Dass die Diskussionen um sogenannte „Killerspiele“ noch lange nicht abgerissen sind, zeigte zuletzt die BPjM Jahrestagung 2007, bei der sich alles, was Rang und Namen im Bereich Jugendschutz hat, die Hand schüttelte. Nun tritt die Piratenpartei Deutschland in den Vordergrund und will am Samstag in zwei deutschen Städten gegen ein etwaiges Killerspiel-Verbot demonstrieren und dabei auf die Absurdität einer Gesetzesforderung und Totalverbots aufmerksam machen.
So plant die Partei auf dem Potsdamer Platz in Berlin sowie auf dem Ludwigsplatz in Nürnberg ab Samstag 15 Uhr eine Veranstaltung, bei der eines der ältesten „Killerspiele“, nämlich Schach, dargestellt werden soll. Wie Heise Online berichtet, hat ursprünglich Ex-Schachweltmeister Bobby Fischer den Schachsport indirekt als solches bezeichnet. Demnach wird die Piratenpartei „ein bluttriefendes Schachgemetzel mit lebenden Spielfiguren“ nutzen, um „die Zensurphantasien von Beckstein und Konsorten ins rechte Licht zu rücken“.
Die Partei sei davon überzeugt, dass nicht Computer- und Videospiele Jugendliche in die Gewalt treiben, sondern vielmehr soziale Probleme wie Arbeitslosigkeit, Leistungsdruck und problematische Familiensituationen die Ursache sind. „Der Sündenbock Killerspiele musste schon oft herhalten, um von den eigentlichen wichtigen Themen abzulenken“, wettert die Partei weiter gegen die politischen Vorhaben.
Wer an den Demonstrationen teilnehmen oder gar selbst als lebende Spielfigur aufs Schach-Schlachtfeld schreiten will, der sollte sich auf der Webseite des Landesverbandes Berlin oder Bayern informieren und anmelden. Wir sind gespannt, welche Resonanz die beiden Veranstaltungen hervorrufen werden.



