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PlayStation Move

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Jetzt kommt Bewegung in die Sache

11.03.2010 | Autor: André

Nach zwei Tagen Regenwetter in San Francisco ist am Mittwoch endlich wieder Sonnenschein angesagt. Eine gute Sache, insbesondere wenn der Krawall-Redakteur ausnahmsweise mal brav in der Schlange steht, anstatt „Ich bin Arzt! Lassen Sie mich durch!“ zu schreien, um sich an die Spitze der Wartenden zu mogeln, wie wir das im Kino immer machen. Doch hier geht es immerhin nicht darum, als erster an der Popcorn-Theke zu sein.

Unser heimlicher, feuchter Traum: Auf so einer Leinwand „God of War“ zocken. Für dessen Releaseparty hatten wir keine Zeit. Schnüff.

Nein, wir stehen Schlange, um als eine der ersten Redaktionen weltweit Sonys neuen Bewegungscontroller auszuprobieren. Okay, wir und ungefähr dreihundert andere. Aber wir kommen uns trotzdem wichtig vor. Nur, wenn wir es recht bedenken, war das ja auch schon vorher der Fall.

Die beste Lösung?
Kurze Zeit später kuscheln wir uns dann auch schon in einen der Plastikstühle, drei Reihen von Shuhei Yoshida, Präsident von Sonys World Wide Studios, entfernt und lauschen den Worten des Japaners. „Playstation Move“, so heißt Sonys Antwort auf die Wiimote, und schon die ersten Bilder auf der gigantischen Leinwand lassen den Begriff „Me too“-Produkt in ganz neuem Licht erstrahlen. Wo Microsoft mit seinem „Project Natal“ wenigstens einen technisch aufregenden Schritt hin zum völlig Controller-befreiten Spielen wagt, geht Sony einen Schritt weiter. Nur eben in die andere Richtung. Der ohnehin Wii-ähnliche Controller bekommt nun offiziell neben einem Namen auch noch einen „Sub-Controller“ spendiert. Vom „Nunchuk“ der Wii unterscheidet sich das Ganze jetzt auf den ersten Blick nur noch durch mehr Knöpfe und das fehlende Verbindungskabel. Außerdem hat Sonys „Sub-Controller“ im Gegensatz zum Nunchuk keine Bewegungssensoren integriert. Er bietet allein einen Analogstick und weitere Buttons, um komplexere Spiele zu unterstützen. Das scheint zunächst ein reichlich dreister Fall von Nachmacherei zu sein. Ist es auch. Aber bevor ihr in Buhrufe ausbrecht, solltet ihr vielleicht noch einen Moment waren. Denn im Endeffekt könnte sich Sonys Bewegungssteuerung, auch im Vergleich zu „Project Natal“, als die für den echten Zocker beste Lösung herausstellen.

Nachgemacht, aber besser
Bei Sonys „Playstation Move“ handelt es sich nämlich praktisch um eine fortgeschrittene Version der Wii-Steuerung. Der herkömmliche „Move“-Controller ähnelt in seiner Form einem Mikrofon.

Auf dem schlanken Controller sind dabei die vier bekannten Playstation-Buttons untergebracht. Zusätzlich gibt es einen fetten „Move“-Button und einen Trigger auf der Rückseite, praktischerweise „T“-Button genannt. Auch Start, Select und den Home-Button gibt es da, allerdings etwas unbequem erreichbar, nämlich leicht versenkt an den Seiten. Oben drauf auf dem Ganzen thront eine Art beleuchteter Tischtennisball. Dieser einheitlich geformte Knubbel ist der wenig subtile Kniff des Controllers. Da die Größe des Move-Leuchtballes bekannt ist und dieser auch in schlechten Lichtverhältnissen immer sichtbar ist, kann die Software hinter „Playstation Move“ die genaue Position des Controllers im Raum bestimmen. Wie bei der Wii sind zusätzlich Bewegungssensoren im Controller enthalten, die seine Neigung und Beschleunigung messen und an die Konsole weitergeben. Das Ergebnis ist ein enorm präzises Abbild jeder kleinsten Bewegung des Spielers. Die einzige Grenze setzen der Bewegungserkennung hier nur noch die Bildwiederholrate und die Auflösung der „Playstation Eye“-Kamera. Sie ist es, deren Bilder die Berechnung der Controller-Position erlauben. Mit einer Bildwiederholrate von 60Hz und einer Auflösung von 640x480 ist sie jedoch durchaus gut ausgestattet. Nur extrem schnelle oder extrem feine Bewegungen entgehen der Kamera von Haus aus. Ein großer Vorteil ist, dass das „Playstation Eye“ zudem extrem flink ist und seine Daten fast latenzfrei an die Konsole übermittelt. So ist zumindest vom Hardware-Setup bei Sony grundsätzlich keine erheblich höhere Verzögerung bei der Eingabe zu befürchten als bei Controllern.

Peter Dille von Sonys Worldwide Studios bei der Ankündigung. Er verspricht: Wir nehmen die Core Gamer ernst.

Technik für Zocker
Diese Technik ist es, die „Playstation Move“ sowohl gegenüber „Project Natal“ als auch der Wiimote in den Vorteil setzt. Denn während Microsofts Technik sicherlich die technisch innovativere Leistung ist, ist ihre komplexere Technik anfälliger für Eingabeverzögerungen. Schon bei simpelsten Spielen, wie der bisher demonstrierten Ganzkörper-Variante von „Breakout“, ist eine leichte Latenz spürbar. Zudem verfügt „Natal“ über keinerlei „Pointer“-Funktion, wie es sie bei Wiimote und „Playstation Move“ gibt. Dort kann man einfach mit den Controllern auf den Bildschirm zeigen und einzelne Punkte anvisieren. Für „Natal“ wird das – zumindest ohne weitere Zusatzhardware – so ohne Weiteres nicht möglich sein. Gegenüber der Wiimote hat Sony wiederum den Vorteil verminderter Störungsanfälligkeit und höherer Akkuratesse. Das eingesetzte Erkennungsmodell über das „Playstation Eye“ und die leuchtende Kugel erlaubt eine präzisere Abtastung. Gerade bei Shootern, in denen man oft beinahe Pixelgenau zielen muss, ein großer Vorteil. Die genaue Verortung des Controllers im Raum ist sogar nur dem „Playstation Move“-Controller möglich. Die Wiimote muss man hierfür mit der Spitze voran auf den Fernseher gerichtet halten.

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