Zombies!
500 Cents later
08.01.2010 | Autor: André
Puh, endlich, Weihnachten liegt mal wieder hinter uns. Tagelang wurde man von der christlichen Welt zur Besinnlichkeit gezwungen, sollte es harmonisch und familiär zugehen. Höchste Zeit also, jetzt, da das alles ausgestanden ist, mal wieder richtig die Sau rauszulassen! Dummerweise haben wir aber zu Weihnachten wieder so viel Geld verpulvert, dass wir jetzt vor Hunger schon wieder den Kunstschnee von der rieselnden Tanne lutschen. Wir sind sicher, euch geht es genauso. Auch wenn die meisten von euch den Kunstschnee vielleicht schon vorher inhaliert haben und deswegen ohnehin erst gestern aus dem Neujahrskoma erwacht sind. Wie dem auch sei: Wir haben uns auf die Suche gemacht nach der perfekten zweiten Riege von Neujahrsböllern, dem idealen Billigfastfood, um im Rahmen von „erste Arbeitswoche“, „so schnell kein Urlaub mehr“ und „Taschen leer, Oma noch voll“ zum Frustabbau via Computerspiel zu schreiten. Noch besser: via Zombiespiel. Am besten: mit billigen Zombiespielen! Deswegen hier, jetzt, für euch: fünf billige, hirnlose, vielleicht nicht gigantische, aber immer spaßige und adrenalinpumpende Zombiespiele!
Zombie Shooter 1 und 2
Wenn es um billige Knallchargen geht, denken wir an zwei Dinge: die Kollegen von Gameswelt.de und die Spiele vom Sigma Team. Letztere haben uns vor Jahren bereits mit ihrem feinen „Alien Shooter“ begeistert. In isometrischer „Crusader: No Remorse“-Perspektive ballerte man sich damals durch mehr Aliens als ein „Starship Trooper“ auf dem Weg zum Gehirnaussaugen. Was machen die Jungs eigentlich heute? Überraschung: das Gleiche, bloß mit Zombies und ein paar Rollenspiel-Elementen.
Aufs Wesentliche beschränkt: Für neun Euro lasst ihr im „Zombie Shooter 2“ die Grütze spritzen. Teil eins gibts noch günstiger.
Damals wie heute sind die Spiele so einfach gestrickt wie Kinderpullis bei Kik: Mit der Tastatur lauft ihr, mit der Maus zielt und schießt ihr. Waffen wechseln und ab und an mal eine Aktion auslösen muss man auch noch, ja. Aber insgesamt verbringt der Spieler sicherlich mehr Zeit damit, die Frage „In den Kopf oder ins Bein?“ zu beantworten, als mit dem Betätigen irgendwelcher Schalter. Während der erste „Zombie Shooter“ den alten „Alien Shooter“-Teilen noch sehr ähnlich ist, macht Sigma Team mit der Fortsetzung aber einen grafischen Schritt nach vorn. Auch hier behält man zwar die Mischung aus 2D- und 3D-Grafik bei, fügt aber abschaltbare Film-Filter und bedeutend detailliertere Todesanimationen hinzu. Das ist insofern ein riesiger Pluspunkt, als das Spiel ja praktisch nur aus dem hundertfachen Wegmetzeln gewaltiger Zombiehorden besteht. Oder dem Wegmetzeln von Mutanten, die auf euch schießen und aus denen bei Beschuss Tentakel wachsen.
Aber der simple Spaß besteht einfach im hemmungslosen Dauerfeuer. Indem ihr zwischendrin auch immer für neue Waffen spart und eure Spielfigur nun aufleveln könnt, bleibt ihr öfter noch länger kleben. Das Level-System ist jedoch überaus rudimentär und die Waffen, obwohl vielfältig, sind einen Tick zu schnell freigekauft, wenn auch nicht alle auf ein Mal. Das Schöne an der Sache: Die Spiele sind zurzeit wunderbar billig zu haben. Der erste „Zombie Shooter“ geht bei Steam für schlappe 5 Euro über die Theke. Wer die aktuellere Fortsetzung kaufen will, liegt bei neun Euro. Spielerisch macht es keinen großen Unterschied. Wir raten aber wegen der Grafik zu Teil 2 – die 4 Euro Aufpreis gehen noch. Würde man uns mit dem mutierten Tentakel am Kopf zu einer Wertung zwingen, müssten wir dem „Zombie Shooter“ vermutlich um die „Paarnsechzig“-Prozent reinwürgen. Aber hier geht’s nicht um das neue „Left 4 Dead“, Herrschaften. Es geht darum, für wenig Geld mal die Grütze spritzen zu lassen. Und das machen die Spiele einfach per-fekt. Wer keinen Bock auf Steam hat, kann die Spiele übrigens auch direkt auf der Entwickler-Homepage kaufen.
Clutch
Rumzuschleichen und Zombies umzulegen ist ja schön und gut. Aber früher, damals, in der guten, alten Zeit, da haben wir alten Hasen das ja anders gemacht - mit Autos. Im legendär-indizierten „Carmageddon“. Hach ja, solche Spiele machen sie heute gar nicht mehr.
Metzeln auf Rädern: „Clutch“ erinnert an den Klassiker „Carmageddon“. Für seinen niedrigen Preis bringt der Titel genügend Umfang mit.
Oder etwa doch? Doch. „Clutch“ ist im Grunde ein „Carmageddon“ mit besserer Grafik und dem typischen „Überfahre Zombies, um das Rennen zu gewinnen“-Spielprinzip. Wo es bei „Carmageddon“ Zeitboni gab, gibt es bei „Clutch“ Benzin. Denn die Boliden in diesem Spiel sind aus der gleichen Baureihe wie Stephen Kings „Christine“. Wer einen Zombie frontal rammt, kann zusehen, wie das Auto ihn unter heftigem Gespritze zerlegt und seine Bröckchen hinten wieder ausspuckt. Der Rest fungiert als Brennstoff für den Antrieb. Yummy! Entsprechend dieser Prämisse bietet „Clutch“ ein etwas anderes Spielerlebnis als „Carmageddon“. Das Fahrmodell von „Clutch“ ist nämlich zum Glück lange nicht so träge und beschissen wie das in „Carmageddon“.
Die Autos steuern sich zwar nicht mal ansatzweise realistisch, aber die Kontrolle über die Fahrzeuge ist okay, und auch mit der Tastatur bleibt das Spiel gut beherrschbar. Punkt zwei, den „Clutch“ dem Metzelklassiker voraus hat: Statt der zuweilen nervigen Rundkurse muss man hier in großen Arealen verschiedene Missionen erfüllen, wie zum Beispiel einen anderen Fahrer vor Zombies zu retten. Mit zunehmendem Spielverlauf schaltet ihr dadurch neue Autos und Lackierungen für eure Schlitten frei. Dabei haben die Karren mehr drauf als neue Reifen. Schon euer erster Wagen fährt automatisch vier Klingen an seinen Seiten aus, sobald ihr nah genug an einem Zombie vorbeidüst. „Ben Hur“-Style, sozusagen. Abgerundet wird das Ganze durch einen netten Soundtrack im Rock-Electro-Bereich.



