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Skrupellos und tödlich

01.11.2007 | Xbox 360 Playstation 3 | Autor: Frank

Ersteindruck:
75 - 84%
Selbst gespielt:
Nein

Das neueste Spiel von IO Interactive musste sich schon zahlreiche Vergleiche mit actiongeladenen Hollywood-Blockbustern gefallen lassen. Besonders eine Szene aus dem Thriller „Heat“ von Regisseur Michael Mann musste dafür herhalten. In gerade einmal 12 Filmminuten läuft dort einer der spektakulärsten Banküberfälle der Filmgeschichte ab. Der Gangster Neil McCauly (Robert de Niro) raubt mit seiner Gruppe am helllichten Tag eine Bank im Zentrum von Los Angeles aus. Gerade als man das Gebäude mit der Beute verlässt, erscheint das LAPD unter Leitung von Vincent Hanna (Al Pacino) und es kommt zur unfreiwilligen Konfrontation. Per Maschinengewehr entbrennt ein infernalisches Feuergefecht zwischen Gangstern und Polizei, und während die Kugeln durch die Straßen der Millionenmetropole peitschen, steigt beim Zuschauer zwangsläufig der Puls. Stellt man diese Szene nun „Kane & Lynch: Dead Men“ gegenüber, muss man zwangsläufig sagen, dass ein Vergleich absolut gerechtfertigt ist.

Unterwegs zur Hinrichtung
Bevor aber die erste Kugel die Luft durchschlägt, wollen wir euch kurz die beiden Hauptdarsteller etwas näher vorstellen.

„Kane & Lynch“ erinnert mit seiner Inszenierung oftmals stark an diverse Hollywood-Blockbuster.

Beginnen wir am besten mit Kane, in dessen Haut wir auch in der Singleplayer-Kampagne stecken. Ursprünglich als Firmenberater in der Welt unterwegs, zerstörte der dramatische Tod seines Sohns sein bis dato ruhiges Leben.

Kane schlägt daraufhin einen anderen Pfad ein und wird zu einem Söldner und Profikiller, der sich der Organisation „The 7“ anschließt. Etliche Jahre später und um einige Narben reicher endet eine Mission von „The 7“ in einem Blutbad. Kane flüchtet, wird Monate später von der Polizei aufgegriffen und anschließend zum Tode verurteilt. In dem Gefangenentransport, der ihn zu seiner Hinrichtung bringt, trifft er Lynch, der ebenfalls dem Todesurteil entgegenfährt.

Der Vollstreckung des Todesurteils gerade noch entkommen, geht das Verbecher-Duo Kane und Lynch nun auf große Beutejagd.

Als paranoider Schizophrener, der unter Gewaltneigungen leidet, wurde er für den brutalen Tod seiner Frau verurteilt und sitzt nun neben Kane.
An diesem Punkt setzt dann das Spiel ein, und so stammen die ersten Worte der wunderbaren Sprachausgabe von Lynch, der uns auffordert den Kopf einzuziehen. Es folgt ein harter Aufprall und eine gewaltsame Befreiung durch maskierte Söldner, die sich ein heftiges Feuergefecht mit der Polizei liefern. Benommen stellt sich Kane auf die Füße, und während um uns herum eine Massenschießerei abläuft, setzt das Tutorial ein. Auf dem Weg durch Nebenstraßen und Lagerhallen merkt man aber schnell, dass sowohl das Zielen als auch das in Deckung Gehen noch nicht komplett ausgereift sind. Verantwortlich für unsere gewaltsame Befreiung waren jedoch die überlebenden Mitglieder von „The 7“, die noch eine Rechnung mit Kane offen haben. Wenn er nicht innerhalb von drei Wochen die verschwundene Beute aus dem anfangs erwähnten Fiasko zurückbringt, werden seine Tochter und Frau umgebracht. Damit er aber nicht stiften geht, wird Lynch dazu verdonnert ihn während der Galgenfrist im Auge zu behalten. Während wir an einer Säule stehen und uns das Steuerkreuz ein freies Schussfeld vermittelt, landen unsere Kugeln in der Säule und nicht im anvisierten Polizisten. Bevor jedoch ein falsches Bild über unsere Einstellung gegenüber Recht und Gesetz entsteht, muss gesagt werden, dass sich IO mit „Kane & Lynch“ explizit an eine erwachsene Zielgruppe richtet und das Spiel entsprechend ungeschnitten auf den Markt bringen will.

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