- Mass Effect 2
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- Publisher: Electronic Arts
- Entwickler: BioWare
- Genre: Rollenspiel
- Release: 29.01.2010
Unendliche Weiten
26.01.2010 |
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Autor: Olaf
Trennungen tun manchmal weh. Und so schmerzt es uns auch, wenn wir uns bereits nach wenigen Spielminuten von unserem geliebten Schlachtschiff Normandy verabschieden müssen. Das gute Stück hat uns in „Mass Effect“ durch viele Schlachten treu begleitet. Jetzt wird es von einem Raumkreuzer der ekeligen Kollektoren zerlegt. Colonel John Shephard kann gerade noch seinen Navigator Joker in eine der letzten Rettungskapseln schubsen, bevor er selbst in den Weltraum hinausgesaugt wird.
Ja, der gute Shephard segnet ebenfalls gleich zu Beginn von „Mass Effect 2“ das Zeitliche. Aber ein Ende kann auch ein Neuanfang sein. Und so landen wir prompt im Charaktereditor des BioWare-Action-Rollenspiels. Hier basteln wir uns entweder einen eigenen Charakter zusammen oder wählen einen der vorgefertigten Helden. Der Editor ist erneut erfreulich umfangreich, erinnert aber stark an den Baukasten aus dem ersten Part. Zum Abschluss geben wir noch Herkunft, Ruf und natürlich die Klasse an. Insgesamt sind sechs Berufsgruppen in „Mass Effect 2“ enthalten: Soldat, Infiltrator, Frontkämpfer, Wächter, Experte, Techniker.
Kenner des ersten Teils haben zudem die Möglichkeit, ihren alten Helden zu importieren. Das funktioniert dank integrierter Buttons absolut problemlos. Auf diese Weise erspart ihr euch die Anfangsphase des Spiels und braucht obendrein nicht den Fragenkatalog von Jacob und Miranda über euch ergehen zu lassen. Neueinsteiger müssen den Kollegen nämlich kurz Rede und Antwort stehen und so Geschehnisse aus dem Vorgänger aufarbeiten. Dies hat im Spiel selbst leider eher wenige Konsequenzen; nur gelegentlich werdet ihr auf eure Schand- oder Heldentaten angesprochen. Trotzdem ist es ein gutes Gefühl, mit seinem bekannten Helden noch einmal in die Schlacht ziehen zu dürfen.
Gut organisierte Reise
Euer Ziel ist zunächst die Untersuchung einiger Kolonien. Denn immer wieder verschwinden Menschen spurlos. Die Geheimorganisation Cerberus hat die Kollektoren im Verdacht, etwas mit diesen merkwürdigen Vorkommnissen zu tun zu haben. Shephard schließt sich dem Unternehmen eher widerwillig an – schließlich kämpfte der Soldat im ersten Teil noch auf Seiten der Allianz. Diese ist aber inzwischen nur noch ein Schatten ihrer selbst und nahezu machtlos.
Aber wir wollen auch nicht zu viel vorweg nehmen! Nach einigen Einsätzen und Unterredungen mit dem Unbekannten steht fest: Shephard muss etwas gegen die Kollektoren unternehmen. Doch dazu brauchen wir ein schlagkräftiges Team. Daher düsen wir quer durch die Galaxie, um alte und neue Kameraden anzuheuern.
Die gute Nachricht: Das Reisen mit der Normandy II klappt auf der neuen Sternenkarte absolut tadellos. Auf Klick steuern wir Massenportale – die Autobahnen der Zukunft – an und erreichen so problemlos unser Ziel. Aktivierte Missionen sind auf der Sternenkarte ebenso vermerkt wie bislang unbekannte Planeten.
Diese können wir zwar nur selten anfliegen, dafür aber scannen. Denn nur auf diese Weise finden wir wertvolle Rohstoffe, die wir später für Upgrades benötigen. Das Scannen und anschließende Aussenden von Sonden dauert leider extrem lange und mutiert schnell zur mühevollen Geduldsprobe.
Wir brauchen Waffen!
Doch kommen wir zurück zu unserer Mission: der Suche nach neuen Teammitgliedern. Miranda Lawson und Jacob schließen sich uns automatisch an, alle acht weiteren Recken müssen wir selbst rekrutieren.
Den Scharfschützen Garrus etwa finden wir auf dem Schurkenplaneten Omega 4. Hier hausen jede Menge Ganoven und wir haben gelernt, nicht von jedem Barkeeper einen Drink anzunehmen.
Bevor wir Garrus aber treffen, müssen wir einige Nachforschungen anstellen und Schlachten bestehen. Die Missionsstruktur ist für jeden der insgesamt zehn Helden sehr ähnlich, was aber aufgrund der glaubwürdigen Spielwelt und der tollen Dialoge kaum ins Gewicht fällt. So finden wir Garrus, wie er von gleich mehreren Söldnertrupps belagert wird. Und damit kommen wir auch schon zum Kampfsystem von „Mass Effect 2“, welches hauptsächlich aus dem Deckungssystem und dem richtigen Einsatz sämtlicher Fähigkeiten der Truppenmitglieder besteht. So beginnt jede Schlacht mit der Suche nach einer anständigen Deckung – Shephard sucht auf Tastendruck bevorzugt hinter Kisten, Mauern oder Türrahmen Schutz.
Von hier aus feuern wir gezielt auf die fiesen Gesellen oder greifen gar zu den erwähnten Spezial-Attacken. Unser Techniker Shephard etwa pustet seine Widersacher mit dem „Wurf“ von den Beinen oder schützt sich mit der Fähigkeit „Rüstung“. Garrus hingegen verfügt als Soldat über das Manöver „Betäubungsschuss“ und bläst mit seiner Sniper-Rifle Gegner kurzzeitig ins Koma. Einige Attacken – etwa die „Überlastung“ – sind dabei besonders effektiv gegen Schilde oder mechanische Gegner. Andere zerlegen oder betäuben ausschließlich humanoide Widersacher. Shephard verfügt über insgesamt acht Fertigkeiten, alle Übrigen über vier. Das letzte Manöver müsst ihr allerdings durch das Erledigen so genannter Vertrauensmissionen erst freischalten. Eure beiden Mitstreiter agieren selbstständig und zumeist intelligent. Sie gehen bei den Grabenkämpfen ebenfalls in Deckung und nutzen ihre Aktionen durchaus clever aus. Lediglich beim Kampf mit Boss-Gegnern verlieren die Burschen schnell die Nerven: Sobald ihnen ein Mech oder anderes Monstrum auf den Pelz rückt, wissen sie nicht mehr wohin. Das führt allzu oft zum plötzlichen Ableben unserer Kameraden. Damit das nicht zu häufig vorkommt, können wir die Kollegen auch selbst dirigieren.



