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  • Loki: Im Bannkreis der Götter

  • PC
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Französisches Geschnetzeltes

03.05.2006 | PC | Autor: Toby

Ersteindruck:
nicht möglich
Selbst gespielt:
Nein

Zugegeben: Für Schnetzel-Orgien von einem anderen Stern ist das Entwicklerstudio Cyanide nicht bekannt. Die Franzosen stehen eher für den ordentlichen Genre-Mix „Chaos League“ oder die alljährliche „Radsport Manager Pro“-Auskopplung. Doch da neue Ufer immer spannend sind, versuchen sich die Jungs jetzt an einem Action-Rollenspiel. Seit fast zwei Jahren schraubt das Team an „Loki – Im Bannkreis der Götter“. Ganz wie „Titan Quest“ setzen die Macher dabei auf Mythen und Sagen. Mit dem Aztekenreich, der nordischen Welt und den antiken Größen Griechenland und Ägypten stehen vier verschiedene Spiel-Universen auf der Matte.

Nur für euch
Die beiden Screenshots in diesem Artikel wurden exklusiv für Krawall geschossen.

Die spielbaren Charaktere stammen aus den genannten Welten: In der Haut eines Azteken startet man als Schamane, die Nordmänner schicken natürlich einen kräftigen Barbaren aufs Schlachtfeld. Dort läuft es genretypisch ab: Nach und nach werden die verschiedenen Mythenwelten abgegrast. Quests warten auf Erfüllung, Monster auf ihren Tod. Wie gewohnt sammelt die Spielfigur beim Kampf Erfahrung, die wiederum verschiedene Fertigkeiten ausbildet. Während des Gefechts vergrößert sich allerdings auch die Stärke des eigenen Gottes. Metzelt ein Barbar mit Hilfe der Zauberkräfte von Thor ganze Horden nieder, kann er früher oder später auch die Fertigkeiten des nordischen Donnergottes verbessern.

Es gibt viel zu tun
Damit das ganze Kloppen und Hauen auf Dauer nicht langweilig wird, lässt Cyanide die Levels per Zufall generieren. Insgesamt verbringt ihr mit der Hauptquest rund 20 Stunden, alle Nebenaufgaben dauern noch einmal lange. Außerdem sollen verschiedene Charaktere einen hohen Wiederspielwert bescheren, stapft man doch jedes Mal in einer anderen Reihenfolge durch die mythischen Reiche. Ehrensache, dass „Loki“ auch die gute alte Sammelwut entfachen möchte. Ein paar Zahlen gefällig? Über 1000 Gegenstände und 200 so genannte Unique-Items tummeln sich in den Levels.

Schwerter und Rüstungen könnt ihr bei Händlern ergattern oder nach dem Verkloppen einer Monsterhorde einsammeln. Besonders coole Dinge finden sich natürlich bei den Endgegnern. Die Bosse sind allerdings bis zu viermal größer als die eigene Spielfigur. Oftmals ist eine bestimmte Strategie vonnöten, um den schier unüberwindbaren Widersacher zu besiegen. Gegen einen Drachen helfen womöglich nicht die besten Schlagkombos oder gar ein Feuerzauber – irgendwo hat der Knilch eine Schwachstelle, die es zu entdecken gilt. Bereits in einer allerersten Version machten die Kämpfe eine gute Figur. Schicke Grafik-Effekte und schwungvolle Attacken versprühten erste Metzel-Atmosphäre. Ob das auf Dauer so spannend bleibt, muss sich allerdings erst noch zeigen.

Gemeinsam den Säbel schwingen
Cyanide baut in jedem Fall mit einem Multiplayer-Modus vor. Bis zu vier Zocker können „Loki” gemeinsam durchspielen. Cool: Im Internet sollen die örtlichen Händler Gegenstände anbieten, die sie im Einzelspieler-Modus gar nicht vorrätig haben. Generell planen die Entwickler zusätzliche Inhalte für Multiplayer-Liebhaber. Außerdem gibt es neben dem kooperativen Spielemodus auch noch eine Option namens Kolosseum. Hier dürfen sich die Helden gegenseitig die Seele aus dem Leib kloppen. Auch echte Schlachten zwischen zwei Gruppen à vier Spielern sind möglich. Wer Gefechte gegen andere Zocker scheut, kann auch gegen Drachen und Trolle antreten – allerdings unter harten Bedingungen. Beispielsweise gilt es, fünf Minuten lang ohne Heiltränke eine Monsterschar in Schach zu halten. Wir erwähnten bereits, dass das Ganze optisch schon jetzt Spaß macht. Leider gilt das nicht für die Umgebung.

Hoch hinaus
Vier Mythenwelten, jede Menge Endgegner und große Multiplayer-Pläne: Cyanide will mit der großen Konkurrenz mithalten.

Während in den Schlachten die Grafikeffekte tobten, ist die restliche „Loki“-Welt noch steril und öde. Cyanide ist sich dessen jedoch bewusst und wird bis zur Veröffentlichung im vierten Quartal noch nachbessern. Klar ist auch, dass „Loki“ sich einer großen Konkurrenz stellen muss: Von „Neverwinter Nights 2“ über „Titan Quest“ bis hin zu „Sacred 2“ – die Liste der möglichen Spielverderber könnten wir noch lange fortführen. Erst bei einem längeren Anspielen wird sich zeigen, ob „Loki“ fesseln kann. Wenn den Entwicklern alles gelingt, dürfen sich Schnetzel-Freunde Ende des Jahres auf eine gute Alternative freuen.