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  • I.G.I. 2: Covert Strike
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Konkurrenz für Sam Fisher?

18.03.2003 | PC | Autor: Heiko

Runde zwei Jahre nach dem ersten Teil geht Spezialagent Jones zurück an seine gefährliche Arbeit. In „Project I.G.I. 2: Covert Strike“ schleicht und kämpft er sich durch zahlreiche Missionen auf drei Kontinenten, unter anderem in Russland und Libyen – immer auf der Suche nach streng geheimen Infos oder extra-fiesen Verschwörern. Insgesamt bieten die 19 Einsätze der Einzelspielerkampagne ordentlich Abwechslung. Mal kämpft sich Jones durch weiträumige Landstriche, dann wieder in Innenmissionen durch enge Bunkeranlagen, mal ist er in städtischen Gebieten, mal auf dem flachen Land unterwegs. Fast immer gilt es, mehrere Missionsziele abzuhaken. So müsst ihr beispielsweise zunächst einmal einen Weg in den feindlichen Komplex ausmachen, hier allzu aufdringliche Wachen beseitigen, dann einen Computerraum finden, wichtige Infos einsacken und heil wieder rauskommen. Waren Schleicheinlagen in 3D-Shootern beim Erscheinen der ersten Episode noch etwas Besonderes, gehört vorsichtiges Vorgehen inzwischen bei zahlreichen Titeln wie etwa „Splinter Cell“ zum guten Ton. Rambohaftes Geballere bleibt klassischen Shootern wie „Unreal 2“ überlassen. Damit „I.G.I. 2“ mit der neu entstandenen Konkurrenz mithalten kann, hat aber auch Agent Jones dazugelernt. Die Entwickler haben Teil zwei fairer und damit auch etwas einfacher und weniger frustrierend gemacht. Fans des Originals erinnern sich: Löste man da einen Alarm aus, tummelten sich sofort unzählige Wachen auf der Karte, die vom Spiel immer neu generiert wurden. Fast zwangsläufig bedeutete ein Alarm deshalb das Ende der Mission. Die Fortsetzung ist da gnädiger. Immer noch ruft ein Alarm zahlreiche Wachleute auf den Plan, aber immerhin in begrenzter Zahl und auch nur die, die auch tatsächlich auf der Karte unterwegs sind. Dadurch ist die Mission nicht immer zwangsläufig vorbei. Wer geduldig das Ende des Gekreisches abwartet und allzu neugierige Wachen erledigt, kann danach weiterschleichen.

Bleispritzen
In I.G.I. 2 stehen Jones über 30 Waffen zur Verfügung. Nur jeweils zwei davon kann er unter den Arm klemmen.

Neu ist auch die bei PC-Spielen eigentlich selbstverständliche Möglichkeit, während einer Mission zu speichern. Zu Quicksave/Quickload-Origien kann es trotzdem nicht kommen, da Jones nur einige Male pro Mission speichern darf. Vorbildlich: So bleibt einerseits die Spannung erhalten, andererseits wird’s nicht übermäßig unfair. Realismus wird auch in Sachen Waffenhandling groß geschrieben. Neben dem obligatorischen Rambo-Messer darf David Jones höchstens zwei Waffen auf einmal durch die Gegend tragen. Hinterlässt ein Kontrahent beim Ableben ein besonders leckeres Schießeisen, gilt es sich von einer Knarre zu trennen, bevor ihr sie aufsammeln könnt.

Immerhin hat Jones im Gegensatz zum Kollegen Fisher eine Menge verschiedener Knarren in petto. Über 30 reale existierende Schießeisen, Pistolen, Scharfschützengewehre, Maschinenpistolen und Raketenwerfer warten nebst Granaten und Messer auf den Einsatz am Feind. Dazu kommt natürlich auch die agententypische Spezialausrüstung. Wärmebildkamera und digitale Ferngläser gehören zum Standardspielzeug. Erstere ist von großem Nutzen, da es in „I.G.I. 2“ auch möglich ist, durch weiche Materialien wie Holz hindurch zu schießen. Wer also einen Gegner hinter einer verschlossenen Tür vermutet, jagt einfach zwei, drei Kugeln durch und wartet, ob sich jemand beschwert. Ebenfalls hilfreich ist die schicke Satellitenkarte. Auf dieser kann der Agent ihrer Majestät immer die Missionsziele und auch die Position aller Wachleute bewundern. Das sorgt für eine Menge Übersicht – ein ungemein praktisches Hilfsmittel. Und ein durchaus notwendiges, denn Gegner gibt’s bei „I.G.I. 2“ für einen Schleichshooter eine ganze Menge. Die sind dafür nicht besonders helle. In Deckung gehen sie kaum. Sichten sie Jones, führt ihr Weg in aller Regel direkt zum nächsten Alarmknopf. Wenn sie den erreichen, wird’s natürlich brenzlig, aber die meisten Schützen werden keine Probleme haben, sich des fliehenden Fieslings mit einem gezielten Schuss zu entledigen. Mag das Hauptgewicht von „I.G.I. 2“ auch auf Schleichen liegen, kann sich Jones auf die eine oder andere Ballerei durchaus einlassen.

Voller Durchblick
Dank der Wärmebildkamera ist Jones in der Lage sämtliche Warmblüter in seiner nächsten Umgebung aufzuspüren.

Technik: Gehobenes Mittelmaß
In Sachen Grafik und Sound sind im Vergleich zum Vorgänger eher überschaubare Verbesserungen auszumachen. Immer noch locken weitläufige und sehr realistisch wirkende Areale. Kein Wunder, wurde die Grafikengine doch ursprünglich für eine Flugsimulation entwickelt. Mit aktueller Shooter-Konkurrenz wie „Unreal 2“ oder vergleichbaren Nummern wie „Splinter Cell“ kann die Optik allerdings nicht mehr ganz mithalten. Besonders gilt dies für die nicht sonderlich detaillierten und eher lahm animierten Gegnerscharen. Toll ist dagegen die immense Fernsicht bei Außeneinsätzen. Dadurch wirken die Örtlichkeiten ausgesprochen glaubwürdig. Auch der entfernteste Berggipfel wurde ausmodelliert und erzeugt das typische „wenn ich wollte, könnte ich da hin marschieren“-Feeling. Für die Soundkulisse gilt das Gleiche: Gut aber nicht überragend. Knackige Waffeneffekte sorgen für Laune, Gegner lassen sich aufgrund ihrer Geräusche orten. Mit bis zu 16 Mitspielern per LAN oder Internet kann der Mehrspielermodus aufwarten. Mit denen darf netterweise nicht nur gechattet, sondern via Voice-Over-Net auch gesprochen werden. Teamplay-Modi und die Möglichkeit, neue Waffen mit virtueller Knete zu erstehen, erinnern stark an „Counter-Strike“. Um dessen Erfolg zu toppen, wird es „I.G.I. 2“ aber höchstwahrscheinlich an einer motivierten und mitgliederstarken Spielercommunity mangeln.

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