Provokante These der Woche: Unsere Politiker sind zu kompetent! Während unsere Flachmeisen sich nur bei semi-legalen Dienstreisen erwischen lassen, sind die Engländer in ihrem Versagen richtig nützlich. Denn die dortige Gesetzgebung die die Altersfreigaben für Spiele regelt erwies sich wegen eines Verfahrensfehlers als ungültig - und das schon seit 1984! Somit haben sich englische Händler und Publisher im Grunde genommen rund 25 Jahre lang an die entsprechenden Regelungen gehalten, obwohl sie legal gar nicht durchsetzbar waren.
Der Schlamassel beschäftigt nun natürlich die englische Politik, in der sich die Parteien gegenseitig die Schuld zuschieben. Konservative Vertreter wittern auch bereits die Chance zu einer Neuregelung und Verschärfung der Altersfreigaben. Letzteres ist aber unwahrscheinlich, da entsprechende Ansinnen erst vor wenigen Monaten abgeblockt wurden. Die Spieleindustrie in England ruft hingegen erstmal dazu auf, besonnen zu bleiben und bittet ihre Handelspartner die bisherigen Regelungen weiter zu beachten. Theoretisch könnten englische Händler bis zum Inkrafttreten der Neureglung vermutlich nach Lust und Laune Spiele an jeden Knirps verkaufen, ohne rechtliche Folgen fürchten zu müssen.
Ursache für die Verfehlung ist natürlich eine Kleinigkeit. Das 1984 verabschiedete Gesetz namens Video Recordings Act hätte seinerzeit der Europäischen Komission vorgelegt werden müssen, um ordnungsgemäß in Kraft zu treten. Da dies nicht geschehen ist, fehlt der Regelung nun die gesetzliche Grundlage. Neben Spielen regelt das Gesetz auch die Altersfreigaben für Filme auf DVD und anderen Bild- und Tonträgern. Die Story des Missgeschicks im Detail finden des Englischen mächtige Leser bei den Kollegen von Politics.co.uk.



