Geldes: Ein teures Gemälde macht sich gut über dem Schreibtisch, viel besser, als ein blödes Foto von der ersten Ausgabe. Einen besseren „Wohlfühl“-Wert wie in „Die Sims“ bringt der Krempel aber nicht, getreu dem Motto „Nice to have“ bestimmt hier schlichtweg der Deko-Wahn.
Trotzdem: In der lasziven Villa so richtig den Innenausstatter rauszulassen, macht durchaus Spaß. Cool ist überdies, das Personal und Gäste die Gegenstände selbstständig nutzen, sich auch mal spontan nackig machen und auf den Sofas rumhoppsen. Außer Brüsten gibt es dabei jedoch nichts zu sehen – „The Mansion“ ist ab 16 freigegeben und es fragt sich, ob die Zielgruppe da nicht mehr vom dem Spiel erwartet. Sogar der Chef persöhnlich behält brav die Hose an, wenn er seine Belegschaft im Garten durchnagelt.
Reite Samba mit mir
Wer effizienter Cash machen will, muss die demographische Entwicklung der Leserschaft im Auge behalten und auf spezielle Wünsche, zum Beispiel mehr Sport-Themen, eingehen. Dieser Wirtschaftspart fällt jedoch so klein aus, das er nach wenigen Stunden in Vergessenheit gerät. Ohnehin ist das Vernügen kurz: Da sich das gesamte Spiel auf das Haus und seinen Poolbereich beschränkt, kehrt auch im Leben eines Sexmillionärs irgendwann Gevatter Langweile ein. Hef schafft sich ein Paar Freundinnen an, hängt mit ihnen im Whirpool rum und kauft einen Billardtisch – that’s it. Klingt als würde sich dieser Artikel wiederholen? Fein, haben wir das Spielgefühl also einfangen können. Zwischendurch erfahren wir, dass das Durschnittsgewicht der Playmates seit 1960 um fünf Pfund gestiegen ist. Besorgnisserregend, wirklich. Ironischerweise ist das Interface nicht so simpel wie das Gameplay: Stellenweise verirrt man sich trotz Tutorial in den Menüs. Grafisch kann „The Mansion“ nicht mit dem Vorbild „Die Sims 2“ mithalten: Es gibt eine unnötige Beschränkung auf 800*600 Bildpunkte und Carmen Electra sieht genau so aus wie ihre Barhäschen, ihre zweite Freundin und die gerade gefeuerte Journalistin – vielleicht hätte man einen plastischen Chirurgen einbauen sollen. Immerhin gibt es ein Sammelsurium witziger Tanz- und Bumsanimationen. Urkomisch ist auch die Intelligenz der Silikon-gestützten Blondinen, die gerne mal 10 Minuten in der Ecke stehen oder sich wie auf Schienen im Kreis drehen.
Wohnst du schon...
Vom Bett über Nachttischleuchten bis hin zu Bildern kann man so ziemlich jeden Einrichtungsgegenstand freispielen und kaufen. Einen Nutzen haben sie aber nicht.
Dafür ist die Musik ziemlich cool und läßt sich jederzeit, nach Genres sortiert, an der Stereoanlage abrufen. Wer will, kann all das auch in einem Endlosmodus genießen. Empfehlen können wir das aber nur denjenigen, die Spiele wie „Rotlicht Tycoon“ und „Erotic Empire“ gekauft haben. Ansonsten ist „The Mansion“ nur ein mäßiger Versuch, ein „Die Sims“ mit Erotik und dem coolen Image eines Sexgiganten zu koppeln. Wer das will, greift daher nach wie vor zu Koch Medias Sims-Alternative „Singles“, die den nötigen Schuss Körperkontakt deutlich besser rüber bringt. Wer allerdings Spaß an einem simplen, frivolen Spielchen hat, dass sich selbst nicht allzu bierernst nimmt, könnte in Hugh Heffners Puschen glücklich werden.




