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Jahresrückblick #4

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Oktober - Dezember 2009

01.01.2010 | Autor: André

Na? Wie steht es mit den guten Vorsätzen fürs neue Jahr? Heute Morgen schon gedacht „Okay, also die eine rauch ich noch, aber dann ist wirklich Schluss“? Und jetzt schaut ihr verschämt auf den halbvollen Aschenbecher, nicht wahr? Aber keine Sorge: Wir beim KGN fühlen mit euch. Letztes Jahr hatten wir uns eigentlich vorgenommen, unser eigenes Südseeparadies zu kaufen und alle Artikel nur noch einhändig zu tippen, mit einem Schirmchendrink in der anderen. Sagen wir mal so: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Um uns und euch zu trösten, tun wir daher das Naheliegende: Wir schauen uns noch mal an, wem es denn so alles schlechter ergangen ist als uns im letzten Jahr. Ideal geeignet hierfür: der letzte Teil unseres Jahresrückblicks 2009, auch bekannt als „Der Memento-Teil“ für Leute mit defektem Kurzzeitgedächtnis.

Oktober
Der Oktober 2009 zeigt sich als ein enorm lehrreicher Monat – zumindest in der Rückschau. Als Erstes lernen wir, dass große Spielepublisher in etwa so vorausschauend und progressiv sind wie große Filmstudios. Als seinerzeit nämlich Infinity Ward auf die Idee kam, die Zweiter-Weltkrieg-Schießeisen gegen moderne Firepower zu tauschen, wedelte Publisher Activision erstmal aufgeregt mit den Händen. Bescheuerte Idee aber auch … moderne Kriegsführung statt heldenhafter Befreiung Europas aus Nazihand! Wer will so was spielen?

Wie schon an anderer Stelle bemerkt, ist ausgerechnet der Publisher ganz anders drauf, dem Spieler nachsagen, die größte Fortsetzungshure der Welt zu sein: Electronic Arts. Als deren Studio Visceral Games statt mit „Wie wär’s, wenn wir mehr ,Dead Space’ machen?“ mit der Idee zur Umsetzung von „Dante’s Inferno“ kam, sagte man dort sofort zu. Okay, eigentlich haben wir das erst im November gelernt, aber es passte gerade so schön. Übrigens ebenfalls offen für Neues – Verzeihung, für Altes – ist Mario-Erfinder Shigeru Miyamoto. Der sprach nämlich endlich mal aus, was Spieler schon lange wissen: Es muss nicht immer 3D sein. Danke, Shiggy. Und jetzt mach 2D-Marios und Zeldas, bis uns die Daumen bluten!

Breites Grinsen bei Activision: „Modern Warfare 2“ verdient dem Publisher trotz PR-Pannen eine goldene Nase.

Etwas, das wir schon vorher wussten, aber nun als doppelt bekräftigt ansehen dürfen, ist, dass Jugendschützer beim Kontakt mit Computerspielen in etwa so verwirrt reagieren wie unsereins, wenn eine außerirdische Invasionsflotte in unserem Vorgarten landet. So beweist nicht nur das „Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden“, dass Killerspiele-Müllcontainer keine Zukunft haben.

Nein, auch die „Deutsche Hauptstelle für Suchtgefahren“ findet Zeit, sich über Saufgelage in „World of Warcraft“ aufzuregen. Immerhin können beim dortigen Braufest schon 12-Jährige den Humpen pumpen. Kaum auszudenken, was das den kleinen Kinderseelen antut. Hoffentlich konnte sich wenigstens ein Teil der Geschädigten danach bei ein bis zwei Bier mit Papa in der Kneipe ausheulen!

Suchtexperten haben die gleichen Ängste wie WoW-Nerds: Hinter der geilen Elfe könnte ein Pickelgesicht stecken.

Bedenkenträger gibt es übrigens auch in den USA (Wer das nicht wusste, konnte das auch lernen!). Bevorzug natürlich mit religiösen Hintergrund. So fragte sich der Christian Science Monitor bange, ob denn die Zerstörung Washingtons in „Call of Duty: Modern Warfare 2“ wirklich noch in Ordnung sei. Haha … wenn die Jungs gewusst hätten, was es in „CoD: MW2“ noch alles gibt! Denn ja, kurz vor Monatsende wird sie geleaked, die inzwischen berüchtigte Flughafen-Mission. Wie wir alle sicher noch wissen, beweist Activision hier erneut, dass man als neuer größter Publisher nicht automatisch auch der cleverste Publisher sein muss. Die deutsche Niederlassung schwört Stein und Bein, das Spiel erscheine hierzulande völlig ungeschnitten.

Im Nachhinein wird sich diese Aussage als reine Propaganda herausstellen. Halb so wild, immerhin sind Kriegsspiele wie „Call of Duty“ ohnehin eher Vaterlandspflege aus den USA denn echte Geschichten aus schrecklichen Konflikten. Zu diesem Schluss kommt zumindest Peter Mantello von der japanischen Ritsumeikan University. Auch hier bestätigt die Wissenschaft, was der Spieler schon lange weiß. Was wir hingegen nicht wussten: Uns ist „Sim Mars“ durch die Lappen gegangen. Rund zehn Jahre nach seiner Einstellung tauchen im Oktober plötzlich ein paar nostalgische Screenshots auf. Da weint man doch bittere Tränen auf seine „Sim Ant“-Verpackung.

Die drei letzten wichtigen Enthüllungen des Monats: Die „Half-Life 2“-Millionäre von Valve haben zu viel Geld. Geld, das sie nun in eine 25-Millionen-Kampagne für „Left 4 Dead 2“ stecken wollen. In Deutschland wird von dem Zaster aber wohl wenig ankommen: Immerhin erscheint das Spiel hier nur stark geschnitten und viele Fans wollen noch gar keinen zweiten Teil. In Anbetracht der Summen, mit denen Valve um sich wirft, umso erstaunlicher, dass Gerüchte über einen Aufkauf des Unternehmens die Runde machen. Auch noch ausgerechnet durch ZeniMax, die sich vor Kurzem erst id Software einverleibt hatten. Der blanke Wahnsinn, aber die Gerüchteküche stört es nicht. Blanke Fakten hingegen präsentiert unsere erneut erweiterte Statistik-Sektion. Darin werden endlich die All-Time-Statistiken verfügbar und beweisen endgültig: Andre Peschke ist der beliebteste Autor aller Zeiten. Oh … das bin ja ich! Was für ein Zufall, dass dieses interessante Detail just in den Jahresrückblick fällt, den ich hier schreiben darf! Noch viel mehr interessante Details lassen sich übrigens genauso zufällig in besagter Sektion nachlesen. Also: Hin! Hopp!

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