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eSport Conference 2007 Live

Abschluss-Diskussion: Die Zukunft des eSport

31.05.2007 | 19:40 | André | Quelle: Krawall Gaming Network

Zum Abschluss der insgesamt 4. eSport Conference geht es, wie sich das für eine solche Veranstaltung gehört, um die Zukunft. Was den elektronischen Sport in den kommenden Jahren erwartet diskutieren auf dem Podium (von Links nach Rechts): Peter Schlosser vom eSport-Clan Alternate aTTax, David Hiltscher vom Betreiber der eSport-Liga ESL, Turtle Entertainment, Peter Larsen von Electronic Arts. Dr. Jörg Müller-Lietzkow der wissenschaftliche Beirat des deutschen eSport Bundes sowie Jürgen Werner, Pressesprecher von Intel.

Als Einstieg in die Diskussion gibt es einen Rückblick auf die Konferenz von allen Podiumsteilnehmern. Das Fazit von Jörg Müller-Lietzkow findet es bedauerlich, dass die Besucherzahlen der Konferenz noch immer vergleichsweise niedrig ausgefallen sind. Zudem hat er unsere Live-Berichterstattung auf Krawall.de verfolgt und ist überrascht wie negativ viele Leser sich in den Kommentaren zu den Inhalten der Konferenz geäußert haben. Er freut sich jedoch zusammen mit Pete Larsen von EA über den professionellen Ablauf und das hochkarätige Feld der Sprecher. Larsen fügt noch hinzu, man solle bei aller Kommerzialisierung des eSport nicht den Spaß am Spiel vergessen, der noch immer im Herzen den eSport ausmache. David Hiltscher von Turtle Entertainment findet, das die Konferenz noch zu sehr auf den deutschen Markt fokussiert sei. Die Konferenz sei „eine Art Klassentreffen der deutschen eSport-Szene“. Insgesamt hat er nicht viele Highlights ausmachen können, konnte aber viele kleine Anregungen für seine tägliche Arbeit mitnehmen. Das unterstützt Peter Schlosser, der aber kritisiert aber einige organisatorische Details.

Was die weitere Entwicklung des eSports angeht, plädiert David Hiltscher von Turtle Entertainment dafür, neue Märkte zu erschließen wie zum Beispiel Indien. In diesem Zusammenhang regt er an, dass man Wege suchen müsse, den eSport so anzupassen, dass er auch in diesen „exotischeren“ Ländern erfolgreich sein kann. Pete Larsen hingegen wünscht sich weniger Konkurrenzdenken unter den verschiedenen Beteiligten in der eSport-Szene. Dies würde die Geschwindigkeit mit der sich der eSport in Deutschland entwickeln deutlich erhöhen können. Bewußt provokant fügt Jörg Müller-Litzkow hinzu, man müsse endlich „die Steinzeit des eSport hinter sich lassen“. Man müsse aufhören über „die acht Spielchen zu reden, die in der ESL populär sind“ und sich umsehen, was draußen in der Welt tatsächlich gespielt wird – auch und insbesondere außerhalb der Ligen. „Spielen fängt nicht an bei Hardcore-Shootern sondern bei „Wii-Tennis“ und hört auf bei GPS-Games auf dem Handy“. Auch Hans-Jürgen Werner von Intel unterstreicht, man bewege sich auf der eSport Conference nur im eigenen, vertrauten Dunstkreis ohne Kontakt zu Medien außerhalb des Spielesektors und den Produzenten anderer Produkte wie zum Beispiel Nokia. Die wissenschaftlichen Beiträge die auf der Konferenz zu hören waren, hätten für Werner auch ein breiteres Publikum verdient.

Peter Schlosser hingegen sieht Wii-Spieler nicht als eSportler. „Das sind für mich Leute, die das als Hobby betreiben, aber keine eSportler“, so Schlosser. Für ihn sind eSportler jene, die regelmäßig trainieren, die ein Spiel taktisch analysieren und richtig dafür arbeiten, in einem Spiel zur Meisterschaft zu gelangen. Man dürfe sich zwar nicht Neuem verschließen, aber zu sehr verwässern sollte man ihn nicht. Jörg Müller-Lietzkow will das nicht so stehen lassen. Er meint: „Wenn eSport sich überhaupt als Sport bezeichnen will, dann kann man nicht die 40-Jährigen Hausfrau vor ihrem Wii diskriminieren, nur weil sie nicht auf dem Level eines Counter-Strike-Profis einsteigt“. Er wehre sich vehement gegen diese in der Community weit verbreitete Haltung. Sie stehe sich damit selbst im Wege und verbaue sich Chancen auf breite Akzeptanz und auf Zugang zur Politik. Hans-Jürgen Werner von Intel fordert ebenfalls mehr Toleranz gegenüber jenen, die auf niedrigerem Niveau spielen. Jeder Sport lebe von seinen Fans und könne es sich nicht Leisten irgendwen ausschließen. Derzeit sei es realistisch betrachtet nun mal so: Wenn man eine Gruppe von Nicht-Spielern in eine Veranstaltung wie die Intel Friday Night Games setze, würde er nicht verstehen, was da abläuft. Wenn man den eSport als Massensport etablieren wolle, dürfe man sich nicht in der Szene einigeln. Peter Schlosser entgegnet daraufhin, er wolle sicher niemand ausschließen. Die 40-Jährige Hausfrau am Wii sei nun mal aber kein eSportler. Peter Larsen wirft daraufhin ein, Kinder die im Hof kicken gehen, betrieben ja auch Sport. Peter Schlosser gibt zu, dass die Frage wohl ein Definitionsproblem sei. Jörg Müller-Lietzkow bestätigt auch auf Nachfrage aus dem Publikum, das natürlich nicht jedes spielen eines Computerspiels gleich Sport sei. Seiner Meinung nach „ist die Zeit des Spielens gegen einen Computergegner aber so gut wie vorbei, auch wenn die strukturkonservativen Publisher das noch nicht wahrhaben wollen“. Der eSport müsse sich nur eben auch als Breitensport begreifen und auch Hobbyspieler zulassen, die sich beispielsweise in eigenen Ligen organisieren könnten. Dem kann nun auch Peter Schlosser beipflichten. Das Problem sei wohl wirklich vor allem das einer Definition. Für Hans-Jürgen Werner ist eSport beispielsweise stets professionell betriebenes Spielen.

