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Mehr Arbeit als Spaß

24.02.2010 | Playstation 3 Xbox 360 PC | Autor: Nils Ehring

Ersteindruck:
70 - 82%
Selbst gespielt:
Ja selbst gespielt

Er ist ein Typ, dem die Damenwelt zu Füßen liegt. Ein echter Kerl mit stählernem Blick, kantigem Gesicht, breiten Schultern und Knackarsch. Er ist die Latin-Lover-Variante des Sci-Fi-Helden Sam Shepard. Nur eben mit deutlich prolligerer Attitüde und einer deutschen Synchronstimme zum Fremdschämen. Sein Name klingt wie der eines lateinamerikanischen Schnulzensängers: Rico Rodriguez (natürlich mit rollendem R ausgesprochen). Vier Jahre nach seinem letzten Einsatz macht der besagte Spezialagent mit dem Decknamen Scorpion in „Just Cause 2“ mal wieder ein idyllisches Eiland unsicher.

Ein imposanter Einstieg
Sein Auftrag scheint auf den ersten Blick identisch mit dem im ersten Teil zu sein. Rico muss mal wieder einen Diktator stürzen, indem er eine Insel ins Chaos stürzt und verschiedene Gruppierungen unterstützt. Nebenbei soll er seinen ehemaligen Boss Tom Sheldon aufspüren und herausfinden, was der auf dem hübschen Eiland Panau zu suchen hat. Ricos Beginn des Abenteuers und sein Eintrudeln im Einsatzgebiet könnten nicht actionlastiger inszeniert sein. Ohne mit der Wimper zu zucken springt der Held aus einem Helikopter, um einer Soldatenleiche hinterher zu jagen, reißt im freien Fall deren PDA an sich und segelt zum Schluss mit geöffnetem Fallschirm zu Boden.

Der Umgang mit dem neuen Enterhaken hat seinen ganz eigenen Charme, egal ob zu Lande, zu Wasser oder in der Luft.

Nach diesem Stelldichein steht die Waffen- und Enterhakenschulung auf dem Programm. In der ersten Unterrichtsstunde dringen wir in eine feindliche Basis ein, die auf der Spitze eines verschneiten Berges liegt. Unterwegs mähen wir natürlich Scharen von Gegnern platt. Die ersten paar Feinde nehmen wir nur mit einer Flinte aufs Korn. Im späteren Verlauf der Mission packen wir zwei Waffen aus und verteilen doppelt so viele Bleigrüße.

Größere Feindansammlungen räumen wir mit Granaten und ferngesteuerten Sprengladungen aus dem Weg. Noch unterhaltsamer als diese Pyro-Action gestaltet sich der Gebrauch des Enterhakens, den Rico jederzeit per Knopfdruck ausfahren kann. Sein neues Spielzeug bietet zig Einsatzmöglichkeiten im Kampf. Beispielsweise kann man Kontrahenten von Gebäuden oder sich selbst wie Spiderman an eine Hauswand ziehen, um von dort aus die Gegner auszuschalten. Oder ihr benutzt den Haken, um Objekte beziehungsweise Subjekte miteinander zu verbinden. Es spricht zum Beispiel nichts dagegen, einen Feind an die nächstbeste Wand zu tackern.

Die Insel Panau, Schauplatz von „Just Cause 2“, sieht atemberaubend schön aus und bietet diverse Klimazonen.

Noch spaßiger wird es, wenn ihr den Gegner an einen Gastank zurrt und diesen dann mit einer gewaltigen Explosion hochgehen lasst. Zum Schluss der ersten Mission machten wir noch von einer weiteren essentiellen Funktion des Enterhakens Gebrauch und hängten uns damit an einen Hubschrauber. Während wir rasant vom Schauplatz wegflogen, ging die gesamte Basis in einer bombastischen Explosion zu Grunde. Der zweite Auftrag legte die Action-Messlatte sogar noch etwas höher. Mit dem Enterhaken erklommen wir den Wolkenkratzer eines Casinos, entschärften unterwegs Sprengladungen und befreiten den Agenturkollegen Blaine aus den Klauen einer Verbrecherbande.

Die erzwungene Ruhe nach dem Sturm
Nach all dem Stress stand als nächstes eine umfassende Sightseeing-Tour durch die unterschiedlichen Klimazonen an. Auf einem schnittigen Quad-Bike preschten wir über den heißen Sand einer Wüstenregion. Auf dem Motorrad tuckerten wir auf abgelegenen Landstraßen durch knallgrüne Wälder und glitten lautlos mit dem Fallschirm an steilen Bergwänden vorbei. Doch selbst der schönste Ort der Welt hängt einem irgendwann zum Hals raus. Und so lechzten wir nach all dem Erkunden wieder nach einer ordentlichen Baller-Prise. Doch ein Ausflug in unser PDA bescherte uns eine herbe Enttäuschung. Auf der übersichtlichen Karte waren neben den bereits entdeckten Orten nämlich nur Nebenmissionen zu erkennen. Ein Blick auf den unteren Bildschirm bestätigte unsere schlimmsten Befürchtungen. Dort prangte ein halbgefüllter Balken mit der Überschrift „Agenturmission“.

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