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Jahresrückblick #3

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Juli - September 2009

31.12.2009 | Autor: André

Wir alle kennen die Volksweisheit: „Wer den Rückblick nicht ehrt, ist das neue Jahr nicht wert.“ Damit ihr am Ende nicht doof dasteht und das neue Jahr euch „mit dem Arsch nicht anschaut“ (seine Worte, nicht unsere!), bieten wir euch Teil drei unseres wunderschönen Rückblicks auf das Jahr 2008. Da man bekanntlich immer erst weiß, was man an so einem Jahr hatte, wenn es droht auf nimmer Wiedersehen zu verschwinden, legt ihr besser schon mal ein paar Taschentücher bereit.

Juli
Mit der E3 im Sack schalten die Hersteller nun erst mal ein paar Gänge zurück. Doch halt! Alle Spieleentwickler? Nein! Electronic Arts hat sich die mitteilungsarme Zeit ausgesucht, um „Command & Conquer 4“ anzukündigen. Zuerst per Twitter-Leak, dann auch offiziell. Doch ach, der neue Teil der Serie wurde generalüberholt: Rollenspiel-System, kein Basenbau mehr, keine Massenschlachten. Und was tun die Fans? Ihr ahnt es: meckern. Überhaupt haben Spielefans keinen leichten Monat vor sich. Zumindest nicht, wenn sie gern zuhause mit ein paar Kumpels die Rechner zusammenstöpseln. Denn, falls ihr es noch nicht wusstet, LAN-Modi sind ganz furchtbar out. So will Blizzard auf den lokalen Multiplayer bei „StarCraft II“ und „Diablo III“ verzichten, und auch wenn EA den Modus auf jeden Fall unterstützen will, muss man dabei zumindest eine konstante Onlineverbindung haben. Es kommt, wie es kommen muss: Petitionen! Doch diesmal zeigen die Beschwerden anscheindend Wirkung. Gut anderthalb Monate später lenkt Blizzard ein wenig ein. Man will nun eine LAN-Unterstützung zumindest in Erwägung ziehen und schielt auf das EA-Modell: LAN-Modus ja, aber nur wenn man dabei Verbindung zum Battle.net hält.

Seit Juli offiziell: „Command & Conquer 4: Tiberian Twilight“ befindet sich in der Entwicklung. Erscheinen soll die RTS-Hoffnung im März 2010.

Dabei können PC-Besitzer mittlerweile ja froh sein, wenn sie überhaupt noch unterstützt werden. So sehen die jahrelang wartenden Fans von „Alan Wake“ im Juli so langsam, aber sicher ihre Felle davonschwimmen. Ehemals als großes Demospiel für Direct X 10 angepriesen, schlägt Remedys Endlosentwicklung nun doch den Weg in Richtung Xbox-Exklusivität ein.

Eine endgültige Entscheidung scheint hier zwar nach wie vor in der Schwebe, aber zumindest eine gleichzeitige Veröffentlichung ist mittlerweile kein Thema mehr. Entwickler Remedy wäscht seine Hände zwischenzeitlich schon mal in Unschuld: Ob es eine PC-Fassung geben wird oder nicht, sei allein die Entscheidung von Microsoft, heißt es aus Finnland.

Remedys Grusel-Action „Alan Wake“ lässt weiter auf sich warten. Fraglich bleibt, ob es jemals eine PC-Version des Titels geben wird.

Die Entscheidung, ob es hingegen eine Fortsetzung von „Beyond Good & Evil“ geben wird, fällt bekanntlich in Frankreich, bei Ubisoft. Aber ein krachend-klares „Qui! C’est ca!“ hört man nicht. Im Gegenteil, im Juli ist man dort vorwiegend damit beschäftigt zu erklären, dass man die Fortsetzung ja nie angekündigt habe. Was technisch richtig ist, wenn man einen Rendertrailer mit bekannten Figuren aus dem Spiel nicht als Ankündigung werten will. Ein geleaktes Video mit Spielszenen, macht es Ubisoft dabei nicht unbedingt einfacher, pfeifend in die Luft zu schauen und jeden fragenden Reporter überrascht anzuschauen: „Beyond Good & Evil Deux? Quoi?“. Trotzdem vertritt Ubisoft-Mann Laurent Detoc im Juli genau diese Position in einem Interview. Im August machen dann sogar Gerüchte über die Einstellung des Projekts die Runde. Wie es nun wirklich um „Beyond Good & Evil“ steht, weiß keiner. Schade, denn im Grunde sah das alles ziemlich gut aus.

Ziemlich gut aussehen tut es im übrigen auch für die Verfilmung von „World of WarCraft“. Denn im Juli gelingt es Blizzard, keinen Geringeren als „Spider-Man“-Regisseur Sam Raimi für die Umsetzung zu begeistern. Ja, ja, früher hätte man „der Regisseur von ‚Tanz der Teufel’“ geschrieben. Aber wer glaubt das heute überhaupt noch?

Viele Spieler glauben auch EIDOS nicht, die im Juli zum wiederholten Male ihre Unschuld beteuern müssen. Der Hersteller, der im Vorjahr bereits im Rahmen von „Gerstman-Gate“ und vermeintlich manipulierten Wertungen zu „Kane & Lynch“ in die Schlagzeilen geriet, sieht sich erneut mit ähnlichen Vorwürfen konfrontiert. Diesmal soll EIDOS versucht haben, die Wertungen von „Batman: Arkham Asylum“ zu beeinflussen, indem nur 90%-Wertungen rechtzeitig zum Release erscheinen durften. Da genau diese „Wenn du uns xy Prozent versprichst, darfst du früher berichten“-Praxis durchaus vorkommt, erscheint die Story auch nicht allzu unglaubwürdig. EIDOS sagt trotzdem: „Alles Unfug!“. Nötig gehabt hätte es der Publisher ohnehin nicht: Sein „Arkham Asylum“ gilt als einer der Überraschungshits 2009.

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