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Ich hasse Schlangen!

10.06.2008 | PC | Autor: Hauke

Echte Männer haben nur wenige Vorbilder, die sie in den Medien antreffen. Die explosive Mischung aus Kaltschnäuzigkeit, Körperkult, Coolness, Stil und Intellekt findet man außerhalb der Krawall-Redaktion halt nur selten. McClane aus „Stirb Langsam“ lassen wir so gerade noch durchgehen, und Rick Blaine aus „Casablanca“ ist selbstredend über jeden Zweifel erhaben. Einen wichtigen Helden darf man natürlich ebenfalls unter keinen Umständen vergessen: Indiana Jones. Harrison Ford hat als Archäologieprofessor nicht nur den Dreitagebart salonfähig gemacht, sondern Witz und Action auf unvergleichliche Art und Weise miteinander verbunden. Seine herrliche Arroganz sorgte zudem für den nötigen Schlag beim weiblichen Geschlecht. Ein echter Held mit Ecken und Kanten, wie er im Buche steht.

Möge die Macht mit ihm sein!
Das Schlimmste, was bei einer Softwareumsetzung des Indy-Themas hätte passieren können, wäre für echte Kerle folglich der Verlust eben dieser Ecken und Kanten gewesen. Dank der Lego-Lizenz, die Lucasarts auch schon für die Star Wars-Umsetzung genutzt hat, müssen wir uns darum jedoch keine Sorgen machen. Fraglich ist eher, ob die Bauklötzchen auch ein spannendes Abenteuer garantieren können. Lego Star Wars II: The Original Trilogy hat in unserer K-TOPSY zwar 83% Spielspaß absahnen können, trotzdem fehlte das letzte bisschen Feinschliff, um das Vorhandensein der Macht attestieren zu können.

Es lebe der Lego-Indy!
Trotz Bauklötzchen-Look versprüht der Titel richtiges Indy-Flair. Viele Filmszenen dürfen nachgespielt werden.

Zu ungenau war die Fahrzeugsteuerung, zu unübersichtlich die Kameraführung. Das soll sich mit der spielerischen Umsetzung der ersten drei „Indiana Jones“-Filme ändern. Doch nicht nur technische Veränderungen werden dem smarten Archäologen mit auf den Weg gegeben, auch die Spielmechaniken wurden gründlich überarbeitet - mit einer Peitsche lässt sich eben viel mehr anstellen als mit einem recht einseitigen Blaster.

Indy: mal hart, mal zart
Zum Beispiel kann man sich mit dem S/M-lastigen Lederaccessoire Frauen angeln. Ihr lest richtig: Steht eine von Indys zahlreichen attraktiven Begleiterinnen im Weg, wickelt sich die schmale Lederschnur um deren nicht ganz so zierlichen Lego-Taillen, und es folgen ein Ruck sowie eine romantische Kussszene. Etwas sinnvoller sind da schon die Möglichkeiten, Werkzeuge heranzuziehen, sich über Schluchten zu schwingen oder Gegner zu züchtigen.

Überhaupt ist in „Lego Indiana Jones: Die legendären Abenteuer“ Vielseitigkeit angesagt; die Zeiten des schnöden Ballerns sind vorbei. Stattdessen wird gerätselt, denn bei Indy geht es deutlich kopflastiger zur Sache als bei Luke, Obi Wan und Leia.

Volle Unterstützung
Indy ist nur selten alleine unterwegs. Der Spieler darf auch in die Rolle anderer Charaktere schlüpfen.

Der lineare Levelaufbau wird immer wieder von Hindernissen unterbrochen, die die unterschiedlichen Fähigkeiten der Lego-Figuren und das Kombinationsgeschick des Spielers fordern. Indy ist selten alleine unterwegs; in den meisten Missionen kann man zwischen mindestens zwei verschiedenen Filmcharakteren hin und her wechseln.

Weibliche Charaktere wie Marion oder Willie können höher und weiter springen als Indy, und der kleine Short Round kann sich durch enge Luken zwängen. Gebildete Leute wie Indys Vater Henry Jones oder der Museumsdirektor Markus Brody können sich zudem an alten Schriftzeichen zu schaffen machen und so Geheimgänge öffnen.

Bäumchen wechsel dich
Außerdem kann man immer wieder Gegenstände wie Schraubenschlüssel, Schaufeln oder auch Fackeln aufheben, um damit Mechanismen und Fahrzeuge zu reparieren, Schalter freizulegen oder gefährliche Tiere zu vertreiben. Indys bekannte Schlangenphobie hat diesen nämlich nach wie vor fest im Griff; in der Nähe der zischenden Reptilien hält sich der toughe Abenteurer nur die Augen zu und ist zu keiner überlegten Aktion mehr fähig. Waffen lassen sich selbstredend ebenfalls aufheben, wobei der Raktenwerfer eine besondere Rolle spielt. Mit ihm sprengt man metallene Gitter und Tore, hinter denen häufig Reliquien verschlossen sind.

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