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17.09.2009 | PC Xbox 360 Playstation 2 Wii | Autor: Nils Ehring

Mit „Oben“, dem virtuellen Ableger zum gleichnamigen Pixar-Film, trudelte endlich mal wieder ein Kinderspiel in unserer versifften Redaktionsbude ein. Im tiefsten Inneren freuen wir uns stets über derartige Titel. Ganz einfach, weil sie leicht zugänglich sind, im Idealfall gut unterhalten und eine willkommene Abwechslung zum Einheitsbrei darstellen, der erwachsenen Zockern so vorgesetzt wird. Bei „Oben“ war dennoch gewisse Skepsis geboten, schließlich kommen die Konsolenfassungen aus dem Heavy Iron Studio („Wall-E“) und der PC-Ableger vom französischen Entwickler Asobo („Fuel“). Beide Schmieden haben sich in letzter Zeit nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Aber genug der Vorurteile, lasst uns unvoreingenommen und gnadenlos wie Kinder an die Sache herangehen.

Das Erste, was man nach dem Einlegen der Disc aus dem Zimmer seiner Kleinen hören wird, dürfte ungefähr so klingen: „Mann, das ist aber eine doofe Story, ey. Da lese ich doch lieber eins dieser scheiß Bücher, mache Hausaufgaben oder gehe draußen spielen.“ Ganz unrecht hätten die kleinen Racker damit nicht.

Optisch wurde „Oben“ eher lieblos umgesetzt. Nur die putzigen Animationen können überzeugen.

Während PC-Kids und PS2-Besitzer immerhin in den Genuss von farbigen, aber unscharfen Zwischensequenzen kommen, müssen Xbox- und Wii-Spieler mit drögen Stummfilmszenen vorlieb nehmen. Mit beiden Varianten schießt „Oben“ nicht gerade den Vogel ab, denn die Geschichte vom tattergreisen Carl Fredricksen und dem pummeligen Pfadfinder Russell hätte man deutlich besser erzählen können.

Die zwei reisen zu den Paradiesfällen, immer das an Ballons schwebende Haus von Carl im Gepäck. Am Zielort angekommen, trifft das ungleiche Paar auf den Schurken Muntz, der eine sprechende Hundemeute auf sie loslässt. Glücklicherweise wird mit der Zeit aus dem Duo ein Quartett: Der exotische Vogel Kevin und der Köter Dug, eine Presswurst auf vier Beinen, gesellen sich noch zum Heldenteam dazu.

Kooperation im Kinderzimmer
Jede Figur bringt ihre ganz eigenen Fähigkeiten fürs Jump-and-Run-Abenteuer mit. Und da man fast ausschließlich vor Probleme gestellt wird, die sich nur gemeinsam lösen lassen, ist Kooperation gefragt. Hauptsächlich seid ihr mit Carl und Russell unterwegs. Wer keine echten Freunde hat, muss mit einem KI-Kumpel vorlieb nehmen, der ab und an auch mal blöd im Weg rumsteht oder nicht genau weiß, was er eigentlich zu tun hat. Falls sich doch noch einer erbarmen sollte mitzuspielen, kann er jederzeit mitten ins Abenteuer springen.

Die Multiplayer-Dreingabe in Form von Luftgefechten kann auf Dauer ebenso wenig begeistern wie die Kampagne.

Einzelgänger dürfen per Knopfdruck zwischen den Charakteren hin und her wechseln. Und so läuft, springt, rutscht und klettert man durch Dschungelgebiete, Tropfsteinhöhlen und Gebirgslandschaften. Unterwegs gilt es Münzen und Museumsgegenstände einzusammeln, um Extras freizuschalten. Im Sekundentakt kreuzen kleine Rätseleinlagen euren Weg, die die Fähigkeiten beider Helden in Anspruch nehmen.

Mal müsst ihr Russell auf einer Wippe platzieren und mit Carl auf die freie Seite des Katapults springen, um das Pummelchen über einen Abgrund zu schleudern. Oder ihr schiebt euch mit dem Pfadfinder zunächst einen schmalen Weg entlang und zieht den Rentner mit Russels Seil eine Wand hinauf. Das Spiel zeigt euch stets mit kleinen Icons an, wessen Fähigkeiten gerade gefragt sind. Diesbezüglich hilft auch das recht witzige Gequatsche des Duos auf die Sprünge.

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