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Killerspiele
Endlich, die Rettung: Onlinepetition
09.07.2009 | 16:17 | André | Quelle: Krawall Gaming Network

Ihr erinnert euch bestimmt noch an die Online-Petition, die sich gegen das vermeintliche Kinderporno-Schutzgesetz richtete. Einige hunderttausend Menschen unterzeichneten darin den Wunsch, die Regierung möge es sich mit ihren Sperrlisten und Internetstopschildern noch ein Mal überlegen. Dem Ablauf der Ereignisse ließ sich entnehmen, dass vermutlich keiner der Politiker auch nur seinen Morgenkaffee auf einem Ausdruck dieser Petition abgestellt hatte. Trotzdem scheint der Glaube der Menschen ungebrochen, sie könnten allein durch ein paar Klicks im Internet den Gang der Dinge in der Politik beeinflussen. Einige Dutzend Leser baten uns eindringlichst, doch bitte auf diese neue Petition gegen die Diffamierung von Killerspielen hinzuweisen. Weil wir unseren Lesern nichts abschlagen können, sei das hiermit getan.

Gefordert wird in der Petition Folgendes:

- den irreführenden und diskriminierenden Begriff "Killerspiele" aus der politischen Diskussion zu nehmen.

- das Vertrauen der Öffentlichkeit in die bestehenden staatlichen Jugendschutzmechanismen zu stärken.

- den Vollzug bestehender Gesetze zu verbessern und zu gewährleisten, dass Kindern und Jugendlichen nur Computer- und Videospiele entsprechend der USK-Jugendfreigabe zugänglich gemacht werden.

- Eltern, Pädagogen sowie erzieherisch verantwortliche Personen bei der Förderung der Medienkompetenz zu unterstützen.

- die Computer- und Videospiele-Branche in Deutschland und insbesondere die Ausbildung in diesen zukunftsträchtigen Berufen zu fördern

Fromme Wünsche, denen wir gerne beipflichten. Wir finden es auch sicherlich gut, dass sich überhaupt jemand engagiert. Aber wird die weise Erklärung von Onlinepetitionen von unser aller liebstem Weltraum-Huhn plötzlich falsch, nur weil die ePetition auf den Seiten des Bundestags steht? Die Erfahrung sagt: Nein. Wenn nun all die Zehntausende, die diese Petition unterzeichnen, mal den Hintern aus dem Sessel und auf die Straße bewegen würden, sähe die Sache anders aus. Zumindest beim letzten Versuch einer richtigen Demo, blieben aber gerade mal noch 400 Entrüstete übrig. Und die trugen auch noch rote Demo-Fähnchen mit weißem Kreis in der Mitte, so dass man das ganze aus der Ferne durchaus für einen Nazi-Auflauf halten konnte. Also, liebe Nutzer, so schmerzhaft es sein mag: Eure Emails, eure Onlinepetitionen, all das wird es nicht richten. Auch wenns voll unkomfortabel ist, echter Protest lässt sich nicht daheim vor dem Rechner erledigen.

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