- Need for Speed Underground 2
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- Publisher: Electronic Arts
- Entwickler: Electronic Arts
- Genre: Rennspiel
- Release: 17.11.2004
Tiefer, schneller, besser
15.11.2004 |
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Autor: Toby
Fortsetzungen haben den Ruf, kaum noch etwas Neues zu bieten. Und gerade bei Electronic Arts sind viele Zocker skeptisch, kassiert der Branchenführer mit seinen Sport-Titeln doch Jahr für Jahr kräftig ab. Unter der Motorhaube von „Need for Speed Underground 2“ steckt aber keine Mogelpackung, sondern eine frei befahrbare Metropole. Wie in „Grand Theft Auto“ cruist ihr lässig durch die Straßen: Die Namen der Stadtteile werden eingeblendet und eine kleine Karte am Rand zeigt die Rennorte an. Faule Pedaltreter lassen sich via GPS-System lotsen – einfach das Ziel auswählen und schon zeigt ein Pfeil die Richtung an.
Catch me if you can
Wer einen Raser im Duell besiegt, erhält ein kleines Taschengeld. Mit etwas Glück gibt es sogar ein einzigartiges Tuning-Teil.
Während ihr euch im freien Modus noch einen Boliden aussuchen dürft, fängt man in der Karriere-Option mit einem ollen 08/15-Schlitten an. Macht nichts, denn die Raserorgien haben es in sich. Wie schon im Vorgänger warten Rundenkurse, Sprints von A nach B sowie Drag- und Drift-Herausforderungen auf euch. Die letzte Disziplin gibt es nun auch in einer aufgebohrten Ausgabe: In „Underground 2“ stören beim Schlittern und schnellem Gänge schalten dahintuckernder Gegenverkehr. Schade nur, dass diese spaßigen Renntypen nur selten angeboten werden. Eine Spur verbreiteter sind Wettbewerbe in Street X-Arenen. Die verwinkelten Kurse sind oft erst nach mehreren Versuchen zu meistern.
Adrenalin ist mein bester Freund
Die Underground Racing League ist da schon langweiliger. Zwei Mal rast man sich sechs Runden lang die Seele aus dem Leib. Das sind nicht nur ein paar Kilometer zuviel, die Gegner rollen auch meistens nur hinterher. Auch sonst leistet sich die K.I. hin und wieder Aussetzer und fährt im Akkord gegen die Wand. Dafür sind die Schauplätze ausnahmslos gelungen: In der Rennliga düst ihr auf einer klassischen Formel 1-Rennstrecke oder auf Flughafengelände umher. Der Rest der Stadt kann sich ebenfalls sehen lassen. Ob kurvige Strecken im Snob-Viertel, die kreuzungsreiche Innenstadt oder grandiose Autobahnabschnitte, das rechte Pedal bleibt durchgedrückt. Und während im ersten Teil die immergleichen Kurse ein Dorn im Auge waren, ist „Underground 2“ deutlich abwechslungsreicher.
Nach und nach werden nämlich weitere Stadtteile frei geschaltet – „GTA“ lässt nochmals grüßen. Noch eine tolle Idee ist das kleine Rasduell für zwischendurch. Erspäht ihr auf der Karte einen anderen Tuning-Freak, startet dieser per Tastendruck durch. Wer den Rivalen abhängt, darf sich über ein kleines Trinkgeld freuen. Apropos Kohle: Die gibt es mittlerweile nicht nur für Siege. Bei echten Champions stehen nun auch Sponsoren vor der Tür und schütten ihr Portmonee aus. Klar, dass man dann auf dem Cover eines Tuning-Magazins oder einer DVD landet. Vor dem Foto-Shooting wird die Karre neuerdings in eine bevorzugte Position gefahren und der Kamerawinkel ausgewählt.
Weck’ den Tuner in dir!
Doch was macht man nun mit den ganzen Moneten? Klare Sache, es wird einer der zahlreichen Tuning-Shops angesteuert. Dort gibt es eine noch größere Auswahl an Felgen, Hydraulik-System, Flügeltüren, dicke Boxen im Kofferraum, blinkende Unterboden-Beleuchtung, ausgeflippte Tachometer und ,und, und. Schnell verfällt man der Spoiler-Sucht. Akribische Tieferleger schicken ihr Baby auch noch zum Leistungs-Tuning. Entweder machen die Mechaniker das PS-Monster für eine bestimmte Rennart fit, oder ihr fummelt höchstpersönlich an Getriebe- oder Motor-Einstellungen herum. Wer dann immer noch Letzter wird, legt sich den Cadillac Esclade oder einen Lincoln Navigator zu, denn „Underground 2“ hat auch protzige Jeeps in petto. Später steht dann ein Audi TT oder der Nissan 350Z in der Garage. Sein aufgemotztes Prachtstück darf man dann nicht nur im Internet, sondern auch im Netzwerk anderen Untergrund-Fahrern zeigen. Eine Bewertung des Multiplayer-Modus war mit unserer Test-Version leider noch nicht möglich.
Wir sind die Coolsten...
...wenn wir Cruisen. EA hat zwar ein wenig bei Grand Theft Auto abgeguckt, es hat sich aber gelohnt: Das Umherfahren macht eine Menge Spaß.
So oder so warten wir aber immer noch auf das überfällige Schadensmodell. Schon für „Underground“ war es angekündigt, dann auch für Teil 2 – herausgekommen sind schon wieder unzerstörbare Flitzer. Wenigstens ist die Grafik wieder eine Augenweide. Bunte Casinos, düstere Industriegebiete und ein herrlicher Ausblick auf die Stadt sorgen für noch mehr Freude am Fahren: Schön, dass wir nun auch bei Regen Vollgas geben dürfen. Noch besser ist die Benutzung des Nitro-Turbos, denn dann verschwimmt das restliche Geschehen und der Tunnelblick ist garantiert. Aus den Boxen hämmern dabei rockige Tracks, während im Menü Gangsta-Rapper Snoop Dogg und Fat Joe („Lean back“) regieren – dieser Soundtrack gehört auf CD gepresst.



