- Pathologic
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- Publisher: Frogster Interactive
- Entwickler: Ice Pick Lodge
- Genre: Action-Adventure
- Release: 20.04.2006
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Bitte bleiben Sie gesund
05.10.2004 |
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Autor: André
Nikolay Dybowsky, Chef des russischen Spieleentwicklers Ice Pick Lodge, schaut ein wenig verklärt drein. Entweder ist der Mann ein Schöngeist oder in seinem originellen Teepott ist vielleicht doch nicht nur warme Milch mit Honig. „Wir betrachten Computerspiele als eine Kunstform“, sind denn auch seine ersten Worte. Okay, Beweisführung abgeschlossen. In seinem Action-Adventure „Pathologic“ erwartet den Spieler dementsprechend eine Mischung aus Realismus und abgedrehtem Design. Nur dass Nikolay das Spiel nicht als Action-Adventure bezeichnet. Es ist ein „Survival Game“. Wie man es auch nennen mag, die Idee dahinter ist interessant: Als einer von drei Charakteren gelangen wir in eine kleine Stadt in der russischen Provinz. In dem öden Kaff sterben in letzter Zeit immer mehr Menschen, nicht nur aus Langeweile.
Licht und Schatten
Derzeit ist das Spiel noch sehr uneinheitlich: Die Texturen der Tapete sehen ziemlich gut aus, die der Vorhänge beispielsweise gar nicht.
Eine seltsame Krankheit macht die Runde. Niemand weiß, woher die tödliche Infektion kommt und wie sie zu heilen ist. Auch der Spieler steht zunächst vor einem Rätsel: Genau zwölf Tage hat er Zeit, seinen unsichtbaren Gegner zu besiegen. Nach Ablauf dieser Frist geht das Spiel unweigerlich zu Ende – im Guten oder Schlechten. Dabei verschärft sich die Situation immer mehr. In der Stadt greift die Seuche weiter um sich, Verfall und Krankheit zeichnen immer stärker die Straßen. Die Epidemie ruft auch die Regierung auf den Plan. Zur Eindämmung der Krankheit werden erbarmungslose Säuberungskommandos unter der Leitung der so genannten Inquisitoren ausgesandt. Statt Spritze und feuchten Wickeln setzen diese Jungs lieber auf Blei und Flammenwerfer. Bevor sich die Dinge aber derart zuspitzen, geht es eher beschaulich zu. Ihr habt die Wahl, ob ihr das Spiel in Gestalt eines cleveren Intellektuellen, eines desillusionierten Chirurgen oder eines Mädchens mit übernatürlichen Heilkräften bestreiten wollt. Jeder der Drei soll die Handlung anders durchlaufen, startet an einem anderen Punkt und muss sich andere Lösungswege einfallen lassen. In eher mittelprächtiger 3D-Grafik durchstreift ihr zu diesem Zweck das russische Städtchen. Jedes der Häuser kann betreten werden und auch die umliegenden Landschaften laden zur Erkundung ein.
Wie in „GTA“ werden dem Spieler nur wenige Grenzen gesetzt - er kann sich frei bewegen, mit jedem Bewohner quatschen und allerlei Krimskrams aufsammeln. Über 150 Objekte sind in der Spielwelt untergebracht worden.
Gute Preise – Gute Besserung
Um die Stadt und sich selbst vor dem Untergang zu bewahren, wird der Spieler mit der ansässigen Bevölkerung sprechen müssen. Rund 27 Schlüsselcharaktere warten darauf, euch in ein Pläuschchen zu verwickeln. Abhängig von euren Aktionen werden nicht alle davon das Ende des Spiels erleben. Auch werdet ihr im Spielverlauf feststellen, dass nicht jeder im Dorf wirklich der ist, der er zu sein scheint. Auf irgendeine Weise sind alle Bewohner in den Ausbruch der Seuche verstrickt, wissentlich und unwissentlich. Auch der Spieler selbst ist nicht gefeit gegen den heimtückischen Virus. Eure Charakterstatistiken verschlechtern sich, je länger ihr euch im befallenen Gebiet aufhaltet. Acht verschiedene Attribute beschreiben eure Spielfigur, darunter neben Standardwerten wie Gesundheit und Geschicklichkeit auch Werte für Immunität oder Hunger. Neben der Suche nach Ursachen und Heilung stehen auch immer wieder Action-Elemente im Vordergrund. In den Außenbezirken der Stadt lauern Banditen auf euch und auch das anrückende Militär lässt sich nicht immer umgehen. Um euch zur Wehr zu setzen, stehen zu Beginn nur die Fäuste zur Verfügung. Später könnt ihr beim ansässigen Waffendealer auch den einen oder anderen Argumentationsverstärker erwerben.
Alle Tassen im Schrank?
Nikolay Dybowsky von Ice Pick Lodge will mit Pathologic ein Spiel schaffen, dass den Spieler durch Atmosphäre und cleveres Design gefangen nimmt.
Der Entwickler legt jedoch wert auf die Feststellung das Kämpfe im Spiel eine untergeordnete Rolle spielen werden. Statt dessen heißt es die Stadt erforschen, Quests erledigen, Hinweisen nachgehen und Gefahren durch Geschick und Cleverness umschiffen. Während die Grafik nicht wirklich überzeugen kann, klingt die Spielidee verheißungsvoll. Das düstere Szenario, einige bizarre Designideen und der unerbittliche Countdown bieten viel Raum für Spannung, auch wenn die Action nicht die erste Geige spielt. Ob der Entwickler das Missionsdesign und die Spielatmosphäre tatsächlich so hinbekommt, dass wir uns von „Pathologic“ infizieren lassen, wissen wir im Frühjahr 2005. Wir warten jedenfalls gespannt.