Neue Frage von der Moderation: Sollte man den eSport weniger mit Fussball vergleichen, sondern eher mit der Formel 1, wo ebenfalls Mensch und Maschine gemeinsam im Mittelpunkt stehen?

David Hitschler meint, die Sportvergleiche seien insgesamt meist nicht allzu treffend. Jörg Müller-Litzkow meint hingegen, die Anforderungen an einen eSportler seien deutlich höher als beim „im Kreis rumfahren“ der Formel 1. Die Anforderungen an einen „Warcraft 3“ Spieler seien eher mit Schach zu vergleichen. Zudem habe kein anderer Sport eine virtuelle Arena, in dem er stattfinde. Müller-Lietzkow schlägt daher vor, sich am traditionellen Sport zu orientieren und die Anknüpfungspunkte aufzunehmen, sonst aber einen eigenen Weg zu finden. Hans-Jürgen Werner findet ebenfalls, der Vergleich mit der Formel 1 „hinkt an jeder Stelle“.

Die Zeit für die Diskussion scheint knapp bemessen, Nicole Braun bittet bereits um die abschließenden Statements der Teilnehmer:

Peter Schlosser findet, die Clans müssten deutlich professioneller werden, insbesondere was ihre Pressearbeit angeht. Zudem müssten sie sich bemühen selbst die Zukunft des eSport mit zu gestalten und dies nicht den großen Firmen zu überlassen, die nun in diesen Bereich drängen. Hans-Jürgen Werner hat in dieser Richtung keine Befürchtungen. Seiner Meinung nach seien die Firmen ja auf die Spieler und Fans angewiesen, so dass sich dieses System selbst regulieren würde. Er wünscht sich für die Zukunft, dass der eSport internationaler wird und die nächste Konferenz eine breitere Öffentlichkeit erreicht. David Hiltscher möchte für die Zukunft versuchen, das eSport-Thema dem herkömmlichen Spieler näher zu bringen. Ein erster Schritt sei nun getan, nachdem das Verlagshaus Computec („PC Games“) die Szeneseite readmore.de aufgekauft habe. Zudem müsse die Community viel mehr in die Gestaltung der Zukunft des Sports eingebunden werden. Pete Larsen schließt sich dem an, auch er möchte das Thema breiter bekannt machen. Jörg Müller-Lietzkow sehr konkret: „2008 will ich hier mindestens zehn Entwickler sitzen sehen, die glauben sie würden Spiele für den eSport entwickeln. Zweitens wünsche ich mir, dass mindestens drei Spieler aus der eSport-Community in den Diskussionen sitzen. Und Punkt drei: Wenn ich mich im Raum umsehe, erblicke ich nur eine Handvoll Damen. Ich würde mir dringend, dringend wünschen, dass der eSport nicht als männliche Subkultur endet“.

Damit ist die eSport Conference 2007 zuende. Wir sagen: „Danke, Tschüss, wir lieben euch, auch diejenigen, die den eSport nicht lieben“.

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07.06.2007, 16:35 von slade_the_dragon
Naja ^^ mal sehen obs was bringt
07.06.2007, 08:36 von _1331563386
Dem eSport gehört die Zukunft!
06.06.2007, 20:00 von Funnybulma
Die eSport Conference 2007 Live interessiert mich themaitsch jetzt nciht so, aber die Artikel sind wirklich gut, der hier auch^^.... Besser als die von gestern auf jeden Fall^^.... Und auch ein bisschen interessanter^^...

CU Funny
05.06.2007, 16:45 von Jan H.D.
ich mag eSport auch, dann noch viel erfog..
04.06.2007, 23:25 von emilyyy
ich seh im esport absolut keine zukunft.. achja: ich lieb euch doch auch ;)

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