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Sven Bumm wollen!

25.10.2004 | PC | Autor: André

Ersteindruck:
75 - 84%
Selbst gespielt:
Nein

Stellt euch folgende Szene vor: Unter dichtem Maschinengewehrfeuer hinweggeduckt hechtet ihr in den rettenden Schützengraben. Mörserfeuer von der stark befestigten Verteidigungsanlage vor euch schleudert Splitter und Erde meterweit nach oben. Kaum habt ihr eure Waffe nachgeladen, stürmt auch schon ein deutscher Soldat um die Ecke. Wenige Sekunden später liegt der durchsiebt in der Ecke und das Magazin ist schon wieder halb leer. Direkt vor euch walzt ein Panzer über den Graben. Das in der Abendsonne sanft glänzende Metall ignoriert ihr geflissentlich und stürmt weiter vor. Fertig mit vorstellen? So, um welches Spiel geht es? Klingt wie „Call of Duty“? Isses aber nicht! Das Thema Zweiter Weltkrieg – mittlerweile so plattgewalzt wie eine Coladose auf der Autobahn – bekommt einen neuen Eintrag von einem alten Bekannten. „Mortyr II“ vom polnischen Entwickler Mirage rückt langsam aber sicher Richtung Front vor. Der Nachfolger zum mehr oder minder gefloppten Titel aus dem Jahre 1999 hat sich komplett von seiner etwas wirren Zeitreisestory verabschiedet. Die Fortsetzung präsentiert sich statt dessen als reinrassiger Kriegsshooter. Auch diesmal gilt es jedoch wieder die Welt vor den Nazis und einer geheimen Wunderwaffe zu bewahren. Sven Mortyr, ob verwand oder verschwägert mit dem Protagonisten aus Teil 1 ist uns nicht bekannt, startet dazu eine Odyssey durch Europa. Hoch oben in Norwegen geht es los. Dort schleicht ihr euch durch weite Schneefelder und schaltet kleine Wachposten aus. Die Vorgehensweise ist dabei meist vielfältig wählbar. Entweder man tapst komplett am Feind vorbei oder erobert beispielsweise einen Jeep mit Bord-MG, mit dem dann richtig aufgeräumt wird.

Nix wie weg!
Bei unserem Überfall auf einen kleinen deutschen Wachposten in Norwegen verursachen wir geppfelgte Hektik unter den Soldaten.

Ganz dem Shooter-Zeitgeist entsprechend, wird es nämlich auch benutzbare Fahrzeuge geben: Darunter Panzer, Motorräder und Helikopter. Quer durch 14 Level setzt ihr eure Reise über Polen bis hinunter nach Griechenland fort. Nach dem noch recht langsamen Einstieg in das Spiel, geht es später wie oben beschrieben richtig zur Sache. Während ihr im einfachsten von vier Schwierigkeitsgraden noch mit der Rambo-Nummer durch kommt, geht es im höchsten ans Eingemachte.

Dann zählt auch jede Patrone und jedes Erste-Hilfe-Päckchen, von denen man sonst reichlich findet. Fallen gelassene Waffen eurer dahingeschiedenen Gegner könnt ihr jederzeit aufsammeln. Blöd nur, wenn die ihre Knarre schon fast leer geschossen haben. Dann sind nämlich nur noch ein paar Kugeln im Lauf.

Für Anlieger frei
Wenn euch auf eurem Weg ein fest installiertes MG ins Auge springen, dürft ihr den Ballermann nach Lust und Laune benutzen. Bei Bedarf ist der vorherige Besitzer zuerst auszuschalten.

In der Preview-Version, die wir vergangene Woche anspielen durften, verhielten sich die bösen Schergen bereits recht clever. Wenn ihr in einem der kleinen Außenposten Norwegens das Feuer eröffnet, stürmen die Soldaten wie aufgescheuchte Hühner in Deckung. Hinter Holzstapeln und Blockhütten verschanzt, erwidern sie dann das Feuer. Der eine oder andere versucht es natürlich auch mit dem bleibten Frontalangriff, aber auch Kanonenfutter muss ja mal sein. Die einzelnen Level sind sehr groß und konfrontieren den Spieler so oft es geht mit neuen Aufträgen. Zu Anfang kümmert ihr euch zum Beispiel um drei Luftabwehrgeschütze. Das letzte davon ist kaum explodiert, schon meint das Oberkommando ihr könntet ja auch mal die dicke Kanone auf dem Eisenbahnwagen da hinten platt machen. Also wieder durch die feindlichen Linien geballert, einen großen Bogen um Minenfelder gemacht und zur Kanone. Dort wird mal mal schnell das Ziel markiert und ihr könnt zusehen, wie eine kleine Bomberstaffel einfliegt und das große Kaliber klitzeklein macht. Natürlich heißt es für euch vorher aber die Füße in die Hand nehmen und ganz schnell ganz weit weg rennen. So macht „Mortyr II“ zwar keine riesigen Sprünge, zeigt sich aber nach dem stellenweise sehr schrottigen ersten Teil als überaus solider Shooter. Die Grafik ist ordentlich, stellenweise sogar richtig hübsch. Wenn matt glänzende Panzer über das weite Spielfeld rollen und euch in einen Berg eingegrabene Bunkeranlagen beschießen, kommt richtig Stimmung auf. Für die deutsche Version des Spiels hat man sich allerdings von Blut und Hakenkreuzen verabschiedet. Während Letzteres leicht zu verschmerzen ist, stört die fehlende Trefferanzeige. Ob ihr einen Soldaten nun getroffen habt oder nicht ist so nicht immer klar erkennbar. Dennoch: Wer auf Kriegsshooter steht, sollte das Spiel definitiv zur Musterung antreten lassen. Wir werden es genauso halten und euch dann mit einem Test versorgen. Erscheinen soll das Spiel übrigens schon sehr bald. Mite November wird angepeilt. Bis dahin tröstet euch vielleicht unser frühes Interview mit dem Entwickler über die Wartezeit hinweg.